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Erstes Hanptstück. Von der
um seinen Leib dürre Baumrinden und zündeten sie an. Erwar noch jung und stark, und widerstand daher der Wirkungdes Feuers eine geraume Zeit. Nun rissen ihm die wüthen-den Irokesen beide Augen aus und unterhielten siebenzehuTage lang unter und neben ihm glühende Kohlen. Welch'eineTodesstrafe! Ist aber das die Marter der Hölle? Nein! Inder Hölle ist der Verdammte in einen Feuerteich versenkt.„Du wirst sie wie in einen Feuerofen legen."(Ps. 20, 9.) Das Blut siedet ihm in den Adern, das Markin den Gebeinen. — Eine der furchtbarsten Qualen für dieVerdammten sind aber ganz besonders die ewigen Vor-würfe des Gewissens, wodurch sie beständig an ihreLaster und Verbrechen erinnert werden. Die heilige Schriftnennt dieß den Wurm, der nicht stirbt. — Zur Zeit,als Clemens VIll. auf dem apostolischen Stuhle saß, wurdeein Scheintodter in der Kirche St. Maria de Monticelli bei-gesetzt. Unten in der Gruft erwachte er, schrie vergeblichum Hilfe, tappte im Dunkeln herum, stieß an Todtengebeine,und war endlich der Verzweiflung nahe, als, noch zur rechtenZeit, ihm Rettung wurde, indem man einen Leichnam in die Gruftbrachte. Man fragte ihn nachher, was für Träume oderPhantasiebilder während seiner Bewußtlosigkeit ihm vorge-schwebt? Und er erwiederte ohne Hehl: „Ich habe in meinerJugend im Zorne einen Mord begangen; dieß wurde unauf-hörlich mir vorgeworfcn; immerfort hörte ich die Drohung:„Wohlan, du Verräther! die Zeit ist da, deine Strafe zuempfangen!" — Das ist die Qual der Verdammten. Ofurchtbare Qual der Hölle! Dank dem Himmel, daß wirnoch leben, daß feue Nacht für uns noch nicht hereingebro-chen ist, in der Niemand mehr wirken kann! Eifrig wollenwir die Gnadenfrist benützen, die uns der Herr noch schenkt,und sogleich wollen wir zur seligsten Jungfrau Maria unsereZuflucht nehmen, auf daß sie uns ihre Hand reiche und unsabziehe vom Wege des Verderbens. Feiern wir ja heuteeines der schönsten Marienfeste: Mariä Verkündigung.
Legende: Mariä Verkündigung.
Mariä, der von Gott auserwählten Jungfrau,wird heute durch den Erzengel Gabriel (sieh die gestrigeLegende!) angekündigt, daß sie vom heiligen Geiste empfan-gen und den >sohn des Allerhöchsten gebären werde. Sosehr dieser Antrag des Engels über alle Begriffe derkeuschen Jungfrau war, so demüthig unterwarf sie sichden Fügungen Gottes und sprach: „Sieh! ich bin eineDienerin des Herrn; mir geschehe nach deinem Worte!"Heute ist also das Wort Fleisch geworden, umuns zu erlösen von der Sünde, vom ewigen Tode undvon den Qualen der Hölle. O ewig anbetungswürdigesGeheimniß! Nun dürfen wir die Hölle nicht mehr fürch-ten, wenn wir nur nicht säumen, die Früchte der Erlö-sung uns zu Nutzen zu machen.
Gebet. O Gott, der du gewollt hast, daß dieseligste Jungfrau Maria auf die Verkündigung deinesEngels deinen eingebornen Sohn empfange, wir flehenkindlich zu Dir, laß uns ihren heiligen Wandel nachahmen,
Ewigkeit der Höllenstrafen.
auf daß wir den Qualen der Hölle entgehen und zurewigen Seligkeit gelangen, durch ebendenselben JesumChristum deinen Sohn, unfern Herrn. Amen.
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Fmlfundachtzigstes Lesestück.
Am Feierabende des 26 . März.
Von der Ewigkeit der Höllenstrafen.
Fr. Wodurch werden die Qualen der Hölle nochmehr erhöht?
Antw. Dadurch, daß die Verdammten all diese Stra-fen und Qualen leiden müssen in der häßlichen Ge-sellschaft der Teufel und Mitverdammten.
Belehrung und Beispiele. Wie sehr müssen dieQualen der Hölle nicht erhöht werden dadurch, daß die Ver-dammten sich von Niemanden umgeben sehen, als nur vonden Teufeln und den übrigen gottlosen Bewohnern der Hölle!Ach, wer wäre wohl im Stande, auch nur ein schwachesBild hievon zu entwerfen? Wahrlich, kein Bild, kein Gleich-nis; erreicht die Wirklichkeit. Als die heilige Brigitta,wie man in ihren Schriften liest, eines Tages den Herrn fragte,warum die Teufel nicht sichtbar erscheinen, sagte der Herr:„Wenn ihre entsetzliche Häßlichkeit gesehen würde, wie sie ansich selbst ist, so würde die Seele des Zuschauers von Sinnen