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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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201
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' Am Feierabende des 25. März.

Svl

hat daher die heilige katholische Kirche stets das Dasein derHölle gelehrt, und alle Jene als Ketzer verdammt, welche sieläugnen wollten.

Beispiel und Anwendung. Wer das Dasein derHölle läugnet, der lebt sicherlich gottlos; denn er läugnet sienur deßhalb, weil er sie fürchten muß. Als man einst Je-manden fragte, warum er an keine Hölle glaube? so ant-wortete er:Wenn ich das glauben würde, so müßt' ich selbsthinein, und darum glaub' ich's nicht." Es gibt ja Bieleunter den Menschen, ja sogar unter den Christen, die sichgerne bereden möchten, daß es keine Hölle gebe, damit sieum so ungestörter fortsündigen können. Traue ihnen nicht,mein christlicher Leser! sie wandeln den Weg des Verderbens.

Fr. Welche Strafen und Qualen werden die Ver-dammten in der Hölle leiden müssen?

Antw. Sie werden unaussprechliche Strafen undQualen leiden müssen; denn 1) werden sie der göttlichenAnschauung beraubt; 2) werden sie an Leib und Seeleunaussprechlich gefoltert und gequält; 3) müssen sie inder häßlichen Gesellschaft der Teufel und der Verdammtenleben, und Alles dieses dauert 4) ewig, ohne Trost, ohneLinderung, ohne Ende. (Sieh das vorhergehende Bild!)

Belehrung. O du, mein Gott! wer kann wohl dieQualen der Hölle schildern? Wer kann aufzählen all diefurchtbaren Strafen der Verdammten? So wenig man dieGlückseligkeit der Auserwählten im Himmel schildern kann,ebenso wenig kann man all die Strafen beschreiben, welchedie Verdammten iu der Hölle leiden müssen. Dennoch wol-len wir, so weit es uns möglich ist, dieselben näher betrach-ten. Möchte uns hiebei ein heilsamer Schrecken ergreifen!

Fr. Worin besteht die erste Strafe und Qual derHölle?

Antw. Darin, daß die Verdammten der Anschau-ung Gottes beraubt und ausgeschlossen sind aus derGesellschaft der Seligen.

Belehrung. Aus dem Munde des ewigen Richters er-geht an die Verdammten das furchtbare Urtheil:Weichetvon mir, ihr Vermaledeiten! in's ewige Feuer!" (Luk. 13,27.)Sobald der Sünder diese Welt verlaßen hat und vor denThron des höchsten Richters getreten ist, hat er die ganzeSchönheit Gottes gesehen; er hat alle seine Güter begriffen;denn der Himmel, wo er regiren sollte, hat sich geöffnet,und er hat für einen Augenblick dessen Herrlichkeit geschaut.Ach! er muß sich davon trennen, und diese Trennung wirdewig dauern! Welcher entsetzlicher Verlurst! Welche qualvolleReue wird mit diesem Verlurste verbunden sein! EbensoMehler, Hausbuch.

wird der Verdammte auch ausgestoßen aus der Gesell-schaft allerSeligen im Himmel; darum sprach Abra-ham zu dem reichen Prasser in der Hölle:Es ist zwischenuns und euch eine große Kluft, so daß die, welche von hierzu euch hinübergehen wollen, nicht können, und die, welchevon dort herübergehen wollen, auch nicht können." (Luk. 16, 26.)

Beispiel und Anwendung. Als David den Ab-salon verurtheilte , nimmermehr vor ihm zu erscheinen, dawar diese Strafe für Absalon so groß, daß er antwortete:Saget meinem Vater, er möchte mir entweder erlauben,sein Angesicht wieder zu seben, oder er soll mich tödten lassen!"(2. Kön. 14, 24.) Als einst Philippus II. in der Kircheeinen Großen seines Reiches unehrerbietig dastehcn sah, sagteer zu ihm:Nimmermehr sollen Sie vor mir erscheinen!" Diesesschmerzte nun diesen Großen so sehr, daß er, nach Hause ge-kommen, vor Schmerzen starb. Wie groß muß da erst derSchmerz der Verdammten sein, wenn Gott ihnen sagenwird: Gehet fort von mir! Ich will euch nicht mehr sehen!"Ach ja, mein Christ! Gott verloren zu haben, das ist einnamenloser Verlurst. Nicht die Hölle, nicht die Finsternisse,nicht das Feuer machen die Hölle aus; die Pein, welche dieHölle ausmacht, ist der Schmerz, daß man Gott verloren hat;es ist dieß, wie der heilige Bernhard sagt,eine Pein,die so groß, als Gott selbst ist, d. h. sie ist unendlich." Unddu, o Mensch! kannst fernerhin noch sündigen und so leicht-sinnig deinen Gott verlieren?!

Fr. Welches ist die zweite Strafe der Hölle?

Antw. Eine zweite Strafe der Hölle besteht darin,daß die Verdammten in der Hölle an Leib und Seeleunaussprechlich gefoltert und gequält werden.

Belehrung. Ja, sie werden Unaussprechliches leidenmüssen 1) am Leibe; denn Gott der Herr wird sie in denFeuerofen Wersen,wo Heulen und Zähneknirschen sein wird."(Matth. 13,41.)Heulen und Zähneknirschen herrscht in derHölle," sagt der hl.Gregor derGroße;die Zähne müssenknirschen, die sich hier des Frasses freuten; die Augen müssen weinen,die hier lüstern nach unerlaubten Dingen herumrollten; alle Glie-der müssen der Pein unterliegen, wenn sie sich solchen Lasternunterwarfen, die man mit jedem Glieds besonders begehenkann." 2) Aber auch die Leiden der Seele werdenunaussprechlich sein; denn innere Qual und Verzweiflungwird die Verdammten foltern bei dem Gedanken an all dasBöse, das sie gethan, und an die vielen Gnaden, die siemißbraucht haben; unaussprechliche Betrübniß und Trostlosig-keit wird sie erfüllen, weil sie die Glückseligkeit des Himmelsdurch eigene Schuld verloren haben!Ihr Wurm wird nichtsterben." (Jsai. 66, 24.)

Beispiele und Anwendung. Der Pater Lmant wurde von Irokesen gefangen. Diese Wilden

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