Am Feierabende des 21. März.
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„Verschlungen ist der Tod im Siege; Tod,wo ist dein Sieg?"
Fr. Wozu soll suns die Glaubenslehre von derAuferstehung des Fleisches ermuntern?
Ailtw. Sie soll uns dazu ermuntern, 1) daß wirbei dem Tode der Unsrigen nicht übermässig trauern,2) daß wir alle körperlichen Leiden und selbst den Todmit christlicher Geduld ertragen, und 3) daß wir unfernLeib stets in Ehren halten.
Belehrung. Der Glaube an die Auferstehung solluns 1) trösten bei dem Tode unsererFreunde, auf daß wir nicht übermäßig trauern, wei-nen und wehklagen, und „uns nicht betrüben, wie dieUebrigen, die keine Hoffnung haben." (I.THess. 4, 12, ff.)„Lasset uns die Entschlafenen nicht beklagen," sagt der hei-lige Cyprian, „sondern uns nach ihnen sehnen! Esziemt sich nicht, das schwarze Trauergewand anzulegen, wennJene im Himmel die weißen Kleider tragen." Wie garstigsteht einem Christen die übermäßige Trauer bei dem Todeseiner Angehörigen und Freunde! Wahrlich, sie werden selbstvon Heiden beschämt! 2) Dieser Glaube soll uns ermun-tern und ermuthigen, auf daß wir alle körper-lichen Leiden und selbst den Tod mit christ-
licher Geduld ertragen.Welche Martern standen nicht dieMachabäischen Brüderans! Es wurden ihnen die Zungenherausgeschnitten, Hände und Füßeabgehanen; man zog ihnen die Hautvom Leibe, setzte sic in glühendePfannen. Aber felsenfest standendie Glaubenshelden da. Was konntesie so stark, so standhaft, so uner-schütterlich machen? DerGedankean die einstige Aufersteh-ung. Sie bekannten dieß selbstvor dem Tyrannen Antiochns; dennsie Alle sprachen: „Böscwicht! Dukannst uns wohl in diesem zeitlichenLeben unterdrücken; allein der Königder Welt wird uns, die wir fürsein Gesetz sterben, am Tage derAuferstehung zum ewigen Lebenwiederum auferweckcn." (2.Mach. 7.)3) Der Glaube an die Auferstehungdes Fleisches soll uns endlich v o mBösen abschrecken, daß wir unfern Leib inEhren halten und ihn nicht zur Sündem i ß b r a u ch e n; deßhalb ruft uns der Apostel (1. Cor.6, 20)zu: „Verherrlichet und traget Gott in euerem Leibe;"denn er wird mit der Seele entweder ewig belohnt oder ewigbestraft werden.
Beispiele und Anwendung. Der heilige Bischofund Märtyrer Ignatius hatte unendlich viel zu leiden.Aber bei allen diesen Leiden blieb er dennoch so ruhig undgetrost, daß er nach Nichts mehr, als nach Leiden, nach demTode verlangte. Woher diese Ruhe, dieser Heldenmuth, dieseHeiterkeit der Seele im Angesichte des Todes? Einzig undallein von der Erinnerung an die Aufer-stehung zu einem neuen, besseren und ewigen Leben. „ Esist herrlich für mich," ruft er aus, „von der Welt zu Gottunterzugehen, um als eine schönere Sonne in ihm wieder aufzu-gehen." — Diesen Trost soll auch dir, o Christ! der Gedankean die einstige Auferstehung bei Leiden und Trübsalen ge-währen! Habe aber auch Acht, daß du deinen Leib stets inEhren hältst und ihn nicht zur Sünde mißbrauchest! Ja,mißbrauche niemals Augen, Zunge, Ohren, Hände und deineübrigen Glieder zum Bösen, sondern „weihe sie dem Diensteder Gerechtigkeit zur Heiligung" (Rom. 6, 19), damit siedereinst auch den Lohn der Gerechtigkeit empfangen mögen!Ahme in dieser Beziehung das schöne Beispiel nach, welchesuns der treue Diener Gottes Iakobus mit dem Bei-namen „der Verstümmelte," gegeben hat. (Sieh das