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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
Entstehung
Seite
190
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IW Erstes Hauptstück. Warum es eine

Beispiel und Anwendung. Diese wunderbare Ver-keilung zeigte sich wenigstens zum Theil bei manchen Heiligen schongleich nach dem Tode, wie z, B. bei der heil. Lhdwina,beim heil.Franz von Assis u. a. Nachdem dieser letztgenannte Hei-lige seine Seele Gott übergeben hatte, veränderte sich Alles,was er Mangelhaftes an seinem Leibe hatte; die Runzelnseines hohen Alters verschwanden, dafür glänzte an ihm dieSchönheit des jugendlichen Alters; seine Angen waren so na-türlich, daß Niemand glauben konnte, er sei todt. DasVolk lief schaarcnwcise herbei, um ihn zu sehen; er war einvollkommenes Bild eines verherrlichten Leibes. Blo-sius, welcher dieses erzählt, sagt, man habe nichts Wunder-bareres gesehen; man konnte seinen Augen nicht trauen; ja,der Leib des Heiligen verblieb in dieser Lieblichkeit, ohne diegewöhnliche Verwesung zu erfahren. So sah auch, wieuns der heilige Petrus Damianus erzählt, Romuald,Sohn des Herzogs von Ravenna, den heiligen Bischof undMärtyrer Apollinaris, als er ihn, in tiefe Andacht ver-sunken, um seine Fürbitte anrief, plötzlich in bischöflichen Ge-wändern und im Schimmer überirdischer Klarheitvor sich stehen. So oft künftighin Romuald die Sonneanfgehen sah, schien sie ihm, wie er sich ausdrückte, im Ver-gleiche zu jener Klarheit eine irdische Lampe zu sein. O wieunaussprechlich muß jene himmlische Verklärung sein! Lassetuns daher fromm und gerecht leben, meine Christen! damitauch an uns einst wahr werde das Wort des Herrn:Dannwerden die Gerechten leuchten wie die Sonne im Reicheihres Vaters."

Legende: Der heilige Joachim, Bekenner.

Wie die Sonne im Reiche des himmlischen Vaterswird auch glänzen der heilige Joachim, dessen Anden-ken wir heute feiern; denn er steht unter der Zahl derGerechten, dessen erhabene Tugenden die heiligen Vä-ter Epiphanius und Damascenus mit den größ-ten Lobspriichen erheben. Durch seinen heiligen Wandel er-

Auferstehung des Fleisches gebe re.

warb er sich Gottes Wohlgefallen in einem so hoheGrade, daß er znm Vater -der seligsten Jungfrau Ma-ria auserkoren wurde. Wenn wir die einzelnen Gliederverdienstvoller Familien ehren; welche Verehrung sollenwir alsdann nicht dem heiligen Joachim zollen, da ihnder Sohn Gottes selbst zum Vater seiner hochbegnadig-teu Mutter erwählen wollte, und da er nun gewiß unterder Zahl der Heiligen und Gerechten glänzen wird alsStern erster Größe! Darum wenden wir uns an dich,heiliger Joachim! und rufen deine mächtige Fürbitte an.

Gebet. Bitte für uns, du naher Verwandter desHerrn! damit wir hienieden ein frommes und heiliges Lebenführen und einst unter der Zahl der Heiligen Gottes glän-zen mögen im Reiche des himmlischen Vaters. DurchChristum, unfern Herrn. Amen.

Achtzigstes Lesestück.

Am Feierabende des 21. März.

Warum es eine Auferstehung des Fleisches gebe, und wozu unsdiese Glaubenslehre ermuntern soll.

Fr. Warum werden unsere Leiber wieder aufer-stehen ?

Alltw. 1) Damit auch der Leib Theil nehme andem Lohne oder der Strafe, sowie er Theil hatte an derAusübung guter oder böser Werke; 2) damit der SiegChristi über den Tod vollständig sei.

Belehrung. Zwei Gründe sind es also ganz beson-ders, warum unsere Leiber wieder auferstehen werden:1) Damit auch der Leib Theil nehme an demLohne oder an der Strafe, wie er Theil hatte ander Ausübung guter und böser Werke, weßhalb der heiligePaulus schreibt (2. Cor. 5, 10):Wir Alle müssen er-scheinen vor dem Richterstuhle Christi, damit ein Jeder, jenachdem er in seinem Leibe Gutes oder Böses gethanhat, darnach empfange."Man begräbt," sagt Ludwigde Ponte,auf Erden den Leib oft mit großer Ehre,während die Seele vor Gott verdammt ist; dagegen wird derLeib oft schmählich zu Grabe gebracht, während Seele unvLeib zugleich Gott gedient und ihn verherrlicht haben; so ist esalso billig, daß ein Tag (der allgemeinen Auferstehung) be-stimmt ist, wo über beide zugleich gerichtet wird." 2) D a-mit der Sieg Christi über den Tod vollständigsei.Wenn dieses Sterbliche angezogen hat die Unsterb-lichkeit," sagt wiederum der heilige Paulus (1. Cor. 15),dann wird erfüllt werden das Wort, das geschrieben steht: