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Am Feierabende des 19. März.
„Wir sind mehr vergewissert der Auferstehung aus unfernGräbern, als der Auferstehung aus unfern Betten." —
Fr. Ist es denn möglich, daß die in Staub zer-fallenen Leiber wieder zum Leben zurückkehren?
AntW. Warum nicht? Der den Menschen ausNichts erschaffen konnte, wird doch Wohl auch den inStaub zerfallenen Leib wiederherstellen und beleben können.
Belehrung. Wir dürfen durchaus nicht an der Auf-erstehung des Fleisches zweifeln, indem wir es etwa für un-möglich halten, daß die in Staub zerfallenen Leiber wiederzum Leben zurückkehren; denn siehe, durch Gottes Allmachtkönnen unsere in Staub zerfallenen Glieder ebenso leicht wiederzum Leben auferweckt werden, als sie einstens aus dem Nichtshervorgerufen wurden. Darum schreibt schon der heilige Paulusan die Corinther (I. 15, 35 ff.): „Aber wird Jemand sagen:Wie stehen die Tobten auf? In welchem Leibe werden siekommen? Dn Thor! Was du säest, lebt nicht auf, wenn es
nicht zuvor stirbt." — Natur und Vernunft beweisen uns klardie Möglichkeit der Auferstehung. Oder zeigt sichuns in der Natur nicht fortwährend das Bild der Aufersteh-ung? „Das Licht," sagt der heilige Gregor, „wird täg-lich den Augen entzogen, als stürbe es, und es wird wiederzurückgerufen, als stünde es wieder auf; und die Bäumeverlieren ihre Grüne, und sie werden wieder erneuert, alserständen sie wieder; auch sterben die Samen und ver-faulen, und sie erstehen wieder und keimen." — Was sooft und so unverkennbar in der Schöpfung Gottes vor-kömmt, das sollte im Meisterwerke der Schöpfung, im Men-schen, nicht geschehen? —
Beispiel und Anwendung. Eben dieser heilige Lehrervertheidigte die Glaubenslehre von der Auferstehung des Flei-sches einem Ungläubigen gegenüber, der von derselben Nichtswissen wollte, weil er es für unmöglich hielt, daß der er-storbene und in Staub zerfallene Leib je wieder zum Lebenzurückkehren könne. Er redete den Ungläubigen also an:„Du glaubst an die Auferstehung nicht! Wohlan denn,schaue es in der Natur der Wesen und erkenne es ausDem, was man bis auf den heutigen Tag allenthalbensieht! Wie du weißt, ist es jetzt Winter. Die Bäume stehenwie abgestorben da; denn wo sind die Blätter des Feigen-baumes? Wo die Trauben des Weinstockes? Allein dieseWesen, im Winter gestorben, grünen im Frühlinge wieder,und wenn die Zeit da ist, so wird ihnen, wie vom TodeErweckten, die Kraft des Lebens wieder gegeben. DennGott, der deinen Unglauben sah, gab dir an diesen sicht-baren Dingen jährlich ein Bild der Auferstehung,damit du sähest, was an leblosen Wesen geschieht, unddadurch glaubest, daß es auch an belebten Wesen geschehenkönne und geschehen werde." — Unmöglich können wir also,meine lieben Christen! die Auferstehung des Fleisches läug-nen; sie ist zu deutlich ausgesprochen in der heiligen Schriftund tritt uns zu offen entgegen in der ganzen Natur. Nurder Gottlose will von einer Auferstehung Nichts wissen, weilder Glaube an eine Auferstehung ihn in seinem Sün-denleben aufhalten oder wenigstens erschrecken müßte. Nurwer viehisch lebt, der möchte sich so gerne bereden, daß eskeine Auferstehung für ihn gebe, sondern daß er wie das Viehin der Erde verfaulen werde. Ganz recht hat daher jenerOberst einem gottlosen Menschen, der die Auferstehung läug-nete, geantwortet: „Dieser Mensch lebt sicherlich viehisch, weiler glaubt, er werde wie ein Vieh in der Erde bleiben." —Eine außerordentliche tröstliche Wahrheit hingegen ist die Lehrevon der Auferstehung für den Gerechten. Wie tröstlichwird sie daher nicht auch stets gewesen sein für jenen großen Hei-ligen, dessen Fest heute in der ganzen katholischen Kirche sofeierlich begangen wird, für den heiligen Nährvater Joseph!Legende: Der heilige Joseph, Nährvater
Jesu Christi.
Joseph stammte in gerader Linie von den berühm-testen alten Patriarchen und vom Könige David ab.
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