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Gewißheit und Möglichkeit der Auferstehung.
Erstes Hauptstück.
Heilige ging auch häufig auf den Friedhof und sah derBeerdigungder Tobten zu, mit der Versicherung gegen seine Gläubigen,
daß es sehr nützlich sei, die Gräber und Särge zu betrach-
ten. — Maria Anna, von der Opferung genannt, hattein ihrer Zelle den Sarg, in den sie nach ihrem Tode gelegtwerden sollte, und legte sich jeden Abend längere Zeit in den-selben, bevor sie sich zur Ruhe begab. Beinahe den ganzenTag hatte sie vor ihren Augen einen Todtenkopf, woraufdie Worte geschrieben standen: „Gedenke, daß ich einst war,was du nun bist! Doch nicht sagen kann ich dir, was ichnun bin!" Ihr Tod war kostbar in den Augen des Herrn,
und für sie selbst überaus glückselig, weil sie sich gut darauf
vorbereitet hatte. So wirst auch du, mein Christ! dereinstglückselig sterben, wenn du oft an den Tod denkst und dichauf die Sterbestunde wohl vorbereitest.
Legende: Der heilige Eduard, König vonEngland, (ch 978.)
Wer in Gott lebt,wird auch glückseligin Gott sterben.Dieß sehen wir andem heil. KönigEduard, dessenFest wir heute fei-ern. Er stammtevon kgl. Geblütein England ab,welches in seinemGeschlechts meh-rere Heilige zähl-te. Seine MutterEgelfelda er-zog ihn mit allerSorgfalt für Gottund den Himmel,starb aber leider- schon,alsEduardkaum noch siebenJahre alt war.Der edle Prinzerhielt nun eineStiefmutter Al-srida und ei-nen StiefbruderEthelred. Eduard folgte als der ältere Sohn i. I.975 dem Vater ans dem Throne nach. Als Herrscherüber England war er nun aber auch zugleich ein treuer undeifriger Diener seines Gottes. Er war auf dem Throneüberaus demüthig, gottergeben, voll Selbverläugnnng,keusch und mäßig, gerecht und gütig, liebevoll und freund-lich gegen Jedermann und ein wahrer Brodvater der Ar-men. — Allein seine Stiefmutter sah es nur mit Unwillen,daß ihr Sohn Ethelred nicht König geworden, undsann in ihrem bösen Herzen ans Mittel, den jungenKönig aus dem Wege zu räumen, um ihren eigenenSohn auf den Thron zu erheben. Nur zu bald fand
sie auch wirklich Gelegenheit, ihren ruchlosen Plan aus-zuführen; sie ließ den heiligen König auf eine mcuchel-mörderische Weise ermorden i. I. 978 in einem Altervon 16 Jahren. Den heiligen Eduard aber überraschteder Tod nicht unvorbereitet; denn er hatte stets in Gottgelebt; daher entschlief er auch selig im Herrn, der seinentreuen Diener alsbald durch viele Wunder verherrlichte.
Gebet. Heiliger König Eduard! bitte für mich,auf daß ich, — ich mag nun durch einen plötzlichen Tod,wie du, oder auf eine andere Weise sterben, allzeit hei-lig sterbe und dann mit dir Gott, dem König der Kö-nige, im Reiche der Glorie ewig huldigen möge. Amen.
Achtimdsiebenzigstes Lesestülk.
Am Feierabende des 19. März.
Gewißheit und Möglichkeit der Auferstehung.
Fr. Nach dem Tode wird der Leib begraben; bleibter dann immer in der Erde?
AntW. Nein; er bleibt nicht immer in der Erde;denn am jüngsten Tage wird ihn Gott wiederanfer wecken und für immer mit der Seele vereinigen,von welcher ihn der Tod geschieden hat. Diese Glau-benswahrheit wird nun im' eilften Glaubensartikel aus-gesprochen mit den Worten: „Ich glaube die Auf-erstehung des Fleisches."
Fr. Ist es gewiß, daß wir Alle auferstehen werden?
AntW. Ja, es ist dieß mit den deutlichsten Wortenin der heiligen Schrift ausgesprochen.
Belehrung. Für diesen Glaubenssatz von der Auf-erstehung des Fleisches finden wir zahlreiche und klare Aus-sprüche und Zeugnisse in der heiligen Schrift. So heißt esbei Johannes (5, 28—29): „Es kommt die Stunde, in derAlle, die in den Gräbern sind, die Stimme des SohnesGottes hören werden. Und es werden hervorgehen, die Gu-tes gethan haben, zur Auferstehung des Lebens; dieaber Böses gethan haben, zur Auferstehung des Ge-richtes!" Und bei Daniel (12, 2.): „Die Menge Derer,die da schlafen im Staube der Erde, werden auferstehen;die Einen zum ewigen Leben, die Andern aber zur Schmachund ewigen Schande." Ebenso schreibt der heilige Paulus(1. Cor. 15, 12.): „So wie Christus auferstandenist, werden auch wir auferstehen; sonst wäre unserGlaube eitel und gotteslästerisch, und wir wären noch in Sün-den. " (Sieh das folgende Bild.) — Gestützt auf diese klarenZeugnisse der heiligen Schrift, können wir mit Recht sagend