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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 18. März.

W der Cardinal dieß hörte, verwunderte er sich sehr undsprach zu seinen Freunden:Wie mag der König so sehrverlangen, mir das Leben zu nehmen! Wünsche ich dochselber, je früher, je lieber zu sterben. Ich wüßte nicht, wasin aller Welt mir das Leben theuer und wünschenswerthmachen könnte. Oder was hat der Tod Schreckliches, daßich ihn fürchten sollte? Will der König, daß ich sterbe?Wohlan, er mag mir, wenn es Gott gefällig ist, das Lebennehmen; er wird mir dadurch eben so wenig einen Verdrußbereiten, als wenn er mich zwingen wollte, meine Kleiderauszuziehen und mich schlafen zu legen." Sehet, so redendie Gerechten vom Tode! Wer den Herrn fürchtet, Demwird's wohl gehen an seinem Ende." Dem Frommen istdaher wirklich das Sterben so angenehm, wie dem MüdendaS Schlafengehen.

Fr. Was ist der Tod dem Sünder?

Antw. Dem Sünder ist der Tod ein furchtbarerBote des Schreckens und der Verzweiflung, der ihn vorden strafenden Richter führt.

Belehrung. Für den Sünder ist der Tod ein schreck-liches Erwachen; er ruft und schleppt ihn aus der Mitteder Sünder, aus seinen Freuden und Vergnügungen vor denstrengen, ewigen Richter. Darum sagt derPsalm ist (33,22.):Der Tod der Sünder ist sehr böse"; und der heilige Pau-lus (Hebr. 10, 31.) ruft aus:O! wie erschrecklich ist es,in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen!"DerTod ist," schreibt der heilige Augustin,ebenso böse demBösen, als er dem Guten gut ist; denn die von dem Kör-per getrennten Seelen der Frommen befinden sich in der Ruhe;die Seelen der Gottlosen aber leiden vielfache Pein, bis dieKörper der Frommen zum ewigen Leben wieder erweckt wer-den, die Körper der Gottlosen aber zum ewigen Tode, denman den andern Tod nennt."

Beispiel und Anwendung. Der König Herodes,auf dessen Befehl die bethlehemitischen Kinder ermordet wur-den, der den Hohenpriester Aristobulus, als er in einem Teichebadete, ergreifen und so lange, bis er ertrank, unter demWasser halten ließ, der auf ein ungegründetes Mißtrauenseine Gattin Mariane, ihren Vater und Bruder, ja sogarseine drei Söhne und seine Schwiegermutter hinrichten, vielevornehme Staatsbeamte und 300 Stabs-Offiziere erdrosselnund zwei Rechtsgelehrte verbrennen ließ, dachte in seiner Ver-stocktheit, selbst auf dem Sterbebette, so wenig an Buße undBesserung des Lebens, daß er vielmehr seine Schwester undihren Gemahl zu sich kommen ließ und sie dergestalt anre-dete : Ich weiß, daß die Juden über meinen Tod sich freuenund frohlocken werden; aber ich will ihnen diese Freude ver-derben und bewirken, daß sie an meinem Sterbetage weinenund trauern sollen. Ich habe die vornehmsten der Juden zu-sammenrufen und sie im Hippodromus einsperren lassen. So-bald ich meine Seele ausgehaucht habe, so lasset die Einge-

Mchler, Hausbuch.

sperrten durch abgeschickte Soldaten unverzüglich tödten, damitdas ganze jüdische Reich, ja, jedes einzelne Haus, auch widerWillen, meinen Tod bitter beweine!" Krankheit verzehrtedas Mark seiner Kräfte; seine Füsse schwollen ungeheuer auf;stark eiternde, mit Würmern bedeckte, übelriechende Geschwürebedeckten seinen Leib; er versuchte sich selbst das Leben zunehmen, wurde aber daran gehindert. Er starb amHeißhunger, in der Verzweiflung. Siehe, mein Christ!so stirbt der Sünder.

Fr. Was sollen wir thun, damit wir nicht denschrecklichen Tod des Sünders, sondern den seligen Toddes Gerechten sterben?

Antw. Wir sollen recht oft an den Tod denken unduns so auf unsere Sterbstunde gut vorbereiten.

Belehrung. Das öftere Andenken an den Tod istüberaus nützlich; es hat schon viele Bekehrungen bewirkt.Wie viele laue Seelen, wie viele Sünder sind durch diesen heil-samen Gedanken zum Guten ermuntert worden, haben dieKlöster bevölkert und sind zu den ewigen-Freuden gelangt!Nichts dient dir so zur Mäßigung in allen Dingen," sagtder heilige Hieronymus,als der Gedanke an die Kürzeund Ungewißheit des Lebens. In Allem, was du immerthust, habe den Tod vor Augen!" Und derh. LaurentiusJustinianus ermahnt uns:Betrachte, o Mensch! häufig,daß du schon gestorben seiest, da du weißt, daß du sterbenmußt! Bedenke, wie die Augen im Kopfe werden verdreht,wie die Adern im Leibe werden zerrissen werden, wie das Herz vonSchmerzen wird zerschnitten werden! Eine solche Uebung desGeistes weckt und nährt in uns die Demuth." Ja,dieBetrachtung des Todes," setzt der heilige Climacus bei,macht uns Alle in Mühen und Arbeiten geduldig und be-wirkt, daß wir uns an Schmach mehr ergötzen." In die-ser heilsamen Betrachtung übten sich beßhalb auch alle from-men Seelen, und nicht ohne großen Nutzen und Segen.

Beispiele und Anwendung. Ein frommer Einsied-ler wurde einst gefragt, welches Mittel er für das kräftigstehalte, um sich bei Zeiten auf einen guten Tod vorzubereiten,und er gab zur Antwort:Denke an jedem Morgen, daßdieses dein letzter Tag, und jeden Abend, daß dieses deineletzte Nacht sei, und handle nach diesem Gedanken!" Derheilige Johannes ließ sich als Patriarch von Alexandrienschon frühzeitig sein Grabmal Herrichten, verbot aber, dieArbeit vor seinem Tode ganz zu vollenden. An jedem Festtage,wenn er feierlichen Gottesdienst hielt, mußten die Arbeitervor ihn hintreten, und ihn fragen, ob er befehle, sein Grab-mal zu vollenden, weil er ja nach dem Worte des Herrnweder den Tag noch die Stunde wisse, wann der Dieb kommeund Hereinbreche. Der heilige Mann befahl dann, wiederein wenig an seinem Grabmale fortzuarbeiten, und erneuertedabei lebhaft in sich den Gedanken an sein Ende. Derselbe