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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 17. März.

der Jugend oder im Alter. Niemand weiß das; nur dieseswissen wir aus der täglichen Erfahrung, daß es sehr vieleplötzliche Todesfälle gibt, und daß es um den Menschen garschnell geschehen ist. Keiner verlasse sich daher auf seine Ju-gend! Nur wenige Menschen werden sehr alt; oder wirf einenBlick auf eine große Menschenmenge! Siehst du wohl dar-unter viele von Jahren gebleichte Köpfe? Als der Tod denersten Streich versetzte, waren vier Personen auf der Erde.Abel war der Jüngste, und doch war er das erste Schlacht-opfer des Todes.

Alter von zwölf Jahren der König Dagobert den Sohneines Herzogs znm Gemahl antrng, sprach sic züchtig undernst:Ich würde Euerer Majestät willig gehorchen,

wenn ich nicht schon einen andern Bräutigam erwählthätte. Mein Herz und alle Regungen meines Gemüthesgehören Jesu, dem Sohne des Allerhöchsten; ihm kannund darf ich nie mehr einen sterblichen Bräutigam vor-ziehen." Nach dem Tode ihres Vaters wandelte sie mitihrer Mutter das elterliche Haus in ein Kloster um.Ungeachtet vieler Schwierigkeiten wurde das Kloster baldhergestellt, und von vielen frommen Jungfrauen bezogen.Jtta, die Mutter Gertrauds, wurde zur Vorsteherin ge-

Keispiel und Anwendung. Wir Alle müssen sterben,das wissen wir; aber Niemand weiß den Tag oder die Stunde. Vor mehreren Jahren saßen im Wirthshause eines Mark-tes mehrere Gäste gemächlich beisammen und plauderten vonallerlei Dingen. Unter Andern kamen sie auch auf den Todund die Ungewißheit desselben zu sprechen. Freilich, meinteEiner davon, wohl schon bejahrt, aber doch noch rüstig, weißman die Stunde seines Todes nicht; aber das getraue er sichdoch zu behaupten, daß er heute nicht sterben werde. Einigeentgegneten ihm zwar; auch das könne man nicht mit Sicher-heit sagen; denn wie leicht kann ein Schlagfluß oder sonstein unvorhergesehenes Unglück dem Leben plötzlich ein Endemachen? Der Andere aber glaubte, darauf wetten zu können,daß er heute nicht sterben werde. Nach und nach gingenin der Gesellschaft wieder andere Reden, bis sich endlich nacheiniger Zeit Derjenige, der die kecke Meinung ausgesprochenhatte, nach Hause begab. Er wünschte Allen eine gute Nachtund morgen wieder ein glückliches Zusammentreffen. Einpaar Minuten später hörte man in's Gastzimmer hinein einenschweren Fall. Die Gäste eilten erschrocken mit Lichternheraus; und was erblickten sie? Ihren Kameraden todtam Fuße der Treppe liegend. Er war im Dunkeln über dieStiege hinabgestürzt und hatte sich den Kopf zerschellt. Ernstund schweigend gingen die Gäste auseinander, und Jederdachte wohl beim Heimgehen und bei der Leiche: Der gött-liche Heiland hat wahr gesprochen:Ihr wisset weder denTag noch die Stunde." O mein Christ! wer muß beieiner solchen Begebenheit nicht ernst gestimmt werden!? Wermuß hieraus nicht recht deutlich die Ungewißheit desTodes erkennen?

Legende: Die heilige Gertraud, Jungfrauund Abtissin, (ff 659.)

Nur zu sehr überzeugt von der Gewißheit desTodes, d. h. von der Wahrheit, daß wir Alle sterbenmüssen, so wie von der Ungewißheit desselben,d. h. von der Wahrheit, daß wir nicht wissen, wo, wannund wie wir sterben werden, lebte die heilige Gertraud,deren Fest auf den heutigen Tag fällt, ein Leben, dasihr den Tod und die Todesstunde nicht furchtbar, sondernvielmehr sehr erwünscht machte. Sie war die Tochtereines Herzogs von Brabant und wurde geboren i. I. 626.In aller Unschuld wuchs sie heran und faßte frühzeitigden Entschluß, eine Jungfrau zu bleiben. Als ihr im

wählt, und ihr später ihre Tochter, als Gehülfin beige-geben. So jung diese war, so reifeMnsicht und Tugendbewies sie in ihrem Amte. Sie war engelrein in ihrenSitten, dem Beten und Fasten ergeben, liebevoll gegendie Untergebenen, freigebig gegen die Armen, und besorgtfür die Fremden und Dürftigen, für die Kranken undAlten. Nach dem Tode der Mutter übergab sie dieäußern Angelegenheiten und die innern häuslichen Ge-schäfte andern vertrauten Personen und behielt sich nurdie Leitung der geistlichen Hebungen bevor, wodurch sieviele Zeit für das Gebet und die Betrachtung in derheiligen Schrift gewann. Als sich einige Vorzeicheneiner bedeutenden Krankheit einstellten, legte sie das Amteiner Abtissin nieder, und gab auch auf dem Kranken-bette das schönste Beispiel ächter Tugend. Durch einenfrommen Priester erhielt sie die Nachricht über den Tagihres Todes, auf den sie sich unter Dank gegen Gottund unter Freude und Gebet vorbereitete. Sie ging am17. Mäkz 659 in die ewige Freude des Herrn ein.

Gebet. Himmlischer Vater! wir bitten dich nmdeine göttliche Gnade, damit wir so fromm und heilig