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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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182
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Erstes Hauptstück.

aus dem Sarg hangen ließ, damit die Menschen alle, dievorher in seines Reichthums Fülle ihn sahen prangen, nunsehen möchten, daß mit Händen leer er sei des allgemeinenWegs gegangen, und daß er von den Schätzen allen habeNichts, als die leere Hand gebracht zum Grabe. Ja, sogeht cs Königen und Kaisern. Schonungslos entreißt unsder Tod Alles, was wir auf Erden besessen; mit leerenHänden schickt er uns in's Grab.

Fr. Müssen wir denn Alle sterben?

Anttv. Ja, wir müssen Alle ohne Ausnahme sterben.

Belehrung. Der Tod ist uns Allen gewiß;denn es ist ein durch die erste Sünde unserer Stammelternbewirktes Urtheil der göttlichen Gerechtigkeit über alle Men-schen:Es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben."(Hebr. 9, 27.)Denn durch die Sünde ist der Tod in dieWelt gekommen und so auf alle Menschen übergegangen, weilAlle in Adam gesündigt haben...."Der Tod ist (sonach)

it und Ungewißheit des Todes.

der Sünde Sold."Bei den übrigen Dingen," sagt Te-tz u s s i in seinem neuen Monat Mariä, herrscht doch immereinige Ungewißheit in Ansehung dieses oder jenes Umstandes.So sagt man z. B.: Vielleicht werde ich diesen Prozeß ge-winnen; vielleicht werde ich von dieser Krankheit wieder ge-nesen, vielleicht; aber hier gilt keinVielleicht." Beob-achte die genaueste Lebensordnung, brauche die geschicktestenAerzte, genieße die gesündesten und nahrhaftesten Speisen:du mußt sterben; es ist dem Menschen auferlegt. Die Al-ten sterben, die Jungen auch: die Reichen sterben, die Armenauch; die Unwissenden sterben, die Gelehrten auch; Maria istgestorben, Jesus Christus ist gestorben, und auch wir, auchwir werden einmal sterben. Es wird eine Zeit kommen, woman von mir, der ich dieses schreibe, und von dir, der dues liesest, sagen wird:Weißt du die Neuigkeit schon? Derund Der ist gestorben."

Beispiel und Anwendung. Ein vornehmer Perser,mit Namen Hormisdas, war nach Rom, der Hauptstadtder Welt, gekommen und hatte sie in aller seiner Pracht unddem größten Glanze gesehen. Der Kaiser fragte ihn, wieihm Rom gefallen habe, und ob er nicht Lust empfände, hierimmer zu bleiben und sich nicderzulassen? Herr! antwor-tete der weise Perser, Nichts ist mit den Schönheiten zu, ver-gleichen, die sich meinen Augen dargestcllt haben; allein, sollich's dir gestehen, ich bin weder dadurch geblendet, noch ge-rührt worden. Mitten unter den Gedächtnißsänlen, Triumph-bögen, Palästen, Tempeln und den übrigen Prachtgebäuden,die diese herrliche Hauptstadt in ihrem Schooßc trägt, habe ichGräber gesehen, und weil man zu Rom stirbt, wie in Persien,so verdunkeln sich alle Schönheiten Noms in meinen Augen. Ja, überall gibt's Gräber; geh nur hinaus, mein Christ!auf die Friedhöfe der Dörfer und Städte (sieh das obige Bild!);sie rufen dir alle laut die ernste Wahrheit zu:Wir Allemüssen sterben."

Fr. Wissen wir aber, wann, wo und wie wirsterben werden?

AntW. Nein, wir wissen nicht, wann, wo undwie wir sterben werden.

Belehrung. So gewiß uns der Tod ist, so unge-wiß ist uns die Art, der Ort und die Zeit des Todes.Wir wissen nicht, wie und wo wir sterben werden, ob aneinem langsamen Fieber oder an einer Wunde, ob in einemSchiffbruche oder von einem Falle, ob von einem Blitze ge-troffen oder vom Schlagflusse, ob auf dem Lande oder ausdem Meere, ob im Bette oder auf dem Erdboden, ob imWasser oder Feuer, ob auf dem Wege oder in der Kirche, inder Heimat oder in der Fremde. Niemand weiß das.Wir wissen ebensowenig, wann wir sterben, ob in zwanzigoder noch mehr Jahren, ob heute noch oder morgen, ob in