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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
Entstehung
Seite
176
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176 Erstes Hauptstück. Gemeinschaft der Heiligen, nnd zwar die trimnphircnde Kirche.

scheinung, und die Frucht der Fürbitte dieser Heili-gen war die, daß der syrische Feldherr Nikanor von Judasin einer einzigen Schlacht gänzlich überwunden wurde, undmit 35,000 seiner Krieger todt auf dem Wahlplatz blieb. So beten auch für uns die Heiligen Gottes und stehenuns im Kampfe bei, auf daß wir den Sieg über die Feindeunseres Heiles erringen. (Sieh das obige Bild!)

Fr. Welchen Trost gewährt uns der Glaube andie Gemeinschaft der Heiligen?

AntW. Einen zweifachen Trost 1) im Leben und2) im Sterben.

Belehrung. Wie beseligend, wie herzerhebend ist esfür den rechtgläubigen Erdenpilger, wenn er bedenkt, daß ermit so vielen Tausenden und Millionen vollkommner Seelennnd verklärter Brüder in naher und werkthätiger Verbindungsteht! Wie beseligend ist dieser Gedanke für ihn 1) schonim Leben, wenn er aufblickt zum Himmel und dort alldie Heiligen Gottes schaut, die für ihn bitten nnd ihmihre hilfreichen Hände entgegenstrecken; und wenn er hinwie-derum hinabblickt in das Fegfeuer und bedenkt, daß erseinen leidenden Freunden im Reinigungsorte durch Gebet,durch das heilige Meßopfer und gute Werke die Qualen desFegfeucrs erleichtern, ihre Leidenszeit abkürzcn oder sic gänz-lich aus dem Orte ihrer Reinigung befreien kann! Wie tröst-

lich und beseligend ist für ihn eben dieser Gedanke fernerauch 2) im Tode, indem er das Bewußtsein in sich tragendarf, daß die Heiligen im Himmel für ihn ihre Ver-dienste bei Gott einlegen werden, damit er um so schnellerund sicherer zur Anschauung Gottes gelangen möge, und daßdie Kirche Gottes auf Erden seiner auch nach demTode nicht vergißt, sondern durch ihr Gebet und das heiligeOpfer ihn unterstützt, bis er zur ewigen Glorie gelangt undmit allen Heiligen im Himmel auf Ewig vereinigt ist!

Beispiel und Anwendung. Welchen Trost, welcheBeseligung der Glaube an die Gemeinschaft der Heiligen ge-währt, ersehen wir aus der Lebensgeschichte der frommen,aber vom Schicksale so schwer geprüften Maria Stuart,Königin von Schottland. Als man ihr das Todcsurtheilvorlas, blieb sie ganz ruhig und bat nur, daß man ihr denBesuch ihres Beichtvaters gestatten möchte, der mit ihr indemselben Schlosse eingekerkert war. Was man sonst demgröbsten Verbrecher bewilliget, das verweigerte man dieser un-glücklichen Königin, sie mußte ohne den Trost des Beichtvaterssterben. Dagegen schickte man ihr den anglikanischen Dechant vonPeterborough, damit er sie im neuen Glauben unterrichte undsie noch vor ihrem Tode dem Lichte Englands zuführe. Abermit welchem männlichen Ernste trat da nicht die KöniginSchottlands auf!Ich bin in der katholischen Kirche gebo-ren," sprach sie,ich bin in derselben erzogen, ich will inderselben auch sterben; nie, ewig nicht werde ich aus dieserbeseligenden kirchlichen Gemeinschaft treten, woman auch im Jenseits noch in Liebe miteinanderverbunden bleibt und der armen Seele du^b Ge-bet und heilige Opfer gedenkt." HierauMnücktesie ihr Cruzifix au das Herz und rief aus voll innerenTrostes:Wie könnte meine Hand das Bild des Heilandesberühren, ohne daß mein Herz von Liebe zu ihm durchdrun-gen würde!" Muthig bestieg sie das Blutgerüst und em-pfing gottergeben den Todesstreich, da sie eben die Worte des30. Psalmes betete:Herr! in deine Hände empfehle ichmeinen Geist!" Siehe, so getrost kann der Katholik lebenund sterben, weil er weiß, daß er zur Gemeinschaftder Heiligen gehört!

Legende: Die heilige Mathildis, deutscheKaiserin, (ch 968.)

Der Gedanke, ein Glied in der Gemeinschaft derHeiligen zu sein, war für die heilige Mathildis, de-ren Fest auf den heutigen Tag fällt, nicht nur sehr tröst-lich, sondern auch ein Sporn zur Heiligkeit.Ich ge-höre zur Gemeinschaft der Heiligen," also sprach unddachte sie oft,also muß ich auch dahin streben, heilig zuwerden." Und was sie anstrebte, das erreichte sie auchwirklich mit der Gnade Gottes; sie wurde eine großeHeilige. Mathildis war die Tochter des Grafen Theo-dorich, eines mächtigen Fürsten der Sachsen. Da sie einetreffliche Erziehung genossen und von Jugend auf nurder Tugend und Frömmigkeit ergeben war," so erwählte