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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 1b. März,

sie der nachm, deut-sche Kaiser Hein-rich der Vogelfän-ger i. I. 913 zuseiner Gemahlin.Aber auch bei dieserhohen Würde bliebMathildis dieMutter der Armenund Leidenden, dasBeispiel der Got-tesfurcht und derehelichen Treue.In Glück und Un-glück zeigte sie sichgleich groß; dennsie war in allenStücken dem gött-lichen Willen er-> geben. Sterbend^ hob sie ihre Blickezum Himmel empor und schloß sanft ihre Augen i. I. 968Mi 14. März. Ihre Leiche wurde zu Quedlinburg ne-ben der des Kaisers beigesetzt.

Gebet. Herr, himmlischer Vater! mit dankbaremHerzen erkennen wir es, daß wir zur Gemeinschaft derHeiligen berufen sind; stärke uns, damit wir mit gleichemEifer, wie die heilige Kaiserin Mathildis, unser gan-zes Leben hindurch dahin streben, wirklich heilig undselig zu werden. Durch Christum unfern Herrn. Amen.

Bierundsiebenzigstes Lesestück.

Am Feierabende des 15. März.

Wer nicht zur Gemeinschaft der Heiligen gehört, und was wirhieraus lernen sollen.

Fr. Wer gehört nicht zu dieser Gemeinschaft derHeiligen?

Antw. Es gehören nicht dazu: 1) die Katholiken,die in schweren Sünden dahinleben, 2) die nicht der wah-ren Kirche angehören, oder auch 3) aus wichtigen Grün-den davon ausgeschlossen sind.

Belehrung. Es gehören nicht zur Gemeinschaft derHeiligen: 1) die Sünder, d. h. so lange sie Sünderbleiben. Zwar sind diese, wenn sie alle geoffenbarten Wahr-heiten glauben und der Kirche sich unterwerfen, noch Mit-glieder der Kirche (gehören ja auch die faulen und trä-gen Schüler zur Schule); allein sie gewinnen den Nutzennicht, welcher aus der Gemeinschaft der Heiligen fließt, wie

Mehler, Hausbuch.

ein todtes Glied vom Körper keine Säfte mehr nimmt undempfängt. Es gehören nicht zur Gemeinschaft der Hei-ligen 2) Diejenigen, welche von der katholischen Kirche ge-trennt sind, als: die Ketzer oder Irrgläubigen, welchedie Lehre der Kirche verlassen haben, und die Schismati-ker, welche sich von den Vorstehern, besonders dem Ober-haupte der Kirche lostrennen. Dieß ist Wohl ganz natürlich;denn wer kein Glied einer Stadt, einer Gemeinde ist, kannauch an den Gütern, Vortheilen und Nutznießungen dieserStadt oder Gemeinde keinen Antheil nehmen, eben so wenig,als ein vom Körper getrenntes Glied von ihm mehrKräfte und Säfte annehmen kann. 3) Es sind endlich nichtin dieser Gemeinschaft alle Jene, welche von der Kirche aus-geschlossen sind, die Excommunicirten, die wegen irgendeines großen Vergehens mit dem Kirchenbann belegt wurden.

Beispiel und Anwendung. Welch empfindsame Strafees sei, aus der Gemeinschaft der Heiligen ausgeschlossen zusein, das ersehen wir aus nachfolgendem Beispiele. KaiserTheodosius der Große ließ, durch sein heftiges Tempe-rament verleitet, in der Stadt Thessalonich, wo manseinen Statthalter ermordet hatte, auf der Stelle 7000Menschen enthaupten, Unschuldige mit Schuldigen ohne Unter-schied. Da er sich gerade zu Mailand befand, so hielt ihmder Bischof dieser Stadt, der heilige Kirchenlehrer Ambro-sius, in einem Briefe sein Verbrechen vor; aber Theodosiusschien sich nicht viel daraus zu machen. Bei der nächstenGelegenheit trat er, wie gewöhnlich, in die Kirche, um mitden übrigen Gläubigen die heiligen Geheimnisse zu feiern.Aber der heilige Ambrosius trat ihm in den Weg und sagte:„Fürst! du begreifest wohl die Abscheulichkeit deiner Sündenicht, da du es wagest, hieher zu kommen. Wie kannst dudich doch unterstehen, in das Heiligthum des schrecklichen Got-tes zu treten, und deine in das Blut der Unschuldigen ge-tauchten Hände auszustrecken, um den heiligen Leib JesuChristi zu empfangen? Entferne dich, Kaiser! und füge dochso vielen Todtschlägen, deren du dich schuldig gemacht hast,nicht noch die Sünde der Entheiligung des Hauses des Herruhinzu!" — Der Kaiser wollte sich entschuldigen durch dasBeispiel Davids, der ja auch so große Verbrechen begangenund doch Gnade gefunden habe; aber der heilige Ambro-sius antwortete ihm: „Bist du David gefolgt in der Sünde,so folge ihm auch in der Bußei" — Theodosius mußte dieKirche verlassen. Er zog sich in seinen Palast zurück undließ sich acht Monate lang nicht mehr sehen. Aber in derWehmuth des Herzens klagte er oft seine innere Qual demvertrautesten seiner Hofherrn, mit Namen Rufinus, indem erseufzte: „O kein Mensch mag es wohl erfassen, was ich inmeiner Seele leide!" — Als sich nun mittlerweile das Festder Geburt des Herrn nahete, überwältigte ihn die Sehnsuchtnach der Kirche. „Der Tempel des Herrn," rief er, „stehtdem geringsten meiner Unterthanen offen, und mir ist erverschlossen!" — Er bat den heiligen Bischof um Aushebungdes Kirchenbannes und that öffentlich Buße. — Ach! wie