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Am Feierabende des 11. März.
Sie steht schon über achtzehn Jahrhunderte, und noch immerhat sich dieser Ausspruch des Herrn als wahr erwiesen.Wunderschön schreibt in dieser Beziehung der heilige Chry-sostomus: „Der heilige Geist regiert die Kirche mit seinerGnade; daher wird sie nicht alt, nicht unterdrückt. . . .Christus hat gesagt: „Die Pforten der Hölle sollen sie nichtüberwältigen." Es könnte leichter Himmel und Erde zuGrunde gehen, als die Kirche. Sie wird angefochten, abernicht besiegt. Stürme erheben sich; allein sie sinkt nicht;die Fluchen bedecken sie nicht. Pfeile werden gegen sielosgeschossen, aber sie wird nicht durchlöchert; Maschinengegen sie aufgestellt, aber ihr Thurm geht nicht zu Grunde.Den Köcher wird der Teufel ausleereu, aber die Kirche dochnicht verletzen. So viele haben sie angegriffen, und Niemandhat sie besiegt. Sie leuchtet wieder schöner als die Sonne."
Beispiele und Anwendung. Eine fabelhafte Sageder Araber weiß von der großen Pyramide zu rühmen, daßdieselbe von den ägyptischen Königen vor der Sündflüth er-baut worden, und von allen menschlichen Werken das einzigegewesen sei, das die Fluth überdauerte. Ich kenne aber eineandere Pyramide, die noch unverwüstbarer ist, als jene; unddiese ist die apostolisch-katholische, also römische Kirche, welchegegen die furchtbaren Wogen der Arianischen und Nestoriani-schen Irrlehren, der Bilderstürmerei, des Islam, der Refor-mation und späterer, auf ihr Verderben gerichteten Bestrebungensich aufrecht erhalten hat.— Daher mußte selbst Napoleoneinst auf St. Helena den feierlichen Ausspruch thun: „Völkergehen vorüber, Throne stürzen zusammen — die Kircheallein bleibt stehen." — Welch ein tröstlicher Gedankeist dieß für jeden treuen Katholiken! Wenn wir oft sehenmüssen, wie unsere Heilige katholische Kirche von so vielenFeinden angegriffen und verfolgt wird, so können wir unsmit dem Gedanken trösten: „ Die Kirche kann zwar angefoch-
Mchler, Hausbuch.
ten, aber nicht besiegt wer-den; denn selbst die Pfortender Hölle können sie nicht über-wältigen."
Fr. Sollte man aber nichtmeinen, daß auch andere Re-ligionssekten z. B. die pro-testantische, die sich schnellund weithin verbreiteten, einWunder-Werk seien?
Antw. Durchaus nicht;denn die Gründe der schnel-len Verbreitung bei diesenSekten waren ganz andere,als bei der katholischen Re-ligion. Die Religion, welchedie Apostel lehrten, verbreitete sich allenthalben, obschonsie ihren Bekennen: die schwersten und strengsten Ver-pflichtungen auferlegte; das ist also ein Wunderwerk.Die Religion aber, die Luther und seine Anhänger lehr-ten, verbreitete sich so schnell und so weit, weil sie denSinnen schmeichelte und den sündhaften Neigungen desMenschen größere Freiheit gewährte. So z. B. lehrte Luther,daß das Fasten und andere Abtödtungen Nichts nützen,daß die guten Werke zur Seligkeit nicht nothwendig seien,daß man die Keuschheit nicht halten könne, und daß mit-hin auch den Priestern der Ehestand erlaubt sei; fernerhob er die Ohrenbeicht auf u. s. w. Da ist es alsokein Wunder, daß sich bei der verderbten Natur des Men-schen diese Lehre so schnell und weithin verbreitete.
Fr. Noch muß ich hier die endlich Frage beifügen: Wo-her kommt es denn, daß so viele Religionssekten entstehen?
Antw. Darüber dürfen wir uns nicht wundern;denn Christus und die Apostel haben es deutlich und oftgenug vorausgesagt.
Belehrung. So spricht z. B. Christus bei Matth.(24, 11.): „Und es werden viele falsche Propheten aufstchenund Viele verführen." Der heilige Paulus schreibt an Ti-motheus (II. 4, 3.): „Es wird eine Zeit kommen, da sicdie gesunde Lehre nicht ertragen, sondern nach ihren Gelüstensich Lehrer über Lehrer nehmen werden, welche die Ohrenkitzeln; und von der Wahrheit werden sie das Gehör abwen-den, zu den Fabeln aber hinwenden." Ja, Gott selbst läßtes zu, daß Sekten entstehen: 1) damit durch den Abfall,