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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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168
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168 Erstes Hauptstück. Von der Verbreitung und Erhaltung der Kirche.

kegende: Die vierzig heiligen Märtyrer.(1- 320.)

Diese tapfer» Kämpfer Christi wollten nicht bloßAnhänger der heiligen katholischen Kirche heißen, sondernauch in der That sein; daher opferten sie für dieselbe ihrBlut und Leben. Nachdem sie dem Kaiser Li ein insals tapfere und ausgezeichnete Soldaten treu gedient undmanchen Sieg erfochten hatten, siegten sie auch über sichselbst und bekannten sich freudig und unerschrocken alsAnhänger der heiligen katholischen Kirche oder der LehreJesu. Sie opferten den Götzen nicht, sondern verharr-ten standhaft in der Anbetung des Einen wahren Gottes.Weder durch Verheißungen, noch durch Drohungen konn-ten sie zur Verlängnnng ihres Glaubens gezwungen wer-den. Da ersann endlich der Statthalter Agricola einelangsame schreckliche Todesart, zu der er sie alle vernrtheilte.Sie wurden nämlich nackt der größten Kälte ausgesetzt undzuletzt verbrannt zu Sebaste in Kleinarmenien i. I. 320.

Gebet. Rüste uns ans, o Gott! mit christlicherStandhaftigkeit, damit auch wir mit gleichem Muthe un-fern heiligen Glauben bekennen, wie die vierzig heiligenMärtyrer, und uns nicht bloß damit begnügen, Katholi-ken zu heißen, sondern auch als Katholiken zu leben undzu sterben. Durch Christum unfern Herrn. Amen.

Siebenzigstes Lesestück.

Am Feierabende des 11. März.

Von der Verbreitung und Erhaltung der Kirche.

Fr. Wodurch erweist sich die katholische Kirche nochganz besonders als die wahre Kirche und als Gottes Werk?

Antw. Durch ihre schnelle Verbreitung undwunderbare Erhaltung, obschon sie mit gewaltigenFeinden nach Innen und Außen zu kämpfen hatte.

Belehrung. Die Predigten der Apostel hatten einenhöchst siegreichen Erfolg, so daß sich die christliche Kirche un-glaublich schnell über den ganzen Erdkreis verbreitete, obschonJuden und Heiden, Könige und Kaiser alles Mögliche tha-ten, um ihre Verbreitung zu verhindern, indem sie aus Haßdie Christen drei Jahrhunderte lang auf die grausamste Weiseverfolgten und nicht Martern genug ausfindig machen konn-ten (sieh die nachfolgenden Marterwerkzeuge), um die glaubens-treuen Christen zum Abfall zu zwingen. — Und als die Verfolgun-gen gegen die Kirche aufgehört hatten, traten neue, nichtminder mächtige und gefährliche Feinde gegen die heilige ka-tholische Kirche auf, die Jrrlehrer nämlich, welche sich vonder katholischen Kirche losrissen und eigne Gemeinden oderSekten bildeten. Während aber diese Sekten kamen undvergingen, blieb die katholische Kirche unversehrt stehen, festwie ein Fels mitten im stürmischen Meere; ihre Feinde gin-gen unter, sie aber stand unbesiegt da; nie wurde sie über-wältigt. Ebendieß ist aber ein neuer Beweis, daß die katho-lische Kirche die allein wahre sein müsse, da Gott selbstsie so wunderbar schützt und erhält, und wir müssen hierauszugleich erkennen, daß sie nicht Menschen-, sondern Gottes-werk sei.

Beispiel und Anwendung. Als man einmal dmgöttlichen Heiland vor den hohen Rath brachte und ihn ver-klagte, daß er eine neue Lehre vortrage, so that der Raths-herr Gamaliel den weisen Ausspruch: „Ist seine SacheMcnschenwerk, so wird es von selbst wieder zerfallen; istseine Lehre aber aus Gott, so können wir ihn nicht hindern."Seitdem Gamaliel dieses ausgesprochen hat, sind nun überachtzehnhundert Jahre verflossen und die Lehre Jesu bestehtnoch und ist in alle Welttheile verbreitet, ungeachtet allerVerfolgungen und Anfeindungen. Wir müssen also sagen,unsere Kirche ist Gotteswerk, sonst wäre sie schon langenicht mehr.

Fr. Woher wissen wir, daß die heilige katholischeKirche auch in Zukunft nicht überwältigt werden kann?

Antw. Wir wissen dieß ans den ausdrücklichen Wor-ten Jesu Christi, der gesagt hat: „Die Macht derHölle wird sie nicht überwältigen."

Belehrung. Die heilige katholische Kirche kann nieüberwältigt werden. „Das Schifflein der Kirche", sagt derheilige Anselm, „kann Wohl mit Wellen bedeckt werden;allein es kann, da Christus bei ihr ist, nicht untergehen."Christus selbst hat es ihr versprochen mit den Worten: „DieMacht der Hölle wird sie nicht überwältigen."