Am Feierabende des 10. März.
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Fr. Wie sollen wir nns nnn den Irrgläubigen ge-genüber benehmen?
Antw. Wir sollen ihnen stets mit aufrichtiger Liebebegegnen, durch erbaulichen Lebenswandel und durch Ge-bet zu ihrer Bekehrung beitragen.
Belehrung. Wahre, aufrichtige Liebe gewinnt amMeisten die-Herzen, und ein auferbaulicher christli-cher Lebenswandel überzeugt Andersgläubige am Meistenvon der Wahrheit unserer heiligen Religion; daher müssen wirihnen vor Allem mit aufrichtiger Liebe begegnen und ihnendurch einen frommen Wandel voranlcuchten. Ueberdieß hatauch das Gebet eine besondere Kraft, vorzüglich aber dasGebet, das wir für Andere aus christlicher Nächstenliebeverrichten; daher sollen wir für unsere irrenden Brüder auchfleißig zu Gott beten und zum Missionsverein, der es sich zurAufgabe macht, die Un- und Irrgläubigen zu bekehren, nachKräften unser Scherflein beitragen.
Beispiel und Anwendung. Liebevolles Betragen ge-gen Andersgläubige ist das vorzüglichste Mittel, sie von derWahrheit unsers Glaubens zu überzeugen und auf unsereSeite zu bringen. — In der ägyptischen Wüste, die von vie-len rechtgläubigen Vätern bewohnt war, lebte auch, wiewohlweit von ihnen entfernt, in einsamer Zelle ein Irrgläubiger;er war von der Sekte der Manichäer, die auch ihre Priesterund Einsiedler hatten. Der Manichäer wollte eine Reisemachen, verirrte sich in der Wüste, ward von der Nachtüberfallen und gelangte endlich zur Zelle eines der rechtgläu-bigen Väter. Er stand lange vor der Thüre, unentschlossen,ob er es wagen solle, um eine Nachthsrberze zu bitten. Al-lein die ungestüme Witterung und die Furcht vor den wilden
Thieren, deren Gebrüll er vernahm, ließen ihm keineWahl; schüchtern und leise klopfte er an. Der Recht-gläubige öffnete die Thüre und erkannte in ihm sogleichden berüchtigten Irrgläubigen, nahm ihn aber dennochfreundlich auf, führte ihn in die Zelle, setzte ihm vonAllem, was er in seinem kleinen Vorrathe an Lebens-mitteln hatte, reichlich vor, betete mit ihm zu Tische,aß mit ihm und bereitete ihm ein bequemes Lagerzur Nachtruhe. In der Nacht dachte der Manichäer'bei sich selbst: „ Dieser Mann kennt mich wohl; er hältmich für einen Irrgläubigen — und doch ist er soliebreich gegen mich! Bei den llnsrigcn wäre er wohlnicht so gütig ausgenommen worden. Er ist wahrlichein Diener Gottes; er zeigt cs durch die That. DieLiebe ist ja das sicherste Kennzeichen der wahren Jün-/ ger Jesu, das Jesus selbst angegeben hat. — AmMorgen fiel der Irrgläubige seinem Gastwirthe zu Füßenund sprach zu ihm: „Nun bin ich auch deines Glau-bens; laß uns Freunde sein!" Sie wurden Freunde,besuchten sich sehr oft und waren jedesmal selig inGott. — So ward durch Liebe eine Seele gewonnen,die durch Lieblosigkeit und rauhes Betragen in ihremJrrthume wäre bestärkt worden.
Fr. Dürfen wir aber deßhalb, weil wir Kinder derkatholischen, alleinseligmachenden Kirche sind, schon mitBestimmtheit hoffen und glauben, daß wir der ewigenSeligkeit theilhaftig seien?
Antw. O nein; wenn wir faule und todte Glie-der der katholischen Kirche sind, indem wir nur der Sündeleben, so können wir nichts Anderes, als nur die ewigeVerdammniß erwarten.
Belehrung. Ach, es gibt so viele faule und todteGlieder in der katholischen Kirche, die zwar Katholiken hei-ßen, aber nicht katholisch leben und sich so durch ihreSünden die ewige Verdammniß zuziehen. Ihnen gilt dasWort des Herrn (Matth. 8, 12.): „Die Kinder des Reicheswerden in die äußerste Finsterniß hinausgestoßen werden."
Beispiel und Anwendung. Es muß also dein eif-rigstes Streben sein, o Christ! katholisch zu leben; dennsonst nützt es dir Nichts, Katholik zu heißen, d. h. derkatholischen Kirche anzugehören. Alexander ber Großeerfuhr einmal, daß einer seiner Solvaten seinen Namenführe, aber in seinem Betragen ganz und gar kein Alexandersei. Ernsten Tones sprach er deßhalb zu diesem Feiglinge:„Lege entweder deinen Namen ab, oder handle eines Alexan-ders würdig!" Ebenso ruft uns auch unsere gemeinschaftlicheMutter, die heilige katholische Kirche, zu: „„Entweder legeden Namen „Katholik" ab, oder lebe als „Katholik!""Katholisch sein ist gut, katholisch leben noch viel besser; —Das Erste macht mich groß, das Zweite noch viel größer.Der Name nicht allein, das Leben macht mich selig.