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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
Entstehung
Seite
166
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Erstes Hüuptstück. Welche Pflicht Jene haben, die von der Kirche getrennt sind re.

ihr ihreKinder durchden Tod entrissenwurden. Nach demTodeihresGemahlstrat sie in den Or-den der Oblaten,den sie stiftete. DieFrauen dieses Or-dens werden Ob-laten genannt,weilsie den Eintritt inihren Orden Ob-lation (Opferung)nennen. Fran-ziska wurde nunallen Angehörigenihres Ordens einwahres Muster derFrömmigkeit undvollendete ihren tu-gendhaften Lebens-lauf im Jahre 1440,indem sie sich noch im letzten Augenblicke ihres Lebensüberaus glücklich pries, im Schooße der heiligen, allein-seligmachenden Kirche sterben zu können.

Gebet. Auch wir preisen uns glücklich, o göttlicherHerr und Heiland Jesus Christus! daß du uns in deinerunendlichen Erbarmung in den Schooß deiner heiligen,alleinseligmachenden Kirche ausgenommen hast; gib nur,daß wir in derselben auch fromm leben und selig sterben,wie deine heilige Dienerin Franziska, der du lebestund rcgirest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

„Man kann Gott nicht zum Vater haben," sagt der heiligeCyprian, „wenn man die Kirche nicht zur Mutter hat;"und der heilige Hieronymus setzt bei: „Wer immer dasLamm außer diesem Hause ißt, der ist profan — ein Unge-weihter. Wer nicht in der Arche Noes sich befindet, kommtin der hereinbrechenden Sündfluth um."

Fr. Gehen also alle Irrgläubigen, die von der Kirchegetrennt sind, ewig zu Grunde?

Antw. Wir müssen bei den Irrgläubigen unterschei-den zwischen verschuldetem und unverschuldetemJrrglaub en.

Belehrung. In verschuldetem Irrglauben leben,d. h. irrgläubig aus eigener Schuld sind: 1) Die-jenigen, welche die katholische Kirche kennen und von ihrerWahrheit überzeugt sind, aber in dieselbe nicht eintreten; 2)die sie, woferne sie forschen wollten, erkennen könnten, aberaus Gleichgiltigkeit oder andern strafbaren Beweggründen zu for-schen unterlassen. — Irrgläubig ohne ihre Schuldsinh Jene, welche die katholische Kirche nicht kennen, dabeiaber aufrichtig die Wahrheit suchen und indessen nach bestemWissen den Willen Gottes thun. Diese Letzter» bleiben, wennauch der sichtbaren Verbindung nach von der Kirche ausge-schlossen, dennoch dem Geiste nach mit ihr vereinigt, und ha-ben Antheil an ihren Gnaden. Indessen entbehren sie dochnoch gar mancher Heilmittel und Segnungen unserer heiligenReligion, z. B. des allerheiligsten Meßopfers, des wahrenAbendmahles, der priesterlichen Lossprechung, der heiligen Sterb-sakramente u. s. w.

Neunundsechzigstes Lesestück.

Am Feierabende des 10. Marz.

Welche Pflicht Jene haben, die von der Kirche getrennt sind, undwie wir uns gegen sie benehmen sollen.

Fr. Welche Bcrpflichtung legt die Wahrheit, daß diekatholische Kirche die alleinseligmachende sei, Jenen auf,die noch von der Kirche getrennt sind?

Antw. Die Verpflichtung, daß sie in dieselbe eintreten.

Belehrung. Da man nur in der wahren Kirche, inder katholischen, selig werden kann, so ist es für alle Jene,welche sich außerhalb derselben befinden, strenge und heiligePflicht, in dieselbe ciuzutrcten; denn wie Diejenigen, welchesich zur Zeit der Sündfluth nicht in der Arche Noe's befan-den, rettungslos zu Grunde gingen (sieh das nachfolgendeBild!); ebenso werden auch alle Jene zu Grunde gehen,welche sich nicht in der Arche der katholischen Kirche befinden.

Beispiel und Anwendung. Daß es wirklichschuldlos Irrende gibt, sehen wir aus folgendem Beispiele.Am Anfänge des fünften Jahrhunderts lebte in Marseille eindurch Wissenschaft und Beredsamkeit berühmter Priester, Na-mens Salvinus. In einem seiner Werke redet er vondem Glauben der Gothen und Vandalen, die alle in einerdamals sehr verbreiteten Ketzerei, dem Arianismus, ausge-wachsen und erzogen waren. Weit entfernt, sie Alle ohneAusnahme als gleich schuldig anzusehen, sagt er von ihnen:„Die Barbaren wissen Nichts, als was sie von ihren Leh-rern vernommen haben. Ihr ganzes Gesetz besteht in demempfangenen mündlichen Unterricht und in den überkommenenTraditionen. Sie sind zwar Häretiker (Irrgläubige), aberohne cs zu wissen. Ganz gewiß ist bei uns die Wahrheit,aber sie glauben, sie sei allein bei ihnen. So täuschen siesich ungeflissentlich. Welches wird am Tage des Gerichtesihre Strafe sein für diesen Jrrthum? Das weiß der gött-liche Richter allein." — So schreibt dieser christliche Lehrer.Hüte dich daher, mein Christ! über Andersgläubige irgend jeein verdammendes Urtheil zu fällen; dem Herrn allein über-lasse das Gericht!