Am Feierabende des 9. März.
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in ihrer Religion se-lig werden könne. —„Wenn das so ist,"sagte die Prinzessin,als sie die Entschei-dung vernahm, „sofindet kein Bedenkenstatt, und ich nehmemorgen den Glaubender römischen Kirchean, deren Theologennicht Gleiches von denProtestanten zugeben;denn in einer so wich-tigen Angelegenheitist der durch Eucrneigenen Ausspruchoffenbar mehr ge-sicherte Theil wohlder klügste." Ebendiese Sprache führteder Vater der Prin-zessin und trat wie sie zur römischen Kirche über. — Wie
müssen und können wir uns also nicht preisen, dauns die große Gnade zu Theil ward, Mitglieder der wahren,der alleinseligmachenden Kirche zu sein!
Fr. Welche Verpflichtung geht aber daraus für unshervor?
Antw. Die^ Verpflichtung, daß wir mit Leib undSeele an dieser Einen wahren Kirche hängen, ihr mitzärtlicher, kindlicher Liebe ergeben seien und uns stets alswahre Kinder derselben, als treue Katholiken beweisen.
Belehrung. Christlicher Leser! Du bist ein Mitgliedder wahren, alleinseligmachenden Kirche; freuedich dessen; ehre, achte, schätze, liebe aber auchdeine Kirche! Sei ihr ergeben mit zärtlicher, kindlicherLiebe, wie ein frommes Kind der beßten und liebreichstenMutter. Siehe nur, was dir deine heilige katholische Kircheist! Sie ist dir die sorgsamste, zärtlichste Mutter; ja, sie ist dirweit mehr als deine leibliche Mutter; denn diese hat dichzum Tode geboren, die Kirche aber zum Leben. , Die natür-liche Mutter konnte dir nicht mehr geben, als daß du dasKind eines Menschen geworden, die Kirche aber hat dich zueinem Kinde Gottes gemacht. Von deiner Mutter hast dunur Milch und Speise für deinen Leib erhalten, die Kirchelabt dich mit göttlicher Speise und tränkt dich mit dem aller-heiligsten Blute Christi. Darum ehre und liebe deine wahreMutter, die katholische Kirche, die, wenn dein Vater unddeine Mutter längst im Grabe ruhen, dich dennoch nicht ver-läßt und immer bestrebt ist, dich ewig glückselig zu machen!
Laß die Welt sagen, was sie will; du halte dich an die EineKirche. Dieß soll der Stern sein, der dich leitet; dieß dasZeichen, welches dich vergewissert; dieß das Band, welchesdich zu dem einzig wahren Ziel und Ende hinzieht! — Abernicht genug ist es, daß du deine heilige Kirche achtest undliebest, du mußt es auch durch deinen Lebenswandelbeweisen, daß du ein wahres Kind der katholischenKirche, ein treuer eifriger Katholik bist; das erstmacht der Mutter Freude, wenn sie sieht, daß das Kindgedeiht und gut anschlägt.
Beispiele und Anwendung. Als Muster und Vor-bild eines treuen und frommen Kindes der heiligen katholischenKirche begegnet uns unter unzählig Andern ganz besondersdie heilige Theresia in der Geschichte der Heiligen. Wieglücklich und selig fühlte sie sich im Schooße der heiligen ka-tholischen Kirche! Daher war sie ihr aber auch mit uner-schütterlicher Treue und Liebe zugethan. Oft rief sie aus:„O wie freue ich mich, ein Kind der katholischen Kirche zusein! Wie unaussprechlich theuer ist mir der Name eines ka-tholischen Christen, den ich trage! Heilige Kirche, du Brautdes Erlösers, du Mutter der Kinder Gottes, du Meisterinder Wahrheit, du Spenderin der Gnaden, du Schatzmeisterinder Erbarmungen Gottes, — nie werde ich Deiner vergessen!Eher möge mir die Zunge am Gaumen kleben, eher mögedie Rechte mir erstarren, als daß ich deiner Liebe, deinerTreue vergesse! Mein einziges Streben soll dahin gehen, deinewig dankbares und folgsames Kind zu sein." — Im Ster-ben hatte sie keinen süßern Trost, keine festere Hoffnung, alsdie Worte: „Ich sterbe als eine Tochter der katholischenKirche." O daß auch du, mein Christ! als eine treue Toch-ter, als ein treuer Sohn deiner heiligen katholischen Kircheleben möchtest, auf daß du einst im Sterben darin einengleich großen Trost findest, wie St. Theresia, oder wie jeneHeilige, deren Fest wir heute feiern, und die sich gleichfallsim Leben und Sterben als eine treue Tochter der Kirche be-währte; es ist dieß die heilige Franziska.
Legende: Die heilige Franziska, Wittweund Stifterin der Collatinerinnen oder Ob-laten. (fl 1440.)
Die heilige Franziska, eine edle römische Dame,gab sowohl durch die Erziehung ihrer Kinder, als auchdurch die eheliche Eintracht, in der sie mit ihrem Gemahlvierzig Jahre lang lebte, dem Adel das schönste Beispiel.Die verschiedenen häuslichen Unfälle, durch die sie derHerr prüfen und ihre Tugend vollends läutern wollte,ertrug sie mit christlicher Geduld; nicht im Mindestenverlor sie dadurch ihre Seelenrnhe; vielmehr sprach sieoft voll Ergebung mit dem frommen Dulder Job: „Gotthat es gegeben, Gott hat es genommen. Ich freue michdieses Verlustes, weil es der Himmel so gewollt hat.Was mir auch Gott zuschicken mag, stets werde ich sei-nen heiligen Namen loben und preisen." So dachte undsprach sie, als ihr Gemahl aus der Stadt verbannt, als