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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 7. März.

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Und dieser Katholik hat Recht, mein christlicher Leser! Dennalle Jahrhunderte bestätigen die Wahrheit dieses Ausspruchesmehr als zur Genüge; sie sagen es uns laut und deutlich,daß unsere heilige Kirche allgemein oder katholisch sei,und Deß wollen wir uns freuen und Gott ewig dafür danken!

Fr. Trägt endlich die römische Kirche auch das vierteMerkmal an sich? Ist sie apostolisch?

AntW. Ja; denn sie hat keine andere Lehre, keineandern Sakramente, keine andern Vorsteher, als die vonden Aposteln Herkommen.

Belehrung. Die Kirche ist apostolisch; denn 1)ihre Lehre stammt von den Aposteln; Alles, was wirvon der Gottheit, Dreifaltigkeit, Menschheit Christi, von denheiligen Sakramenten, vom Meßopfer, vom Fegfeuer re. wis-sen und glauben, das haben die Apostel gelehrt und Diejeni-gen, die mit ihnen gelebt haben; nach ihnen pflanzten ihrerechtmäßigen Nachfolger eben diese Lehre fort, so daß nochheut zu Tage die Lehre der katholischen Kirche apostolischist, weil sie von den Aposteln herstammt. Die Kirche istaber 2) auch deßwegcn apostolisch, weil wir, in ihr dieununterbrochene Reihenfolge haben von einem Bischof zumandern, von einem Papst zum andern, von Pius IX. bis zuPelrus. In Anbetracht dieser Apostolizität der katholischenKirche ruft Bossuet aus: „Was ist das nicht für ein Trostfür die Kinder Gottes, was ist das nicht für ein überzeugen-der Beweis der Wahrheit, wenn sie sehen, daß man von demgegenwärtigen Papste zu Rom ununterbrochen bis auf Petrus,welchen Christus zum Fürsten der Apostel eingesetzt hat, zu-rückgeführt wird! Welcher Zusammenhang! Welche Ueber-gabe! Welche bewunderungswürdige Folge!"

^ Beispiel und Anwendung. Neben einer katholischenNachbarin in Irland saß einst, (so erzählt vr. Ä- E. Veith,)eine Bürgersfrau anderer Confession und strickte. Wie nundie Frauen darin den Männern nicht nachstehen, daß sie mitbesonderer Vorliebe von solchen Dingen reden, die sie nichtauf's Beste verstehen, so gab auch Jene dem Gespräche einegewaltsame Wendung, fing etwas Neues an und sprach: „ Ichglaube keineswegs, daß euer jetziger Papst ein Nachfolger desPetrus sei." Die Nachbarin erwiderte die Rede mit demBekenntniß einer anderen Art von Unglauben. „Und ich,"sagte sie, „glaube nicht, daß der letzte Faden in deinemKnäuel einer und derselbe mit demjenigen sei, den du ebenum die Stricknadel gewunden hast." Die Gegnerin, die inden Sinn dieses Einwurfes»nicht einging, lachte über dieRede. „Wie wirst du mich," fragte Jene, „des Gegentheilsüberweisen?"— „Nichts leichter als das," erwiderte die An-dere: „Wickle den ganzen Knäuel auf, und du wirst finden,daß vom Ende bis zum Anfang nur ein und derselbe Fadensei." — „Wohl," erwiderte die Nachbarin: „wickle du ein-mal die Reihe der Päpste auf, und du wirst, bis hinauf zu

Mchler, Hausbuch.

Petrus, eine ununterbrochene Aufeinanderfolge finden." —Ja, mein Christ! lies nur die Kirchengeschichte nach, und duwirst finden, daß die katholische Kirche apostolisch ist, daßauf Petrus um das Jahr 66 Linus, auf diesen Kletusum d. I. 78, auf ihn Clemens I. i. I. 91, dann umd. I. 100 Evaristus, i. I. 109 Alexander I., daraufi. I. 119 Sixtus I. folgte, und so geht die Reihenfolgefort bis auf Pius IX. Wie die Päpste, so folgten auch dieBischöfe auf einander; daher schreibt der heilige Jrenäus:„Wir können Diejenigen hcrzählen, welche von den Apostelnals Bischöfe eingesetzt worden und bis zu uns die Nachfolgerderselben sind."

Legende: Der heilige Thomas von Aguin,Kirchenlehrer, (st 1274.)

Auf den heutigenTag fällt das Festeines heiligen Kir-chenlehrers, dervon Christus undseiner heiligen ka-tholischen unda p o st o l i s ch e nKirche mit solcherGelehrsamkeit n.wunderbarenSal-Luug geschriebenhat, daß ihm Chri-stus selbst vomKreuze herab zu-rief: „Du hast gutvon mir geschrie-ben, Th omas!"

Es ist dieß der hl.

Thomas vonAguin. Aus ei-ner hochadeligen Familie im Königreiche 'Neapel i. 1.1225geboren, erhielt er sein? erste Erziehung im Kloster auf demBerge Kassino. Gleich vortrefflich waren die Gaben seinesVerstandes wie seines Herzens. Als er sich entschloß, inden Predigerorden zu treten, fingen ihn seine Brüder aufdem Wege nach Paris auf und verwahrten ihn in einemihrer Schlösser. Aber weder Bitten noch Drohungenwaren im Stande, ihn in seinem Entschlüsse wankend zumachen. Mau zerriß ihm seine Mönchskleider; er wolltesich aber lieber mit den Stücken derselben decken, alsandere anziehen. Eine von seinen Schwestern, weicher-er durch Briefe gleiche Gesinnung beibrachte, wurde inder Folge Abtissin in dem Kloster zu Kapua. Im Um-gänge mit Gott, im vertrauensvollen Gebete fand er fort-während Kräftigung seiner Gemüthsruhe und der ausharren-den Geduld bei den vielen Kränkungen, die er erduldenmußte. Endlich ließ ihn die Mutter mittels eines vomFenster herabgelassenen Strickes bei der Nacht heimlichdie Flucht ergreifen. Auf solche Weise kam er im Jahre1244 nach Neapel wieder zurück. Von hier aus ging ernach Rom, Paris und Köln, wo er längere Zeit verweilte

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