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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 6. März.

die Hauptleute den Obersten, und diese dem Feldherrn unter-geordnet sind; dadurch wird die Kirche eine feste Kette, einewohlgeordnete, undurchdringliche Schlachtreihe, an der allefeindlichen Angriffe abprallen; dadurch endlich wird die Ein-heit und gute Ordnung in der ganzen Kirche aufrechterhalten.

Fr. Welche Pflichten gehen aus dieser kirchlichen Un-terordnung für die Gläubigen hervor?

Anlw. Alle jene Pflichten, die nothwendiger Weiseans den Vollmachten der geistlichen Vorsteher hervorgehen.

Belehrung. Wie schon öfter bemerkt, hat der göttlicheHeiland seinen Aposteln eine dreifache Vollmacht verliehen, 1)zu lehren, 2) zu opfern und die heiligen Sakramente auszu-spenden und 3) zu regiren. Hieraus nun ergibt sich für dieGläubigen die Pflicht, daß sie 1) Das, was ihre geistlichenVorsteher lehren und predigen, gerne anhören und treu be-folgen, 2) dem heiligen Meßopfer fleißig und andächtig bei-wohnen und die heiligen Sakramente eifrig und würdig empfan-gen, endlich 3) sich ihrer geistlichen Leitung in willfährigemGehorsame unterwerfen, dieselben als Abgesandte und Stell-vertreter Gottes hochschätzen und dankbar ehren und ihnenunerschütterlich treu anhangen.

Beispiel und Anwendung. Während der blutigenVerfolgung, die der grausame Huncrich, ein arianischer Fürst,gegen die Katholiken erregte, machten sich Personen jeden Al-ters und Standes durch ihren Muth und ihre Festigkeit imGlauben, sowie dnrch ihre Liebe und treue Anhäng-lichkeit an ihre geistlichen Vorsteher bemerkbar.„Das Volk," sagt ein Geschichtschreiber, „folgte den verbann-ten Bischöfen und Priestern nrit Wachskerzen in der Hand.Die Mütter trugen ihre Kinder in den Armen, legten sie dannden Bekennern zu Füßen und sprachen zu ihnen mit thronen-den Augen: Wem überlasset ihr uns, wenn ihr dem Mär-tyrertode zueilt? wer soll unsere Kinder taufen? wer soll unsBeichte hören? wer uns von unfern Sünden befreien? weruns nach dem Tode begraben? wer wird das heilige Opferfür uns darbringen? Ach, dürften wir doch mit euch gehen!"Welch eine rührende Treue, welch eine unerschütterliche An-hänglichkeit und Liebe zu den Vätern und Dienern der Kirche?Ach, wie selten ist sie in unfern Tagen geworden!

Legende: De rh eilige Friedrich, Abt. (fl 1070.)

Gar sehr beschämt uns in dieser Beziehung der hei-lige Friedrich, dessen Lebensgeschichte uns die Legendeam heutigen Tage erzählt. Dieser zeigte eine tiefe Un-terwürfigkeit, innige Hochachtung und Liebe gegen seinegeistlichen Obern, und obschon aus einer berühmten undvornehmen schwäbischen Familie entsprossen, zeichnete ersich dennoch durch kindlichen Gehorsam und tiefe Demnthaus. Man wählte ihn wegen seiner hervorragenden Tu-genden zum Abte des Klosters Hirschau im Württem-

bergischen. Als sol-cher war er einwahrer Jünger derLiebe gegen Gottund seine Mitmen-schen. Die Drang-sale, die er unver-dient wegen Ver-läumdungen still-schweigend ertrug,banden ihm denschönen Kranz, mitdem er sein Lebenheilig beschloß imJahre 1070.

Gebet. Heili-ger Friedrich, duMuster wahrerDe-muth und Unter-würfigkeit! bitte bei Gott für uns, damit auch wir intreuer Liebe und Ergebung unterthan seien den uns vonGott Vorgesetzen geistlichen Obern. Dnrch Christum, un-fern Herrn. Amen.

Fünsundsechzigstes Lesestück.

Am Feierabende des 6. März.

Die ersten zwei Kennzeichen der wahren Kirche: Einigkeit undHeiligkeit.

Fr. Wie viele Kirchen hat Christus gestiftet?

Antw. Christus hat nur Eine Kirche gestiftet.

Belehrung. Sowie Christus nur Einen Glaubengelehrt, nur Eine Taufe eingesetzt hat, so hat er auch nurEine Kirche gestiftet. Daher redet er stets und überallnur von Einer Kirche. So sagt er bei Matth. (16, 18.):„Auf diesen Felsen will ich meine Kirche (nicht Kirchen)bauen." Ebenso reden auch die Apostel nur von EinerKirche, für die sich Christus hingegeben hat. (Ephes. 5, 25.)Sie nennen die Kirche den Leib Christi; da aber Chri-stus nur Einen Leib hat, so hat er auch nur Eine Kirchegestiftet. In derselben Weise äußern sich auch alle heiligenKirchenväter. So schreibt z. B. der heilige Chprian: „Esist ein einziger Gott und ein einziger Christus und eineeinzige Kirche und ein einziger Stuhl, durch des HerrnWort auf den Felsen gegründet."

Fr. Läßt sich aber diese Eine Kirche leicht erkennen?

Antw. Ja; denn steift sichtbar, d. h. aus wahr-nehmbaren Zeichen leicht erkenntlich.