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Am Feierabende des 5. Man.
lest auch du, mein Christ! mit gleicher Entschiedenheit gegenalle Diejenigen auftreten, welche deine heilige Kirche oder ihreLehren und Einrichtungen beschimpfen und in den Koth hcr-abziehen wollen!
Legende: Der heilige Casimir, königlicherPrinz von Polen, (i 1483.)
Heute begegnetuns in der Legendeein wahres Mu-ster der Heiligkeit,ein Prinz von kgl.Geblüte, der sichwie durch jede Tu-gend, so insbeson-dere auch durchseine kindlicheLiebe und Un-terwürsigkeitgegen den rö-mischen Stuhlauszeichnete. Esist dieß der heiligeCasimir, SohnCasimirs III., Kö-nigs von Polen.Geboren den 5.Oktober 1458, be-rechtigte er schonin seiner frühesten Jugend zu den schönsten Hoffnungen;Unschuld, Andacht des Herzens? Eingezogenheit und ge-fällige Anmuth machten ihn schon als Knaben bei Gottund den Menschen beliebt. Und mit den Jahren nahmer auch immer mehr an Weisheit und Frömmigkeit zu.Mit einer wahrhaft kindlichen Liebe verehrte er die seligsteJungfrau Maria; ihr zu Ehren soll er jenen herrlichenLobgesang verfaßt haben, der mit den Worten beginnt:„AlleTage sing' und sage Lob Marien, du mein Mund!"und den er täglich abbetete. — Im Jahre 1471 wähltendie Ungarn den heiligen Casimir zu ihrem Könige.Gerne hätte er die ihm angebotene Krone ausgeschlagen;allein aus Unterwürfigkeit gegen seinen Vater zog er miteinem Kriegsheere ans, um das Recht seiner Wahl gel-tend zu machen. Sobald er aber erfuhr, daß der recht-mäßige König Ungarns mit 16,000 Mann ihm entgegen-ziehe, und daß Papst Sixtus IV. diesen Krieg miß-billige, so kehrte er nach Polen zurück, weil er das Blutseiner Soldaten nicht vergießen und in allen Stücken eingehorsamer Sohn des heiligen Vaters, desOberhauptes der heiligen katholischen Kirche, sein undbleiben wollte. — Von nun an entsagte er aller irdischenHerrlichkeit und übte sich nur in den Werken der Andacht,der Abtödtung und der christlichen Nächstenliebe, so daßman ihn mit Recht „einen Vater der Armen"nannte. Reich an Verdiensten starb er am 4. März 1483.
Gebet. Heiliger Casimir! erbitte uns bei Gott
die Gnade, daß wir uns als gehorsame Kinder der Kirchedem heiligen Vater zu Rom, als dem rechtmäßigen Nach-folger des heiligen Petrus willig unterwerfen, die Herr-lichkeiten dieser Welt verachten und nur die unvergäng-liche Herrlichkeit des Himmels zu erringen suchen. —Durch Christum unfern Herrn. Amen.
Vierundsechzigstes Lesestmk.
Am Feierabende des 5. März.
Die kirchliche Unterordnung (Hierarchie.)
Fr. Mußten auch die Apostel Nachfolger haben?
Antw. Ja, auch die Apostel mußten Nachfolger ha-ben, da das dreifache Amt, welches ihnen Christus über-tragen hatte, in der Kirche fortbestehen mußte.
Belehrung. Wie das Amt eines Kirchenobcrhauptes inder Kirche fortbestehen sollte, so auch das dreifache Amt,welches alleil Aposteln gemein war, nämlich das Lehr-, Prie-ster- und Hirtenamt. Nach Christi Anordnung aber mußtees von den Aposteln ans ihre Nachfolger übergehen und indiesen ununterbrochen fortdauern bis ans Ende der Welt; dennbei Uebertragung dieses Amtes sprach der göttliche Heiland:„Und sieh, ich bin bei euch bis an's Ende der Welt;" wasoffenbar nicht zu den Aposteln allein gesagt sein konnte,da sie ja nicht leben sollten bis zum Ende der Welt. So-mit beziehen sich diese Worte auf die Nachfolger der Apostel.
Fr. Wer sind die Nachfolger der Apostel?
Antw. Die Bischöfe, welche rechtmäßig geweihtund mit dem Kircheuoberhaupte, dem Papste, in Ver-bindung stehen. Darum konnte schon der heilige Cyprianausrnfen: „Den Aposteln sind wir nachgefolgt und regirendie Kirche Gottes mit derselben Gewalt."
Fr. Welche Gewalt haben sonach die Bischöfe?
Antw. Dieselbe Gewalt, wie die Apostel, zu lehren,zu opfern, die heiligen Sakramente ausznspcnden und dieKirche Gottes zu regiren, jedoch nur m i t und unte rihrem Ob er Haupte, dem Papste.
Belehrung. Als die rechtmäßigen Nachfolger der Apo-stel haben die Bischöfe auch dieselbe dreifache Gewalt, wiedie Apostel selbst, die Gewalt zu lehren, und zu predigen,das Opfer des neuen Bundes darzubringcn, die heiligen Sa-kramente auszuspendcn und die Kirche Gottes zu regiren, abernur mit und unter ihrem Oberhaupte, demPapst,indem jeder Bischof den ihm vom Papste angewiesenen Theiloder Sprengel der Kirche (Bisthum, Diözese) verwaltet, und