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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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154
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134 Erstes Hauptstück. Der römische Papst

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schlug und daselbst den Martertod erlitt; daher ist jeder rechtmäßigeBischof zu Rom (sieh das obige Bild!) Nachfolger des heil. Petrusin seiner ihm von Christus übertragenen Würde und Gewalt,und sonach auch der Erbe seines obersten Hirtenamtes, d. i.das sichtbare Oberhaupt der Kirche. Deßwegcn wurde derrömische Bischof von jeher der Bischof der Bischöfe, Hoher-priester, Statthalter Christi, das Oberhaupt der Kirche, hei-liger Vater, Papst (vom Worte kupa, Vater) genannt. —Die heiligen Väter sprechen cs deutlich aus, daß der Bi-schof von Rom rechtmäßiger Nachfolger des hei-ligen Petrus, und somit auch das rechtmäßigeOberhaupt der Kirche sei. So schreibt z. B. der hei-lige Cyprian: „Auf Petrus ist die gesammte Kirche derEinheit wegen gegründet. Dieser Apostel ist der Grundsteinund Mittelpunkt der ganzen Kirche. Seinen Vorrang hat erauf die römische Kirche übertragen; daher der bischöflicheStuhl derselben, der Stuhl Petri, die Kirche von Rom, dieerste und vornehmste ist. Mit ihrem Bischöfe müssen alle

- als der Nachfolger des heiligen Petrus.

Bischöfe in Verbindung stehen." — In ähnlicher Weisesprechen sich auch mehrere Kirchenversammlungen aus; soz. B. jene zu Florenz, welche sagt: „Wir entscheiden,daß der heilige apostolische Stuhl, der römische Papst,das geistliche Vorsteheramt über den ganzen Erdkreis habe,und daß er der Nachfolger des heiligen Petrus, des Apostel-fürstcn, der wahre Statthalter Christi, das Haupt derganzen Kirche, der Vater und Lehrer aller Christen sei."

Beispiel und Anwendung. Als während der Mi-letianischen Kirchenspaltung der heilige Hieronymus nichtwußte, auf welche Seite er sich schlagen solle, wandte ersich an den Papst, den heiligen Damasus, um bei ihmsich Raths zu erholen. — „Ich bin ein AbendmahlgenosseDessen," so schrieb er ihm, „der auf dem Stuhle des hei-ligen Petrus sitzt; ich weiß, daß die Kirche auf diesemFelsen erbaut ist... Wer das Lamm außerhalb diesesHauses ißt, der verunreinigt sich; wer sich nicht in dieArche Noas flüchtet, der kommt in der Sündflnth uni.Hier ist die Kirche in drei Theile zerrissen, deren jedermich auf seine Seite ziehen will. Ich weiß nicht, wo dieWahrheit ist; inzwischen schreie ich laut: „Dem, wel-cher auf dem Stuhle des heiligen Petrus sitzt,gehöre ich an." — So sollen auch wir als treue Ka-tholiken uns stets an den Nachfolger des heiligen Petrushalten und zur Zeit kirchlicher Wirren laut mit dem heiligenHieronymus ausrufen: „Ich gehöre Dem an, der auf,, rem Stuhle des heiligen Petrus sitzt."

Fr. Wozu soll uns diese wichtige Lehre anspornen?/ Antw. Zur innigen Verehrung und Liebe, sowie^ zur treuen Anhänglichkeit an den heiligen römischenStuhl, an den Statthalter Christi, an den heiligenVater zu Rom.

Beispiel und Anwendung. Als ein erhabenes Vor-bild und Muster in dieser Beziehung leuchtet uns voran jenerberühmte Irländer O'Connel, der mit so unerschrockenemMuthe für die Sache der heiligen katholischen Kirche in Ir-land stritt und kämpfte. Einst wurde er von Einem in spöt-tischer Weise ein Papist genannt, wodurch jener ihn beschim-pfen wollte. Da wendete er sich sogleich um und entgegnetemuthig: „Erbärmlicher, du glaubst mich zu beleidigen, wenndu mich einen Papisten nennst? Nein, du ehrest mich. Ja,ich bin ein Papist, d. h. mein Glaube geht durch eine unun-terbrochene Reihe von Päpsten hinauf bis auf Jesus Chri-stus. Also allerdings Papist. Hättest du nur einen Funkenvon meinem Sinn, du Kurzsichtiger! so würdest du begreifen,daß es in religiöser Beziehung besser ist, vom Papst als vomKönig, von der Tiara als von der Krone, von dem Bischofs-stäbe als vom Degen, vom Priestcrklcide als vom Weltrocke,von Concilien als von Parlamenten abzuhängen. Schämedich, weder den wahren Glauben, noch die rechte Einsicht zuhaben, und schweige!" — Das heißt ein treuer Anhängerdes Papstes und der heiligen katholischen Kirche sein. Möch-