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Am Feierabende des 4. März.
katholischen Kirche zu sein, wie die heilige Kaiserin Kuni-gunda, deren Fest auf den heutigen Tag fällt, und von deruns so viel Schönes erzählt wird in derLegende: Die heilige Kunigunde, Kaiserinund Jungfrau, (ff 1040.)
Diese große Dienerin Gottes war eine Tochter desGrafen von Luxemburg und vermählte sich nach dem Wunscheihrer Eltern mit Heinrich, dem Herzoge von Bayern,und nachmitligem deutschen Kaiser, den die Kirche gleich-falls unter die Heiligen zählt. Beide legten am Hoch-zeitstage das Gelübde jungfräulicher Neinigkeit ab. Sel-tene Demuth, anhaltender Gebetseifer, strenge Abtödtnng,mütterliche Sorgfalt für die Armen und Kranken, großeFreigebigkeit zur Beförderung der Verherrlichung Gottesglänzt besonders im Tugendkranze der jungfräulichen Kai-serin. Aber ihre Frömmigkeit sollte auch durch Trüb-sale, wie das Gold im Ferm, geprüft und bewährt wer-den. Schadenfrohe Verläumder verbreiteten das ärger-liche Gerücht, die Kaiserin habe die eheliche Treue ge-brochen, und wußten durch teuflische Einflüsterung sogardem Kaiser Argwohn beizubringen, so daß sich die Heiligezur Beseitigung des Aergernisses veranlaßt sah, ihre Un-schuld öffentlich nicht nur durch Worte, sondern nach denForderungen der damaligen Zeit auch durch die Feuer-probe darzuthun. Sich mit dem heiligen Kreuze bezeich-nend ging sie daher mit bloßen Füßen würdevoll überglühende Pflugeisen, mit Venen eine Strecke Wegs vonfünfzehn Schritten belegt war, ohne sich die Fußsohlen'auch nur im Geringsten zu verletzen. Kunigunde zeigteihr edles Herz dadurch, daß sie ihren Verläumdern groß-müthig verzieh. Ein Jahr nach dem Tode ihres Gemahls,bei welcher Gelegenheit erst das oben erwähnte Gelübdedurch den Kaiser selbst bekannt wurde, begab sich Kuni-gunde in das von ihr gestiftete Jungfranenkloster zu Kauf-
Mehl», Hausbuch.
ungen. Dort starb sie eines seligen Todes am 3. März1040. Ihre sterbliche Hülle wurde neben der ihres hei-ligen Gemahls in der von ihnen gebauten Domkirche zuBamberg beerdigt.
Gebet. O Gott, der du der heiligen Kunigundedie Eitelkeit alles Irdischen zu erkennen gegeben hast, ver-leihe uns auf ihre Fürbitte, daß auch wir die Eitelkeitaller irdischen Dinge erkennen und nur Dich und deineheilige Kirche lieben, die du auf den Felsen Petrus ge-gründet hast, der du lebest und regirest in Ewigkeit. Amen.
Dreiundsechzigstes Lesestück.
Am Feierabende des 4. März.
Der römische Papst — als Nachfolger des heiligen Petrus.
Fr. War auch nach dem Tode des heiligen Petrusnoch ein sichtbares Oberhaupt in der Kirche nothwendig?
Antw. Freilich; wie der Grundstein in einem Hausenothwendiger Weise bleiben muß, wenn cs nicht Zusam-menstürzen soll, so muß auch das sichtbare Oberhaupt inder Kirche fortbestehen.
Belehrung. Das sichtbare Oberhaupt ist das Funda-ment, der Grundstein, worauf Christus seine Kirche gegrün-det hat; wenn nun die Kirche, sowie Christus sie gestiftethat, immer fortbestehen sollte, so mußte 1) auch der Fels,das Fundament, worauf er sie gebaut, d. h. das sicht-bare Oberhaupt fortbestehen, welches er selbst aufgestellthatte, um die Kirche zu regiren; denn wie ein Gebäude Zu-sammenstürzen müßte, wenn man den Grundstein Herausrei-ßen würde; ebenso müßte auch die Kirche zusammenfallen,wenn man den Felsen, das Fundament, worauf sie ge-baut ist, hinwegnehmen würde. 2) Wenn schon ein sichtba-res Oberhaupt damals nothwendig war, als die Kirche nochklein, und keine oder nur wenige Irrlehren waren; um wieviel nothwendiger war nicht dasselbe späterhin, als die Kirchesich verbreitet, Irrlehren und Spaltungen sich vermehrt hat-ten, um den vielen Feinden gegenüber, welche die KircheChristi zu zerreißen drohten, die Einheit in derselben zu er-halten ?
Fr. Wer ist nun seit dem Tode des heiligen Petrusdas sichtbare Oberhaupt in der Kirche?
Antw. Der heilige Vater, der Papst, welcher derrechtmäßige Nachfolger des heiligen Petrus auf dem bischöf-lichen Stuhle zu Rom ist.
Belehrung. Das ganze Alterthum bezeugt es uns,daß der heilige Petrus seinen bischöflichen Sitz in Rom auf-
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