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Erstes Hauptstück. Von den außerordentlichen Gnadengaben und von den Früchten des hl. Geistes.
und begeisterten Predigten mehr als hunderttausend Lasterhaftebekehrte und gegen fünfundzwanzigtauseud Juden und achttau-send Türken für den christlichen Glauben gewann. — Durch dieGabe der Frömmigkeit und der Andacht zeichnetesich die heilige Rosa schon in ihrem zwölften Jahre auf eineglänzende Weise aus. Sie mochte wachen oder schlafen, arbei-ten oder ruhen, in der Kirche oder auf der Gasse sein, immerblieb ihr Geist bei Gott, ihn lobend und Preisend. Sie be-tete gewöhnlich an jedem Tage zwölf Stunden, und that esauch zur Zeit der bittersten Bedrängnis;. Während des Be-tend war sie für die Erde wie todt; sie sah nicht, sie hörtenicht; unbeweglich lag sie wie ein Fels auf den Knieen da.
Belehrung. Die letzte von den sieben Gaben des hei-ligen Geistes ist endlich die Furcht Gottes, welche be-wirkt, daß der Christ, wenn er auch auf den höchsten Gipfelder Vollkommenheit stände, sich dennoch in Anbetracht seinerSchwäche demüthigt, beseelt von der heilsamen, mit kindlicherLiebe vermischten Furcht, Gott zu mißfallen, ihn zu beleidi-gen, seiner Ungnade und Strafe zu verfallen. Wohl einemJeden, der diese Gabe der Furcht Gottes besitzt! In ihrsind alle andern enthalten; sie ist es, die den Menschen ge-recht und Gott wohlgefällig macht; denn „sie ist die Quelledes Lebens" (Sprüchw. 14, 27.), „der Anfang der Weis-heit." (Sir. 1, 16.) Mit dieser Gabe des heiligen Geisteswar erfüllt jener Heilige, dessen Fest wir heute feiern.
Legende: Der heilige Leander, Bischof vonSevilla, (ch 596.)
Der heilige Leander wurde zn Carthagena in Spa-nien von sehr ansehnlichen Eltern geboren. Anerkennendseine menschliche Schwäche, war er stets von der Furcht
Gottes, d. i. von heiliger Furcht durchdrungen, ermöchte etwa Gott beleidigen. Um den Gefahren derWelt zu entgehen, zog er sich schon in früher Jugend inein Kloster zurück, und wurde daselbst gar bald ein voll-endetes Muster der Wissenschaft und Heiligkeit. Nachdem Tode des Bischofs von Sevilla erwählte man ihndaher einstimmig zum Hirten der Kirche dieser Stadt.Nun eiferte er unablässig für die Ehre Gottes und fürdie Unterdrückung der arianischen Irrlehre, welcher da-mals die Westgothen in Spanien ergeben waren. Undwirklich gelang es ihm, den größten Theil der Arianerwieder in die wahre Kirche zurückzuführen; daher nennenihn die Spanier ihren Apostel. Nachdem er auf solcheWeise rastlos für die Ehre Gottes und seiner heiligenKirche gearbeitet hatte, entschlief er selig im Herrn imJahre 596.
Gebet. Sende uns, o heiliger Geist! deine siebenGaben, auf daß auch wir, wie der große Apostel Spaniens,St. Leander, rastlos arbeiten und wirken mögen fürGott und seine heilige Kirche. Durch Christum unfernHerrn. Amen.
Neunmidfünszigstes Lesestück.
Am Feierabende des 28. Februar.
Von dm außerordentlichen Gnadengabm und von den Früchtendes heiligen Geistes.
Fr. Hat der heilige Geist außer den bezeichnetensieben Gaben nicht auch oft schon außerordentlicheGnadengaben verliehen?
Antw. Ja, der heilige Geist hat den Aposteln, denersten Christen und gar oft auch schon andern auserwähl-ten Werkzeugen Gottes besondere Gnadengaben verliehen,als da sind: Die Gabe Wunder zu wirken, infremden Sprachen zu reden, und künftige Dingevorh erznsageu.
Belehrung. Wenn es sich um die Verbreitung deswahren Glaubens und des göttlichen Reiches auf Erden han-delte, so hat der heilige Geist gar oft jene Personen, die sichdie göttliche Vorsehung als besondere Werkzeuge hiezu auser-sah, mit außerordentlichen Gnadengaben ausgerü-stet. Dieß war z. B. der Fall bei den Aposteln, dieam Pfingstfeste in fremden Sprachen redeten, so daßein Jeder sie in seiner Sprache reden hörte (Apostelgesch.2, 4.), die Wunder wirkten, indem sie Kranke heilten(Apostelgesch. 3. u. 9.) (sieh das nachfolgende Bild), und selbstTodte erweckten, wie z. B. die Tabitha (Apostelgesch. 9.) und denEuthchus (Apostelgesch. 20.), die endlich auch künftige