Am Feierabende des 26. Februar.
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an's Ende der Welt lehrt, heiligt und regirt, und 2) inder Seele des Gerechten, indem er ihn erleuchtet,heiligt, stärkt und tröstet, weßwegen er auch Heilig-en ach er und Tröster genannt wird.
Belehrung. Der heilige Geist zeigt seine Wirksamkeitganz besonders 1) in der katholischen Kirche, der er amPfingstfeste gesandt worden ist, als er in Gestalt feurigerZungen über die Apostel herabkam (sieh das vorhergehendeBild!); und er zeigt diese seine Wirksamkeit vorzüglich da-durch, daß er die Kirche lehrt, heiligt und regirt.„Was die Seele dem Leibe des Menschen ist," sagt der hei-lige Aug ustin, „das ist der heilige Geist dem Leibe Christi —der heiligen katholischen Kirche; denn der heilige Geist thutdasselbe in der Kirche, was die Seele in den einzelnen Glie-dern des Leibes thut" (nämlich beleben, bewegen, lenken undleiten). 2) Wohnt und wirkt der heilige Geist besonders auchnoch in der Seele des Gerechten, indem er ihn er-leuchtet, heiligt, stärkt und tröstet. Mit Recht istdaher der heilige Geist in der Gestalt feuriger Zungenund im Sturmwinde erschienen; denn dieselben Wirkun-gen, die das Feuer und der Sturmwind in der Natur Her-vorbringen, bringt auch der heilige Geist in der Seele desMenschen hervor. Wie nämlich die Fenerflannnen mäch-tig um sich greifen, Alles entzünden und durchglühen, Unedlesverzehren, Edles reinigen, schmelzen und neu schaffen, so wirddurch die mächtigen Wirkungen des göttlichen Geistes dasMenschengeschlecht neu geschaffen. Und wie die Sturm-winde den Luftkreis von giftigen Dünsten reinigen, und dieMeere von Grund aufwühlen, damit nicht Alles in trägeRuhe und Fäulniß übergehe, Seuchen und Krankheiten Allesanstecken, was da lebt, so wird auch nur durch Gottes Geistdem Laster, dieser Pest im Reiche der Christen, gewehret.
Beispiel und Anwendung. Schon zur Zeit des hei-ligen Paulus brachte der heilige Geist die hier genanntenWirkungen in der christlichen Kirche, sowie in den einzelnenGemüthern der Gläubigen hervor. Die Einwohner von Co-rinth waren nämlich noch größtcntheils Götzendiener und alssolche den abscheulichsten Lastern ergeben; sie waren Ehebre-cher, Knabenschänder, Trunkenbolde, Verläumder u. s. w.Mehrere derselben aber hatten sich zum Christenthum bekehrt,und nun zeigte sich an ihnen die Kraft des heiligen Geistes;durch ihn wurden sie gereinigt, geheiligt und gerechtfertigt.Daher schreibt er an die Neubekehrten zu Corinth (1. Cor.K, 11.): „Dergleichen (Sünder) waren auch Einige von euch;aber ihr seid gereinigt, geheiligt und gerechtfer-tigt worden im Namen unsers Herrn Jesu Christi und imGeiste unsers Gottes." — „Siehe da, mein Christ!die Kraft des heiliges Geistes! (ruft uns der heilige Chry-
sostomus zu.) Siehe, wie der heilige Geist alle Sündenwegnimmt, und Diejenigen, welche früher durch ihre eigenenVergehen ganz erniedrigt waren, schnell wieder zur höchstenWürde erhebt! Denn durch den heiligen Geist erlangen wirVerzeihung unserer Sünden; durch ihn werden wir von allenFlecken der Laster gereinigt; durch seine Geschenke werden dieMenschen, welche sich von seiner Gnade leiten lassen, zu Engeln.So groß ist die Kraft des heiligen Geistes! Gleichwie dasirdische Feuer den weichen Thon in ein hartes Geschirr ver-wandelt; so macht auch das Feuer des heiligen Geistes, wennes eine wohlgesinnte Seele ergreift, diese stärker, als Eisen,wenn sie auch vorher weicher war, als Thon, so, daß dieSünde die jetzt stark gemachte Seele nicht mehr beschädigenkann. Der Mensch aber, der vor Kurzem noch von demSchmutze der Sünde befleckt war, wird durch die Gnade desheiligen Geistes Heller und glänzender, als die Sonne." Oköstliche und tröstliche Worte aus dem Munde eines so großenund heiligen Lehrers!
Fr. Kehrt aber der heilige Geist mit seinen über-natürlichen Gaben nndGnaden in der Seele einesjeden Menschen ein?
Antw. O nein, sondern nnr in einer Seele, dievon jeder schweren Sünde rein ist, und nnr so lange,als sie sich davon rein erhält.
Belehrung. „Der Geist Gottes," sagt die heiligeSchrift, „kehrt in einer boshaften Seele nicht ein," d. h.in der Seele des Sünders, sondern nur in einer Seele, dievon jeder schweren Sünde rein ist, und so lange, als sie sichdavon rein erhält; denn die Todsünde vertreibt den heiligenGeist und entheiligt den Tempel Gottes. Ebendeßwegen fügtder heilige Paulus den obigen Worten sogleich bei: „Wennaber Jemand den Tempel Gottes entheiligt, so wird ihn'Gottzu Grunde richten; denn der Tempel Gottes ist heilig, undder seid ihr." (1. Cor. 2, 17.) Von uns also hängt esmit ab, ob Gottes Geist in uns wohnen könne oder nicht;wir müssen nämlich unsere Seele von jeder schweren Sünderein machen, wenn sie damit befleckt ist, oder, wenn dieß mitGottes Hilfe nicht der Fall ist, sie davor rein bewahren; dannwird Gottes Geist bei uns einkehren und in uns bleiben.
Beispiel und Anwendung. Es geschah einst an einemPfingstsonntage, daß der selige Jordanns, Nachfolger desheiligen Dominicus, von seinen Genossen gebeten wurde,ihnen einige Worte der Erbauung mitzutheilen. Jordanus,der eben krank war und nicht viel zu reden vermochte, ließeinen Becher voll Wasser hereinbringen, den er vor ihrenAugen ausschüttetc und dann mit Wein füllte. Hierauf spracher: „Ihr begreift wohl, was dieß zu bedeuten habe. Solltedas Gefäß den Wein aufnehmen, so mußte ausgeleert wer-den, was es früher enthielt. Am heutigen Tage wurden dieApostel vom heiligen Geiste erfüllet, nachdem sie dem eigenen