139
Am Feierabende des 25. Februar.
doch Alle von dieser göttlichen Taube emportragen lassen zudm beseligenden Höhen des Himmels!
Fr. Wer ist der heilige Geist?
Ailtw. Er ist wahrer Gott, die dritte Person inder Gottheit, die da von Ewigkeit her ausgeht vom Va-ter und Sohn.
Belehrung. Der heilige Geist ist 1) wahrer Gott;daher wird er auch in der heiligen Schrift Gott genannt.So spricht Petrus zu Ananias: „Warum hat der Satandem Herz versucht, daß du lögest dem heiligen Geiste, undzurück behieltest von dem Werthe des Ackers? . . . NichtMenschen hast du vorgelogen, sondern Gott." (Apstgsch. 5,
3 u. 4.) — Es werden ihm göttliche Eigenschaften zugeschrieben,z. B. Allmacht: „Alles wirkt derselbe Geist" (1. Cor. 12,11.); Allwissenheit: „Der Geist durchschaut Alles" (I.Cor.2, 10.); Allgegenwart: „Der Geist des Herrn hat dieganze Welt erfüllt" (Weish. 1, 7.); Wahrhaftigkeit:„Der Geist der Wahrheit wird euch alle Wahrheit lehren."(Joh. 16, 13.) u. s. f. — 2) Der heilige Geist ist diedritte Person in der Gottheit, verschieden vom Va-ter und Sohn. Auch dieß erhellt ans der heiligen Schrift.„Ich werde den Vater bitten," sagt Christus, „daß er eucheinen andern Tröster sende, den Geist der Wahrheit, damiter immer bei euch bleibe." (Joh. 14, 16.) Hier ist offen-bar von drei verschiedenen Personen die Rede; der Vatersendet; der S o h n bittet; der heiligeGeist wird gesendet.—3) Der heilige Geist geht vom Vater und Sohnzugleich aus. „Die dritte Person stammt vom Vater undvom Sohne," sagt Tertullian, „wie die Frucht von derWurzel und vom Baume kommt; die Wurzel ist der Ursprung,welche den Baum gebärt; von der Wurzel und dem Baumegeht die Frucht hervor." Und Andreas von Kreta schreibt:„Denke dir einen Spiegel bei einer Wasserfläche gegen dieSonne gehalten, so daß die Sonne in dem Spiegel erscheintund zugleich aus dem Spiegel ihren Schein auf die Wasser-fläche wirst. Auf diese Weise wirst du drei Sonnen zugleichsehen: eine am Himmel, eine im Spiegel, eine im Wasser.Die erste hat ihr Licht von sich selbst, die zweite im Spiegelhat das Licht von der ersten, und die dritte im Wasser hatdasLicht von der ersten und zweiten. Ebenso ist auchder Vater von sich selbst, der Sohn vom Vater, und derheilige Geist vom Vater und vom Sohne zu-gleich." — Ebendieß war auch von scher die Lehre derheiligen katholischen Kirche in Betreff der Person desheiligen Geistes, indem sie im Glaubensbekenntnisse ausdrück-lich erklärt, „daß der heilige Geist, der Herr und Lebendig-
macher, der vom Vater und Sohne ausgeht, mit demVater und dem Sohne zugleich angebetet und verherr-nicht wird" (ämlich als gleicher Gott).
Beispiel und Anwendung. Zwei Patriarchen vonConstantinopel Photius (i. I. 866) und Cärularius(i. I- 1043) läugnetcn und bekämpften den Glaubenssatz derKirche, daß „der heilige Geist vom Vaterund vom Sohne ausgehe," und trennten sich dcß-halb vom römischen Papste und von der römisch katholi-schen Kirche. Alle Diejenigen, welche sich von der römischenKirche und ihrer Lehre nicht trennen wollten, wurden grau-sam mißhandelt oder in die Verbannung geschickt. Ans solcheWeise kündigten die Griechen in Constantinopel dem heiligenGeist den Krieg an, aber auch er ihnen. Die Strafe bliebnicht aus. Muhamed II. umschloß i. I. 1453 mit einemzahlreichen Heer die Hauptstadt Constantinopel. Nach denblutigsten Kämpfen kam es am 29. Mai desselben Jahres,wo gerade das heilige Pfingstfest einfiel, also am Tagedes heiligen Geistes, zur traurigen Entscheidung. Zweimal wurden die Türken zurückgcschlagen, aber beim drittenAngriff wurden sie Sieger. Der Kaiser Constantin, kämpfendin den Reihen, wirft seinen Purpurmantel von sich, stürztsich unter die Feinde, stirbt den Heldentod, und mit ihm fal-len die Edelsten der Griechen. Drei Tage dauerte das Mor-den, Rauben und Brennen; am vierten zog Muhamed ein,nahm den Palast des Kaisers in Besitz und verwandelte dieSophienkirche in eine Moschee. Seit diesem Tage sind dieGriechen von ihren Siegern hart bedrängt. — Siehe, meinChrist! so straft Gott Diejenigen, die so boshaft gegen denheiligen Geist sündigen.
Legende: Die heilige Walburga, Abtissin,(f 779.)
Eine fromme Verehrerin und Anbeterin des heiligen
18 *