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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
Entstehung
Seite
138
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138 Erstes Haiiptstiick. Der heilige Geist — als wahrer Gott und als die dritte Person in der Gottheit.

Wenn wir dem Fegfcncr und überhaupt den Stra-fen in der Ewigkeit entgehen wollen, so müssen wir lebenund arbeiten für Gott und Gottes Ehre, wie der heiligeApostel Mathias, dessen Fest auf den heutigen Tagfällt. Er war einer der 72 Jünger und ein sehr treuerund eifriger Anhänger seines Meisters. Nachdem Jesusin den Himmel aufgefahren war, kehrten die elf Apostelund die Jünger von dem Oelberge wieder nach Jerusalemzurück. Da versammelten sie sich stimmt der Mutter desHerrn und den übrigen frommen Anhängerinncn Jesuöfters in einem Hause, widmeten sich dem Gebete underwarteten die Ankunft des heiligen Geistes. Als sieeines Tages so in frommer Andacht beisammen waren,trat Petrus mitten in die Versammlung und stellte dieNothwendigkeit vor, an die Stelle des treulosen Judaseinen andern tauglichen Mann zum Apostel zu wählen,und zwar aus der Zahl Derer, welche die ganze Zeithindurch, da Jesus sein öffentliches Lehramt verwaltete,bis zu seinem Tode mit ihm Umgang gepflogen hatten,damit der Gewählte von Allem, was Jesus lehrte undthat, besonders von seiner Auferstehung, ein glaubwür-diger Zeuge sein könnte. Dieser Vortrag wurde vonallen Anwesenden gebilligt. Die Apostel brachten denBarsabas und Mathias in Vorschlag. Die ver-sammelte Gemeinde hielt beide für gleich würdig; deßhalbfiel ihr die Entscheidung, welcher gewählt werden sollte,zu schwer. Sie wendete sich daher im Gebete zu Gott,daß er sich selbst den Würdigsten auswählen wolle. DasLoos, das geworfen wurde, traf den Mathias, der durchseinen großen Eifer in dem apostolischen Berufe und durchseine besondere Treue die Verrätherei des Judas wiedergut machte. Nach dem Pfingstfeste fing er auch sogleichan, das Evangelium zu verkünden, und zwar zuerst imJudenlande, dann in Kappadozien, an den Küsten deskaspischen Meeres, und endlich im Mohrenlande; und anall diesen Orten gewann er unzählige Menschen für JesusChristus. Mathias ist um das Jahr 74 gesteinigt, undihm hernach das Haupt mit einem Beile abgeschlagen worden.

Gebet. Stehe uns bei, o Herr! auf daß wir, vongleichem Eifer beseelt, wie dein treuer Diener und Apo-stel Mathias, leben und arbeiten nur für dich unddeine göttliche Ehre und so den schmerzlichen Qualen desReinigungsortes entgehen mögen, der du lebest und re-glest in alle Ewigkeit. Amen.

Sechsmidfiiilszigstes Lesestück.

Am Feierabende des 25. Februar.

Achter Glaubensartikel:

„Ich glaube au den heiligen Geist."

Der heilige Geist — als wahrer Gott und als die dritte Personin der Gottheit.

Fr. Durch wen und wo wird nns das Werk derErlösung zugeeignet?

katholischen Kirche, welcher Christus ebendeßhalb den hei-ligen Geist verheißen und gesandt hat.

Belehrung. Durch das Werk der Erlösung hat unsChristus den Himmel geöffnet und durch seinen heiligen Wan-del hat er uns den Weg dahin gezeigt; nun aber brauchenwir einen Führer, um diesen Weg nicht zu verfehlen, undKraft und Stärke, um auf der Reise zum Himmel nicht zuermüden. Dieß Alles ist uns gegeben mit dem heiligenGeiste; darum folgt ans die Lehre von der Erlösung sogleichdie Lehre vom heiligen Geiste; denn ohne seine Gnade wür-den wir keine Frucht bringen zum ewigen Leben, wie dießder heilige JrenäuS so schön ausdrückt mit den Worten:„Wie die trockne Erde, wenn sie nicht befeuchtet wird, keineFrucht bringt, so werden auch wir niemals eine Frucht gött-lichen Lebens bringen ohne den Thau von Oben, ohne denheiligen Geist;" ja, nur zu wahr ist dieß; ohne den Bei-stand des heiligen Geistes wirst du dich, o Christ! nie undnimmer emporschwingcn können zur Höhe des Himmels.

Beispiel und Anwendung. Ein Kolibri, bekanntlichder kleinste unter allen Vögeln, sah oft zur glänzenden Sonneempor und wünschte ihren Glanz und ihre Pracht in der Nähezu beschauen. Doch so oft er sich emporschwang, so oft erim Fluge sich kühn versuchte — jedes Mal war sein Mühenvergebens; denn seine Kräfte reichten nicht aus, um eine sogewaltige Höhe zu erreichen. Betrübt flog er einmal auf undab, als ihm plötzlich ein Adler im Fluge begegnete. Sogleichschwang sich das arme, schwache Vögelein auf den Rücken desAdlers, und dieser trug es, seiner leichten Bürde nicht ein-mal bewußt, hoch empor zur majestätischen Sonne und brachtees so sicher und gegen jegliches Raubthier geschützt hin andas Ziel seiner Wünsche und Wonne. — Schwacher Mensch!dieses arme, schwache Vögclcin bist du! Deine Kraft reicht nichtaus, daß du dich erschwingest zur Sonne der Gerechtigkeit.Da kommt aber jene Himmelstaube (sieh das obige Bild!),der heilige Geist, herangeflogen und trägt dich, gesichertund geschützt gegen all' die Feinde deines Heiles, durch seinehimmlische Kraft auf den Flügeln seiner stärkenden Gnadehinan zum Ziele deiner Wünsche und Wonne. Möchten sich