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Am Feierabende des 24. Februar.
lichm Schrittes von einem Festmahle zum Sarge. Seine Seelewar der Stärkung sehr bedürftig; er kannte die völlige Rein-heit, welche der Himmel erfordert; in seinem Cultus aber fander keinen Mittelzustand zwischen Himmel und Hölle. SeineBesorgnis; wurde zur fürchterlichsten Augst; er hatte keine Ruhemehr; seine Tage waren voll Zerstreuung, seine Nacht ohneSchlaf, seine Gedanken ohne Hoffnung. Er nahm zusehendsab, und er stand dem Grabe nahe, dem Grabe seines Bru-ders, das er mit ihm gemeinschaftlich theilen sollte. — SeineFreunde drangen in seinen Arzt, ihm eine Reise anzuordnen,und der junge Schottländer besuchte, diesem Rathe folgend,den Continent. Ich war auf demselben Schiffe mit ihm; bald hat-ten wir ein Gespräch angeknüpft, und nach kurzer Berührungwaren wir aneinander gefesselt. — Nachdem wir ausgestiegenwaren, wohnten wir zusammen in demselben Gasthofe; nachwenigen Tagen entdeckte er mir den Grund seiner Traurigkeit,nämlich den Tod seines Bruders und seine Unruhe wegen ver-ewigen Bestimmung eines Wesens, das er so sehr liebte!.. . .„Ach!" sagte er an einem Allerseeleutage zu mir, „aus Liebezu meinem Bruder will ich euern Ritus annehmen! O ! wennich für meinen Bruder beten kann; dann werde ich wiederaufathmen, ich werde leben, um für Den täglich die Seligkeitim Himmel zu erflehen, welchen ich auf Erden so sehr geliebthabe!. . . Euer Cultus bewirkt, daß man sich auch nach demTode noch unterstützen kann; eure Gebete nehmen dem Grabesein furchtbares Schweigen; ihr verkehret noch mit Denen,welche aus dem Leben gegangen sind; ihr kennt die mensch-liche Schwachheit, jene Schwachheit, die kein Verbrechen,aber auch die Reinheit nicht ist; zwischen Himmel und Erdehat euch Gott einen Abbüßungsort geoffenbart. In ihmfindet sich vielleicht mein Bruder, ich will katholisch werden,um ihn daraus zu befreien, um mich hienieden zu trösten,um mir die Last zu erleichtern, die mich nicderdrückt; ich werdesie nicht mehr fühlen, wenn ich beten kann." — Er wurdekatholisch. — Siehe, mein Christ! wie tröstlich die Lehre unsrerheiligen katholischen Kirche vom Fegfeuer ist! — (Wie wirden armen Seelen im Fegfeuer zu Hilfe kommen können undsollen, wird bei der triumphirenden Kirche (Gemeinschaftder Heiligen) näher und ausführlicher besprochen werden.)
Fr. Wozu soll uns die wichtige Lehre vom Feg-feuer dienen?
Antw. 1) Zur bessern Erkeuntniß Gottes und 2)zur Wachsamkeit und Büßfertigkeit.
Belehrung. Die Lehre vom Fegfeuer gibt uns 1)Gottzu erkennen in seiner Heiligkeit und Gerechtigkeit,der selbst auch die Gerechten, wenn sie bei ihrem Hinscheideuauch nur mit der geringsten Makel behaftet sind, nicht vorseinem heiligen Angesicht in der Glorie des Himmels crschei-nen läßt; zugleich zeigt sie uns aber auch Gottes Liebeund Erbarmung, der seine Kinder nicht auf immer vonsich stößt, sondern selbst ihre Reinigung und Läuterung im Fegfeuerübernimmt, um sie auf solche Weise zum Eintritt in die ewige
Mehler, Hausbuch.
Herrlichkeit zu befähigen. Daher ruft die heilige Katharinavon Genna aus: „Wie elend wären wir und wie hilflos,wenn nicht Gott, der mit so unendlicher Güte für unsereHeilung sorgt, ein eigenes Krankenhaus für die Ge-brechen der Seelen gegründet hätte, nämlich das Feg-seuer!" — 2) Die Lehre vom Fegfcncr muß uns aber auchzur Wachsamkeit, zur Büßfertigkeit und über-haupt zu einem frommen Leben ermuntern, damit wirauf solche Weise dem schmerzlichen Feuer der Reinigung inder Ewigkeit entgehen.
Beispiel und Anwendung. Am Hauptfeste der Aller-seelenbruderschaft hielt ein sehr beliebter Prediger eine treff-liche Anrede au die zahlreich versammelte Pfarrgcmeindc. „Wasist wohl die Hauptsache für uns Alle bei der heu-tigen Feier?" Also hob er an zu fragen, und er fuhrfort: „Ist es etwa das Gebet für die Verstorbenen? oderdas heilige Meßopfer? oder die Communion? oder der Ablaß,so wir den armen Seelen heute aufopfern? — Q nein,"antwortete er; „das Alles ist es nicht; zwar ist dies; Allesschön und gut; aber die Hauptsache ist es nicht. — Und wasist dann die Hauptsache?" fing er wiederholt zu fragen an.In lautloser Stille und voll gespannter Aufmerksamkeit er-warteten die Zuhörer die endliche Lösung der wichtigen Frage;da sprach der Verkünder der göttlichen Wahrheit voll Ernstund Kraft: „Das, meine Theuern! ist die Hauptsache,das; wir fromm und heilig leben, damit, während wirfür die armen Seelen beten und sie aus dem Fegfeuer zu er-lösen suchen, wir nicht selbst hineinkommen." — Merke dirdas, mein Christ! Lebe heilig, damit du dereinst nicht dieschmerzlichen Qualen des Reinigungsvrws mit den armenSeelen im Fegfeuer theilen mußt!
Legende: Der heilige Mathias, Apostel.
(st um d.' I. 74.)
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