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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
Entstehung
Seite
129
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Am Feierabende des 21. Februar.

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„Wenn du deine Augen auf die Sonne richtest, so findestdu am Himmel ihre Scheibe; das Licht aber und ihre erwär-menden Strahlen sendet sie auf die Erde und verbreitet dadurchWärme und Fruchtbarkeit. So ist auch der Herr aufgefah-ren über alle Himmel und gesetzt über alle Gewalt, Herr-schaft und Macht; sein Auge aber hat er auf Die Herzen derMenschen in der Welt gerichtet, um Die, welche von ihmHilfeerwarten, dahin zu bringen, wo er selbst ist." — Ganz be-sonders ist aber der göttliche Heiland als Gott und Menschzugleich bei uns geblieben — im heiligsten Altarssakra-ment; da können wir ihn zu jeder Stunde finden und mitihm voll kindlicher Liebe reden und Trost und Ruhe bei ihmsuchen.

Beispiel und Anwendung. Vor dem Kaiser Ottoerschienen einst zwei Männer, die über den Besitz eines Ackersim Streite waren und wollten, daß der Kaiser darüber selbstentscheide. Da aber die Entscheidung sehr schwierig war, in-dem Beide sehr gewichtige Gründe vorbrachten, so machte es

Mchler, Hausbuch.

der weise Monarch kurz also. Er erlegte für den Acker selbst denSchätzungspreis und erkannte dann dem Einen den Acker zu,dem Andern gab er das Geld, und so gingen beide gleich-befriedigt von dannen. Aehnlich können wir uns vorstellen,daß einst Himmel und Erde um den Besitz Jesu stritten.Beiderseits wurden Ansprüche auf dieses unschätzbare aller-höchste Gut gemacht. Der Himmel forderte Jesnm als denSeinigsn zurück, weil er dorthin gehöre, wo er hergekommen;die Erde aber wollte ihn nicht von dannen lassen, weil erfreiwillig ein Erdensohn geworden, von der Erde Früchtensich genährt, und sie sein Blut getrunken und seinen Leib inihren Schooß ausgenommen hatte; der göttliche Fürst befrie-digte nun Beide vollkommen, indem er sichtbar in den Him-mel auffuhr, unsichtbar aber, doch ebenso wahrhaft mit Fleischund Blut, mit Leib und Seele, mit Gottheit und Menschheitauf Erden im heiligsten Altarssakramente zurückblieb. Sowienun die Bewohner des Himmels dem Allerhöchsten ewige An-betung darbringen und in seinem Genüsse selig sind, so sollenauch die Bewohner der Erde denselben im Tabernakelohne Unterlaß gläubig anbeten, und in der heiligen Com-munion würdig und dcmüthig genießen, und sie werden esdann Alle fühlen, daß uns Christus der Herr nicht verlassen hat.

Fr. Wer wird an der Erhöhung und Verherrlich-ung Christi Theil nehmen? Und wer nicht?

Antw. Nur Derjenige, der hienieden schon an derErniedrigung Christi Theil nimmt und auf Erden schonwie im Himmel lebt, wird an der Erhöhung und Ver-herrlichung Christi Theil nehmen, nicht aber der Stolze,der Hoffärtige, der Geizige, der Unzüchtige u. s. w.

Belehrung. „ Mit Christus wird nur derDemüthigezur Höhe emporsteigen," sagt der heilige Bernhard: „dennwer sich erniedrigt, wird erhöhet werden. Darum lasset unsdurch Demuth zur Höhe emporsteigen! Denn diese ist derWeg dazu, und es gibt keinen andern Weg, als Demuth.Wer anders geht, fällt vielmehr, als daß er anfsteige. DieDemuth allein ist es, welche erhöht und zum Leben führt." —Wer aber wird mit Christus nicht auffahren zur Herrlich-keit des Himmels? „Wir sollen wissen, meine Brüder!" ant-wortet hierauf der heilige Augustin, „daß mit Christusweder die Hoffart, noch Geiz, noch Unzucht, noch ein anderesLaster hinaufsteige; denn mit dem Lehrmeister der Demuthsteigt nicht hinauf die Hofsart, mit dem Urheber der Gütig-keit nicht die Bosheit, mit dem Sohne der Jungfrau nichtdie Unzucht."

Beispiel und Anwendung. Willst du also, meinChrist! mit deinem Heiland zum Himmel auffahren und dortan seiner Verherrlichung Theil haben, so demüthigedichund fahre oft im Geiste mitChristus in den Him-mel hinauf, auf daß du hier auf Erden schon wie imHimmel wandelst; daher ruft uns der heilige Paulus zu:

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