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Erstes Hanptstiick.
„Suchet, was droben ist, wo Christus ist, der zur RechtenGottes sitzt! Was droben ist, habet im Sinne, nicht wasauf Erden! . . . Unser Wandel soll im Himmel," soll nachder ewigen Heimat gerichtet sein, nicht mehr nach den ver-gänglichen und sündhaften Weltgcnüssen (Coloss. 3.) — Derheilige Makarius von Alexandrien lebte so, daß er mitChristus erhöht werden konnte. Er war ein Mann voll tie-fer Demuth. „Ich will mit Christus erniedrigt werden,"rief er bei allen Demnthignugen aus, die ihm nicht selten zuTheil wurden, „damit ich mit ihm auch erhöht werde." Seinganzer Wandel war überhaupt ein wahrhaft himmlischer, d.h.er lebte mehr im Himmel als auf der Erde; dort waren alleseine Gedanken und Liebesregungen. Ward er versucht, sichmit irgend etwas Anderem zu beschäftigen, so wandte er sichzu seiner Seele und sprach: „Hüte dich, meine Seele! vomHimmel auf die Erde hcrabzusteigen! Im Himmel findest dudeinen Gott und seinen ganzen Hof. Nur im Himmel wirdder Mensch erleuchtet, nur dort ist er in Sicherheit, wahr-haft glücklich, und liebt seinen Gott vollkommen." — Möch-ten wir Alle diesem schönen Beispiele Nachfolgen, auf daßwir auch einst an der Herrlichkeit des Herrn Theil neh-men dürfen.
Legende: Die heilige Eleonora, Königinvon England, (st 1292.)
Wie der heiligeMakarius, so lebteauch die hl. Eleo -n ora, Königin vonEngland, deren Na-me uns heute in derLegende begegnet,schon anfErden einwahrhaft hinnnli-schesLebcn; obschonKönigin, war siedoch voll tieferDemuth,ummitChristus demHerrn einst er-höht zu werden.Nach dem Tode ih-res Gemahls, Kö-nig Heinrich Hl.,trat sie im Jahre1273 in die Abtei Ambresbnrh, um daselbst ihrem Gottungehinderter dienen zu können. Durch ihr erhabenesBeispiel und ihren frommen Tugendwandel leuchtete sieallen ihren Mitschwestern voran. Nachdem sie volle neun-zehn Jahre im Kloster gelebt hatte, starb sic fromm undheilig, wie sie gelebt, im Jahre 1292, um einzngehen indie Freuden des Herrn.
Gebet. O Gott, du Spender alter Gnaden, ver-leihe uns Kraft und Stärke, auf daß unser Wandelschon hienicdcn sei wie im Himmel, und daß wir uns
Vom allgemeinen Gerichte.
vor dir demnthigen, wie die gottselige Königin Eleonora,damit wir einst erhöht werden und Theil nehmen ander Macht und Herrlichkeit deines göttlichen Sohnes,der da sitzet zu deiner Rechten und mit dir und demheiligen Geiste lebt und regirt in alle Ewigkeit. Amen.
Dreiundsiinfzigstes Lesestück.
Am Feierabende des 22. Februar.
Siebenter Glaubensartikel:
„Von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und dieTobten."
Vom allgemeinen Gerichte.
Fr. Welche tröstliche Versicherung gaben jene zweiEngel den Jüngern, welche ihnen sogleich nach der Him-melfahrt Jesu erschienen waren?
Alltw. Die tröstliche Versicherung, daß Jesus einstwieder kommen wird. „Dieser Jesus," also sprachen sie,„der von euch weg in den Himmel ausgenommen wor-den, wird einst ebenso wiederkommen, wie ihr ihn jetzthingehen sähet in den Himmel." (Apostelgesch. 1,14.)Fr. Warum wird Jesus wieder kommen?
Antw. Um zu richten die Lebendigen und die Tob-ten; daher lautet der siebente Glaubensartikel: „Vondannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen unddie Tobten."
Belehrung. Ja, Jesus Christus wird einstwieder kommen, und zwar als Nicht er. (Sieh das nach-folgende Bild!) Dieses hat er selbst mit klaren Wortenausgesprochen. (Matth. 24. u. 25. Kap.) Er gibt genaudie außerordentlichen Ereignisse an, die seiner Ankunft zu-nächst vorausgehcn werden, wie auch den Zweck seines Wie-derkommens, um nämlich über den ganzen Erdkreis Gerichtzu halten. Um nicht dem mindesten Zweifel an dieser Wahr-heit Raum zu lassen, bekräftigt er sie mit der Berufung aufseine unerschütterliche Treue: „Himmel und Erde werden ver-gehen, aber meine Worte werden nicht vergehen." — Ja,Jesus wird wiederkommen — das war auch derGlaube und die Predigt der Apostel des Herrn.Der heilige Paulus z. B. spricht zu den heidnischen Welt-weisen in Athen: „Gott fordert jetzt alle Menschen zur Busseauf; denn einen Tag hat er festgesetzt, an dem er die ganzeWelt richten wird durch einen Mann, den er hiezu bestimmtund durch die Auferweckung von den Tobten glaubwürdig ge-macht hat."— Und der heilige Johannes ruft allen Gläu-