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Erstes Hauptstück. Christi Macht und Herrlichkeit im Himmel.
vertheidigte. Aber gerade dadurch zog er sich die Un-gnade des mächtigen Reichsverwescrs zu, so daß er in'sElend verwiesen wurde. Getrost ergriff der heilige Bischofden Wanderstab, indem er sprach: „Wir sind ja allenur Pilger auf Erden; gerne ziehe ich vonOrt zu Ort — dem Himmel, meiner Heimat,zu, wohin mein Heiland mir vorangegangen."Nachdem er sechs Jahre in seiner Verbannung edelmüthiggelitten und geduldet hatte, starb er im Jahre 738 seligund gottergeben zu St. Tron im Lüttichischen.
Gebet. Göttlicher Heiland, der du uns in denHimmel vorangegangen bist, um uns daselbst eine Wohn-nung zu bereiten, gib, daß wir, wie der heilige BischofEucherius, die Erde nur als unsere Fremde, den Him-mel aber als unsre wahre Heimat betrachten mögen,damit wir aus allen Kräften auch dahin zu gelangenstreben, wohin du uns vorangegangen bist, der du lebestund regirest in alle Ewigkeit. Amen.
Zweiundfimszigstes Lesestück.
Am Feierabende des 21. Februar.
Christi Macht und Herrlichkeit im Himmel.
Fr. Wie wurde der göttliche Heiland von seinemVater im Himmel empfangen?
Antw. Mit unaussprechlicher Freude. Er ließ ihnPlatz nehmen zu seiner Rechten; daher heißt eS im apo-
stolischen Glaubensbekenntniß: „Er sitzet zur rechten HandGottes."
Fr. Was heißt das: „Er sitzet zur rechtenHand Gottes?"
Antw. Es heißt: Christus ist nun auch als Menschüber alles Erschaffene erhöht und nimmt Theil an derMacht und Herrlichkeit der göttlichen Majestät.
Belehrung. Der heilige Augustin schreibt: „DieEngel sind nur Diener Gottes; daher stehen sie umseinen Thron, bereit, seine Befehle zu vollziehen; Chri-stus aber ist der Sohn Gottes; daher sitzt er auf demThrone zur Rechten des Vaters." Mit diesen Wor-ten wird also angedeutet, daß Christus mit Gott dem Vaterlebt und regirt in der Herrlichkeit des Himmels ewiglich, in-dem er als Gott dem Vater gleich, als Mensch über Alleerhöht ist. Schon der heilige Paulus (Eph. 1, 20—21.)spricht dieß in folgenden Worten aus: „Gott hat Jesum vonden Todten auferweckt und zu seiner Rechten im Himmel ge-setzt über jede Oberherrschaft und Gewalt und Macht undHerrschaft und jede Würde, die genannt wird nicht nur indieser Welt, sondern auch in der zukünftigen. Alles hat erunter seine Füsse gelegt und ihn zum Haupte über seineKirche gesetzt." — Und der heilige Johannes Damas-cenus erklärt, um allen Mißverständnissen vorzubeugen, die-ses also: „Wenn wir sagen, Christus sitze zur Rechten Got-tes des Vaters, so geben wir nicht zu, daß die Rechte desVaters etwas Körperliches sei. Eine eigentliche rechte oderlinke Hand kommt nur Jenen zu, die auf einen Ort be-schränkt sind, nicht aber dem Unermeßlichen. Deßhalb be-zeichnen wir mit dem Ansdrucke der väterlichen Hand dieEhre und Glorie der Gottheit, in welcher der Sohn Gottesals der mit dem Vater gleich wesentliche Gott schon vonEwigkeit her war, von welcher er aber auch jetzt, da er Fleischwurde, leiblicher Weise Besitz genommen hat."
Fr. Hat uns Christus seit seiner Auffahrt in denHimmel hier auf Erden verlassen?
Antw. Nein; obschon er uns seine sichtbare Gegen-wart entzogen hat, so hat er uns doch nicht verlassen;denn er hat uns die Verheißung gegeben: „Sehet! ichbin bei euch alle Tage bis an's Ende der Welt."
Belehrung. Christus der Herr hat uns nicht verlassen;noch immer ist es seine Freude, unter den Menschenkindernzu sein. Seiner Gottheit nach ist er überall bei uns undwird es sein bis an's Ende der Welt. Der heilige Ma-karius versinnlicht uns die Sache in folgendem Gleichnisse: