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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 20. Februar.

Zesum Christum, den Gerechten; und dieser ist die Versöhn-ung für unsere Sünden." Und der heilige Paulus: „Nichtin das von Menschenhänden gemachte Heiligthum, welchesein Vorbild des wahren war, ist Jesus eingegangen, sondernin den Himmel selbst, um jetzt vor dem Angesichte Gottessür uns zu erscheinen." (Hebr. 9, 24.) Der heilige Tho-mas erklärt dieß noch ausführlicher mit den Worten: „DerSohn Gottes spricht für uns, indem er seinem Vater seineheilige Menschheit sammt allen Geheimnissen seines sterblichenLebens vorstellt, und ihm das Verlangen, das er nach unsererSeligkeit trägt, zu erkennen gibt."

Beispiel und Anwendung. Die heiligeMechtildisbetrachtete am Feste der Himmelfahrt Christi mit Wehmuthihren scheidenden Heiland und rief ihm gleichsam nach: „Herr!warum verläßt du uns?" Und es war, als ob ihr der gött-liche Heiland zuriefe: „Siehe, dadurch, daß ich in den Him-mel auffahre, bin ich geworden ein Anwalt der Menschenund ein Mittler bei meinem Vater. Wenn ein treuer Ver-walter sogleich die Einkünfte seines Herrn sammelt und merkt,daß seinem Herrn Etwas abgehe, so ersetzt er es von demSeinigen. Also auch ich. Alles Gute, das der Mensch thut,opfere ich meinem Vater hundertfältig, und was daran ge-bricht, ersetze ich von dem Meinigen, damit ich seine Seelemit unschätzbarem Reichthum meinem Vater in Gegenwartaller Heiligen überantworte." — O seliger Gedanke! Jesusist unser Sachwalter, unser Mittler und Fürsprecher beim Vater!

Fr. Welche Gesinnungen soll uns daher die Him-melfahrt des Herrn einflößen?

Antw. Freude, Vertrauen und Sehnsucht nach derHeimat dort oben.

Belehrung. Nun kann sich jedes Christenherz freuen;denn wir sehen, daß auf Leiden Freuden folgen. Christus,der alle Schmach und Pein und selbst den schmählichsten Todgelitten, fährt auf in den Himmel, um daselbst verherrlichtzu werden. So werden auch wir einst mit Christo verherr-licht werden, wenn wir hienieden mit ihm leiden. Aber auchmit kindlichem Vertrauen dürfen wir uns in körper-lichen und geistigen Nöthen und Anliegen an Jesum Christumwenden und zu ihm, wenn wir gesündigt haben, unsere Zu-flucht nehmen; denn er ist unser Fürsprecher und Mitt-ler beim Vater geworden. „Kindlein!" also ruft uns soliebvoll St. Johannes zu, „sündigt nicht; seid ihr aber sounglücklich gewesen zu fallen, so verzaget nicht; wir habeneinen Fürsprecher beim Vater, Jesum Christum, den Gerech-ten." Und der heilige Bernhard ermuntert uns zum innig-sten Vertrauen, indem er schreibt: „Wagst du es nicht, dichan Gott zu wenden, der da ist der Vater, so wende dich anJesum Christum, der uns als Mittler gegeben ist.

Was wird ein solcher Sohn von einem solchen Vater nichterlangen?" — Und wer soll sich endlich nicht vom Herzenhinaufsehnen zum himmlischen Vaterland, woJesus, unser erstgeborner Bruder, in der Herrlichkeit desVaters wohnt und auch uns Wohnsitze bereitet hat? WoGott, unser Vater, und Christus, unser Bruder, ist, da istunsere wahre Heimat.

Beispiel und Anwendung. In der Martyrerge-schichte des heiligen Pamphilus geschieht auch von mehrerenheidnischen Jünglingen Erwähnung, die sich vom Heidenthumezur beseligenden Lehre Jesu bekannten. Sie wurden baldals Christen erkannt und zu Cäsarea vor Gericht geschleppt.Als man sie unter Andern auch darum fragte: „Wo ihreHeimat, ihr Vaterland wäre?" antwortete Einer von ihnenim Namen Aller: „Der Himmel ist unser Vater-land; dort oben über den Sternen wohnt unser Gott undHeiland; er ist uns vorangegangen, um uns dort Wohnun-gen zu bereiten; wo also er wohnet, da ist auch unsere Hei-mat." Und Alle stimmten freudig ein und riefen: „Jawohl!dort oben ist unser Vaterland — dahin geht allein unserSehnen!" Und als man sie den fürchterlichsten Qualen aus-setzte, erhoben sie nur ihren Blick zum Himmel und sprachensich einander Trost zu durch die Worte: „Im Himmel istunser Gott und Heiland, im Himmel unsere ewige und herr-liche Heimat. Dorthin lasset uns ziehen und ewig dort ver-weilen!" — In diesem Gedanken sollst auch du, mein Christ!bei allen Leiden und Widerwärtigkeiten dieses Lebens Trostund Stärke finden; muthig und freudig sollst du zum Him-mel aufblicken und denken: „ Ich bin nur ein Pilger und Fremd-ling auf Erden; dort oben, wo mein Gott und Heiland weilt,da ist auch mir eine Stätte bereitet!" Beherzige oft dieMahnung des heiligen Paulus: „Werde demnach nicht müdeund laß den Muth nicht sinken, sondern blicke auf zu Jesus,der das Kreuz erduldete und nun zur Rechten des ThronesGottes sitzt." — Eben dieser Gedanke war cs, der in allenLeiden und Verfolgungen auch jenen Heiligen stärkte und er-muthigte, welcher uns heute begegnet in der

Legende: Der heilige Bischof Eucherius,(f 738.)

Er gehörte einer sehr vornehmen Familie zu Orleansan und genoß die sorgfältigste Erziehung. Eucheriusgedieh unter derselben zu einem herrlichen Baume imGarten Gottes; alsbald zeichnete er sich durch gründlicheKenntnisse und durch frommen Wandel vor allen seinenAltersgenossen aus. Da er die Nichtigkeit aller irdischenDinge erkannte, so begab er sich in die Einsamkeit; aberschon nach sechs Jahren zog ihn der damalige Reichsver-weser des großen Frankenreiches, Karl Martell, ausseiner Verborgenheit hervor und bestimmte ihn zum Bischofvon Orleans. Nun verdoppelte Eucherius seinen Eiferfür die Ehre Gottes und seiner heiligen Kirche; all seinereichen Einkünfte verwendete er zum Beßten der Armenund zum Wohle der Kirche, deren Rechte er gegen dieunerlaubten Eingriffe Karl Martells mit allem Nachdruck