126
Erstes Hauptstück. Christi Himmelfahrt.
suetus, immerdar Trost und Hilfe, Kraft und Stärkefinden mögen, der du lebest und regirest in Ewigkeit.Amen.
Eiiiimdsüllfzigstes Lesestück.
Am Feierabende des 20. Februar.
Sechster Glaubensartikel:
„Anfgefahren in den Himmel, sitzet er zur Rechten Gottes, desallmächtigen Vaters."
Christi Himmelfahrt.
Fr. Blieb der göttliche Heiland nach seiner Aufer-stehung noch lauge auf Erden?
Antw. Der göttliche Heiland blieb nach seiner Auf-erstehung noch vierzig Tage auf Erden und belehrte dieSeinigen über die Geheimnisse des Reiches Gottes.
Fr. Was geschah nach vierzig Tagen?
Antw. Da fuhr Jesus vor den Augen seiner Jün-ger durch eigene Kraft mit Leib und Seele in den Him-mel auf.
Belehrung. Der göttliche Heiland berief seine Jüngernach Jerusalem und begab sich von da mit ihnen nach Be-thanien. Dann führte er sie hinaus auf den Oelberg, umdort, wo er sein Leiden begonnen hatte, auch seine Verherr-lichung zu beginnen. Hierauf erhob er seine Hände undsegnete sie. Und es geschah, während er sie segnete, schieder von ihnen, und fuhr auf in den Himmel; eine Wolkeentzog ihn ihren Blicken. Und als sie ihm nachschauten, wieer in den Himmel fuhr, siehe! da standen bei ihnen zweiMänner in weißem Gewände, welche also sprachen: „IhrMänner von Galiläa! Was steht ihr da und schauet genHimmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmelausgenommen worden, wird ebenso wieder kommen, wie ihrihn sähet hingehen in den Himmel." — Hierauf kehrten siezurück nach Jerusalem.
Fr. Warum ist Christus in den Himmel aufgefahren?
Antw. 1) Um seinen vollständigen Triumph überTod und Hölle zu feiern und nach den vielen Leiden inseine Herrlichkeit einzugehen; 2) um uns daselbst eineWohnung zu bereiten; 3) um" uns den heiligen Geist zusenden; 4) um unser Fürsprecher und Mittler beim Va-ter zu sein.'
Belehrung. Christus ist also vornehmlich aus folgen-den vier Gründen zum Himmel aufgefahren: 1) um seinenvollständigen Triumph über Tod und Hölle zu
feiern und nach den vielen Leiden in seine Herr-lichkeit einzugehen. „Er erniedrigte sich selbst," schreibtder heilige Paulus (Phil. 2, 8—11.), „und ward gehorsambis zum Tode, ja bis zum Tode am Kreuze. Darum hatihn Gott auch erhöht und ihm einen Namen gegeben, derüber alle Namen ist, daß im Namen Jesu sich beugen alleKniee Derer, die im Himmel, auf der Erde und unter derErde sind rc." 2) um uns daselbst eine Wohnung zubereiten. „Ich gehe hin," sprach einst der göttliche Hei-land (Joh. 14, 2—3.), „für euch einen Ort zu bereiten.Und wenn ich hingegaugen sein werde, so will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, woich bin;" 3) um uns den heiligen Geist zu senden,wie dieß der göttliche Heiland wiederum selbst aussprach mitden Worten: „Ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut, daßich hingehe (zu Dem, der mich gesandt hat); denn wenn ichnicht hingehe, so wird der Tröster nicht zu euch kommen;gehe ich aber hin, so werde ich ihn zu euch senden." (Joh.16, 7.) Endlich 4) um unser Mittler und Fürspre-cher beim Vater zu sein. Darum schreibt der heiligeJohannes (1. Joh. 2, 1.): „Meine Kindlein! dieß schreibeich euch, damit ihr nicht sündiget. Wenn aber Einer ge-sündigt hat, so haben wir einen Fürsprecher beim Vater,