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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 19. Februar.

Antw. Wir sollen recht oft zu den Wundmalen Jesuunsere Zuflucht nehmen und in denselben gleichsam einenlieblichen Wohnsitz aufschlagen.

Belehrung. Der heilige Cyprian schreibt: „Dergöttliche Heiland hat seine Wundmale beibehalten, damit unsdurch die offene Seitenwunde der Eintritt in sein Herzerleichtert werde, in dem so süß und so vortheilhaft zu wohnenist." Im Kampfe wider den bösen Feind, die Welt und dasFleisch sollen wir daher unsere Zuflucht zu den WundmalenJesu nehmen; durch sie hat er gesiegt, durch sie wird erauch uns den Sieg verleihen; in seiner heiligen Scitenwundewird er uns schützen gegen alle Gefahren Leibes und derSeele. Wir müssen es machen wie der heilige Augustin,der von sich sagt: „So oft ich angefochten werde, nehme ichmeine Zuflucht zu den Wundmalen Christi und fliehe in dasHerz der Erbarmungen meines Gottes."

Beispiele und Anwendung. O wie süß und vor-theilhaft ist zu wohnen in den Wundmalen Christi! Als derheilige Graf Eleazarus einst gefragt wurde, wo er sicham Liebsten aufhalte, antwortete er: „Ich halte mich auf inden Wunden Jesu Christi; dort lebe ich fröhlich nach demWunsche meines Herzens, und begehre auch Zeit meines Lebenskeine bessere Wohnung auf Erden." — Aehnliches lesen wirvon der edlen und seligen, Maria Claudia von Pon-taliers aus Burgund. Als sie aus ihrem Vaterlandefliehen und in fremde Länder reisen mußte und gefragt wurde,ob sie nicht große Traurigkeit befallen hätte bei der Beur-laubung von ihren liebsten Freunden und Bekannten, die siein Burgund zurücklassen mußte, gab sie zur Antwort: „Seitich die allerheiligste Wohnung in den Wunden Jesu erwählthabe, habe ich auch Burgund, mein Vaterland und alle meineBekannte und Freunde darin gefunden, und zwar mit solcherWonne, daß ich auch nicht einmal eine halbe Stunde, jakeinen Augenblick eine Langeweile verspürte." — Dieß wissenwir auch von dem heiligen Bonaventura. Als er nochOrdensgeneral war, wünschte er keine bessere Zelle, und alser später Kardinal geworden, keinen andern Palast zu be-wohnen, als die allerheiligsten Wunden Christi. Er war indiese Wunden ganz in Liebe versenkt, und brach bei der Be-trachtung der Lanze in diese Worte aus: „O wie glückseligwar die Lanze, der erlaubt war, die heilige Seite Jesu und seinliebreiches Herz zu eröffnen! O wenn ich an der Stelle jenerLanze gewesen wäre, ich hätte mich nimmer zurückziehen lassen,sondern hätte gesagt: Dieses soll meine Wohnung in Ewig-keit sein; da will ich verbleiben; denn diese Wohnung habeich mir erwählt." — Wohl uns also, mein Christ! wenn wirrecht oft unsere Zuflucht zu den Wundmalen Christi nehmen;dort werden wir Kraft und Trost und Stärke finden! Weheaber den Sündern, die durch Unglauben und Unbußfertigkeitdas ganze Leiden und Sterben Jesu Christi an sich vergeb-lich sein lassen! Die Wundmale Christi werden am Tage desGerichtes ihre Ankläger sein; der göttliche Richter wird ihnen

selbe vorzeigen und ihnen zurufen: „Diese Wundmale warenlaute Zeugen für meine Gottheit; warum habt ihr dieß Zeug-niß verschmäht? Diese Wuudeu waren Quellen der reichlich-sten Gnaden; warum habt ihr nicht aus ihnen geschöpft?Diese Wunden waren Zufluchtsstätten für die Sünder; warumhabt ihr euere Zuflucht nicht zu ihnen genommen? Seht dieseWunden sind zugleich euer Werk; durch euere Sünden habtihr sie geöffnet; darum betrachtet mich, den ihr gekreuziget;schauet die Wunden, die ihr geschlagen, erkennt die Seite, dieihr durchbohrt! Durch euch und für euch ist sie geöffnet, undihr wolltet nicht eingehen!" Ucberhöre, o Christ! überhöre,o Sünder! die ernste Sprache deines Heilandes nicht!

Legende: Der heilige Bischof MausuetuS.

(--- 680.)

WM

MM

KD

Der heilige Mansuetus, dessen Lebeusgeschichteuns am heutigen Tage die Legende erzählt, war von Ge-burt ein Römer und wurde wegen seiner vortrefflichenEigenschaften auf den bischöflichen Stuhl in Mailand er-hoben. Am Liebsten hielt er sich auf in den WundmalenJesu, und am Herzen seines göttlichen Heilandes fand erin allen Anliegen und Trnbsalen dieses Lebens Kraftund Stärke. Ans solche Weise machte er die erstaunlich-sten Fortschritte auf dem Wege der Tugend und Voll-kommenheit und zeichnete sich durch außerordentliche Kennt-nisse in den göttlichen Wissenschaften aus. Er starb reichan Tugenden und Verdiensten, nachdem er nenn Jahrelaug in seinem Bisthume segenreich gelebt und gewirkthatte, um das Jahr 680.

Gebet. Göttlicher Herr und Heiland, Jesus Chri-stus ! in allen Leiden und Trübsalen dieses Lebens wollenwir unsere Zuflucht zu deinen heiligen Wundmalen neh-men; gib, daß wir darin, wie dein treuer Diener Man-