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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Erstes Hauptstück. Die Wundmale Christi.

Heiland von den Tcdten auferstanden ist, stirbt er nichtmehr; der Tod herrscht nicht mehr über ihn." — Er istauferstanden 3) als Ueberwinder der Welt, des To-des und der Hölle; und darum trägt er die Siegesfahnein der Hand. Endlich ist er auferstanden 4) geziert mitden fünf Wundmalen.

Fr. Warum hat Christus auch nach seiner Aufer-stehung noch seine Wundmale beibehalten?

Antw. Er hat dieß gethan: 1) zum Beweise, daßer mit eben demselben Leibe, in dem er gelitten, aufer-standen ist; 2) zum Zeichen seines Sieges über die Hölle,3) zu einer verborgenen Zufluchtsstätte für die Büsserund für die Gerechten, endlich 4) um diese Wundmaleam Tage des Gerichtes zum Tröste der Gerechten undzur Beschämung der Gottlosen vorzuzeigen.

Belehrung. Aus vier sehr wichtigen Gründen alsohat der göttliche Heiland seine Wundmale beibehalten: 1)zum Zeichen seines Sieges über die Hölle. „ImHimmel," sagt der heilige Thomas, „trägt er die Wund-

male als seine Siegeszeichen immer mit sich. Wie ein sei-denes Kleid, wenn es mit farbigen Figuren durchwebt ist,besser schimmert, so strahlen die Wunden Jesu, wie in einemKleide in seiner Menschheit und geben dadurch ihre innereSchönheit kund." — Er hat sie beibehalten 2) zum Be-weise, daß er mit eben dem Leibe, in dem ergelitten hat, auferstanden ist; daher sprach er zuThomas: „Lege deinen Finger herein, und sieh meine Hände,und reiche her deine Hand und lege sie in meine Seite, undsei nicht mehr ungläubig, sondern gläubig." (Joh. 20.)Der Herr behielt seine Wundmale bei, 3) um dem Büsserund dem Gerechten darin eine Wohnstätte zubereiten, damit Ersterer daselbst den Honig der Barm-herzigkeit und Letzterer die Süssigkeit der Liebe koste; endlich4) um diese Wundmale am Tage des Gerichteszum Tröste der Gerechten und zur Beschämungder Gottlosen vorzuzeigen. Da wird alsdann imHinblick auf die Wundmale Christi der Gerechte mit demheiligen Augustin ausrufen können: „O Herr! blick gnä-dig hin ans die Wunden deiner Hände; sieh in deine Händehast du mich geschrieben; lies die Schrift und rette mich!"Für den Gottlosen aber werden eben diese Wundmale einGegenstand des Schreckens und der Beschämung werden, daer sie im Leben verachtet und zu ihnen nicht seine Zufluchtgenommen hat.

Beispiel und Anwendung. Von jeher war es beiden Völkern Sitte, daß die Ahnherren adeliger Familien inihre Wappenbilder und Insignien die Dcnkzeichen irgend einesruhmvollen Werkes aufuahmen, das ihr Leben bekränzte. Soerzählt die Sage von Gottfried dem Rauhen, Grafe»von Barcellona, daß er, nachdem er an Ludwigs desFrommen Seite mit Muth und Glück gegen die Saracenengefochten, dem Könige sein vergoldetes Schild dargereicht habe,damit ihm dieser die Erlaubuiß verliehe, ein Wappenzeichendarauf zu führen. Wie nun der König ihn ganz mit Wun-den bedeckt sah, aus denen das Blut noch quoll, tauchte er,ohne Etwas zu sagen, vier Finger seiner Hand in des tapfernKriegers Blut, fuhr damit über die blanke Fläche des Schildeshin und zeichnete somit vier rothe Linien auf den Schild,welche fortan das Wappenbild der Grafen von Barcellonablieben. Auf ähnliche Weise — sofern es erlaubt ist, irdischeDinge mit himmlischen zu vergleichen — behielt der Retterdes Menschengeschlechtes, der Obsieger über Hölle und Tod,seine Kreuzeswunden bei, damit sie das Wappenbild und dieGlorie aller jener Christen blieben, die zu den Seinigen sichzählen, und die es noch wissen und beherzigen, daß sie auSGnade von ihm das Erbe des Lebens empfangen haben unddurch ihn es ewiglich besitzen sollen.

Fr. Da der göttliche Heiland seine Wundmale nuraus Liebe zu uns beibehalten hat, was sollen wir thun?