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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Erstes Hauptstück. Die Auferstehung Christi; ihre Unläugbarkeit.

Wächtern in die Stadt und verkündigten den HohenpriesternAlles, was sich zugetragen hatte. Und diese versammelten sichmit den Aeltcsten, hielten Rath und gaben den Soldaten vielGeld und sprachen: „Saget: seine Jünger sind bei der Nachtgekommen und haben ihn gestohlen, da wir schliefen! Undwenn dieses dem Landpfleger zu Ohren kommen sollte, sowollen wir ihn bereden und euch sicher stellen." Sie nah-men an das Geld und thaten, wie man sie unterrichtet hatte,und es verbreitete sich diese Sage unter den Juden bis aufden heutigen Tag.

Fr. Ist also Christus wirklich auferstanden? Undworaus ersehen wir dieß?

Antw. Ja, Christus ist wahrhaft auferstanden;wir ersehen dieß daraus, weil den Juden ihre Wacheund ihr Stein Nichts half, und weil er seinen Jüngernwiederholt erschien, mit ihnen aß und trank re., und demThomas sogar seine Wundmale zeigte. (Joh. 20, 24. re.)

Belehrung. Wohl keine unter allen Wahrheiten un-sers Glaubens ist durch so evidente und unwiderlegliche Be-weise dargethan, wie die Auferstehung des Herrn. Auf dieserWahrheit beruht aber auch die ganze Grundfeste des Chri-stenthums. Es sah Gott wohl voraus, daß man daran rüt-teln werde, um diese Grundfcste und mit ihr das Christen-thum selbst zu stürzen; und gerade deßhalb sollte die Aufer-stehung über allen Zweifel erhaben sein. Zeugniß für dieselbe gibtvor Allem das leere Grab, welches bis zu jener himmli-lischen Erscheinung fest geschlossen, versiegelt und stark bewachtwar, so daß es nur auf wunderbare Weise, wenn Jesuswirklich vom Tode auferstand, leer werden konnte. Ein an-deres Zeugniß dafür gaben die Engel, die den frommenFrauen, welche am Sonntag Morgens das Grab besuchten,erschienen, und die Auferstehung Jesu ausdrücklich verkündig-ten. Zeugniß für die Auferstehung gaben ferner die FreundeJesu, die den Wiedererstandenen so oft gesehen, mit ihmgesprochen, gegessen, zum Theil sogar mit eigener Hand seineWundmale berührt hatten. Jesu Auferstehung bezeugen auchdie vielen und großen Wunder, welche die Apostelnachmals im Namen des Erstandenen und zur Bestätigungdieser Thatsache gewirkt, so wie die unsäglichen Mühen undLeiden, die sie für den Glauben und die Verkündigung derAuferstehung bis an ihr Ende erduldet haben. Endlich mäßensogar die Feinde Jesu seine Auferstehung gerade dadurchbekräftigen, daß sie zur Widerlegung derselben mit allemScharssinn nichts Anderes vorzubringen wissen, als was be-stochene Wächter im Schlafe gesehen haben sollten. Es istalso jeder vernünftige Zweifel an der Auferstehung Jesu für

immer ausgeschlossen, und mit heiliger Freude wollen wir je-des Osterfest, und jeden Sonntag feiern, wo uns die Kirchean diese trostvolle Wahrheit erinnert. (Vgl. die Schule derchristl. Relig. Jesu Christi.)

Beispiel und Anwendung. In der Lebensgeschichteder Heiligen und Blutzeugen Gottes begegnen uns unzähligeGlaubenshelden, welche mit Gut und Blut diese Grundwahr-heit von der Auferstehung des Herrn bekannten und verthei-digten. Von allen diesen glänzenden Zeugnissen nur eines!Zur Zeit der Verfolgung des Kaisers Maximian besuchte einchristlicher Feldherr, Namens Victor, von Haus zu Hausdie Brüder, um sie zur Verachtung des Todes zu erm'ahnenund ihnen die Sehnsucht nach den ewigen Gütern einzuflößen.Bei diesem eines Streiters Jesu Christi so würdigen Werkezu Marseille ergriffen, wurde er vor den Richter geführt,der ihm vorstellte, wie thöricht es sei, die Frucht seiner Dienstesammt der Gunst seines Fürsten durch Anbetung eines tob-ten Menschen zu verlieren. So nannte der Richter JesumChristum. Victor erwiderte ihm: „Ich entsage allen Vorthei-len, deren ich nur dadurch theilhaftig werden kann, daßich Jesu Christo, dem einzigen Sohne Gottes, untreu werde,welcher sich erniedrigt hat, zu unserm Heile Mensch zu wer-den und zu sterben, der aber nach seinem Tode wie-der auferstanden ist und mit seinem himmlischen Vaterregiert, dem er in Allem vollkommen gleich ist." — EinigeTage nachher wurde Victor enthauptet. — So fest muß auchdein Glaube sein, o Christ! au die Auferstehung des Herrn;denn auf dieser Wahrheit beruht die ganze Grundfeste desChristenthums.

Fr. Warum beruht auf dieser Wahrheit von der Auf-erstehung Christi die ganze Grundfeste des Christenthums?

Antw. Weil aus der Auferstehung Christidie wichtige Lehre folgt, daß Christus wahrhaftGott und unser Erlöser ist.

Belehrung. Mit dieser wichtigen Lehre, daß Christusauferstanden ist, steht oder fällt das Christenthum. Dennist Er wahrhaft von den Todten auferstanden, so ist Er Gott;ist aber Christus Gott, so ist auch die Religion, die Er zuuns brachte, eine von Gott wahrhaft geoffenbarte Religion,und es ist Alles wahr, was Christus gelehrt hat. „Ist aberChristus nicht auferstanden," sagt der Apostel, „so folgt,daß unsere Predigt vergeblich ist, vergeblich auch euer Glaube."Darum schreibt der heilige Augustin: „Es ist nichts Gro-ßes zu glauben, daß Christus gestorben sei; dieses glaubenauch die Heiden, die Juden und alle Gottlosen; dieses glaubenAlle, daß er gestorben ist. Der Glaube der Christen ist'dieAuferstehung Christi; das halten wir für gewiß, daß wirglauben, er sei auferstauden."

Beispiel und Anwendung. Christus ist auferstan-den, deßhalb ist er Gott, und deßhalb glauben wir. — Die