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Am Feierabende
Geschichten der Märtyrer erzählen, wie die heilige Marga-rita, als sie vor dem heidnischen Nichterstuhle stand, vondem Präsckten Olibrius um ihre Religion befragt wurde.Kaum hatte dieser ihr Bekcnntniß vernommen, als er schonvoll Entrüstung rief: „Wie kann ein größerer Unsinn erdachtwerden, als einen Menschen sich zum Gott zu setzen, denman an's Kreuz geheftet hat?" Da fragte die Jungfrau:„Woher weißt du es, daß Christus gekreuzigt worden ist?"Er erwiderte: „Euere eigenen Urkunden lehren es ja!"„Wohlan denn," entgegnete Margarita „in denselben Bü-chern ist ebensowohl vom Leiden Christi, als auch von sei-ner Auferstehung und Verherrlichung die Rede; wie nehmetihr nun so wenig Anstand, das Eine zu glauben und dasAndere zu verwerfen? Nicht deßhalb, weil er gelitten hat,weil er gestorben ist, glauben wir; nein! es würde uns da* der Beweis für seine Göttlichkeit fehlen. Aber er ist auf-erstanden, aus eigener Macht ist er hervorgegan-gen aus dem Grabe, und dessen freuen wir uns undfrohlocken und rufen Alleluja! Er hat uns dadurch bewiesenseiner Gottheit Macht; und darum glauben wir ihm undverherrlichen und Preisen seinen Namen, und geben unserLeben hin für seine Lehre!" So männlich sprach die zarteJungfrau, und mit Staunen vernahm der Heide die Worteihrer Weisheit.
Legend e: Der heilige Bischof Silvin. (f 718.)
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Dieser Heilige stammte ans einer der ersten Familiendes Bezirkes von Toulouse. Nachdem er seine erstenJahre an dem Hofe der Könige Childrich II. und Theo-dorich III. zngebracht hatte, verließ er die Welt, um inder Einsamkeit zu leben. Dieser Schritt machte um somehr Aufsehen, da er sich kurz vorher verehlichen sollteund schon Alles zu seiner Verbindung bereit war. Spä-terhin begab er sich ans Andacht nach Rom und wurdedaselbst zum Priester und zum Bischöfe geweiht, um den
Mehler, Hausbuch.
des 18. Februar.
Ungläubigen das Evangelium zu verkünden. Das BiS-thum Terouane wurde der Hauptschauplatz seiner apo-stolischen Thätigkeit; mit einem wahren Feuereifer ver-kündete er da Jesum den Gekreuzigten und denvom Tode Auferstandenen, und da er die Kraftdes Beispiels mit den gründlich belehrenden Unterweisungenverband, so machten seine Predigten einen so tiefen Ein-druck, daß er dem christlichen Glauben viele Seelen ge-wann. Er starb im Jahre 718 heilig und voll der seli-gen Hoffnung, daß Jesus Christus, der von den Todtenauferstanden ist, auch ihn auferwecken werde zu einemneuen, ewig glückseligen Leben.
Gebet. Göttlicher Herr und Heiland, Jesus Chri-stus! durch deine Auferstehung hast du auf unwider-legbare Weise deiner Gottheit Macht bewiesen und un-fern Glauben belebt und gestärkt; gib, daß wir in die-sem heiligen Glauben leben und sterben, wie St. Silvinus,der du lebst und regirst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Nennundvierzigstes Lesestück.
Am Feierabende des 18 . Februar.
Die Auferstehung Christi, wie wichtig und tröstlich sie für uns ist.
Fr. Ist die Lehre von der Auferstehung Christi füruns wichtig und tröstlich?
Antw. Ja, sie ist für uns außerordentlich wichtigund tröstlich; denn sie stärkt uns 1) im Glauben an dieGottheit Christi und 2) in der Hoffnung auf unserekünftige Auferstehung.
Belehrung. Wir wissen nun, daß Christus aus eigenerMacht glorreich und unsterblich aus dem Grabe hervorgegangenist; muß das nicht Gott sein? Oder kann ein Mensch sichselbst das Leben wieder geben und aus eigener Macht vomTode auferstehen? Nein, das konnte nur Christus, weil erwahrhaft Gott, Gottes Sohn war. Wie mächtig muß daherdurch die Lehre von der Auferstehung Christi 1) nicht unserGlaube gestärkt werden an die Gottheit Christi? 2)Aber auch die Hoffnung auf unsere künftige Auf-erstehung wird dadurch in uns neu belebt; darum schreibtder heilige Petrus: „Gott hat Ihn von den Todten aufer-weckt und Ihm Herrlichkeit verliehen, damit euer Glaube undeure Hoffnung auf Gott beruhe" (1. Petr. 1, 21.), und derheilige Paulus (1. Cor. 15, 13.): „Wenn keine Aufer-stehung der Todten ist, so ist auch Christus nicht auferstandcn."Ja, Christus selbst sagt: „Ich bin die Auferstehung und dasLeben; wer an mich glaubt, wird leben, wenn er auch schongestorben ist." (Joh. 11, 25.) Welcher Trost für die frommen