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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Erstes Hauptstück. Jesu Begräbnis.

den lieblichsten Trankaus der Quelle desLebens schlürfte. —Wenn sie zum Tischedes Herrn ging, ge-dachte sie oft dieserheiligen Grabesstätte,und sie sprach als-dann zu sich selber:„ O Herr! dein Grabist so herrlich, ist ge-hauen in einen neuenFelsen, und Niemandoard noch darein ge-tegt! Ach, und ich will>etzt zu deinem Tischegehen, und will meineigenes Herz zu dei-nem Grabe machen;ach, und dieses Grab,st so wüst und öde!Schon so oft Hab' ichja bw Sunde hmeuigelegr und die >uudhasie Begierde in ihm woh-nen lassen! O mein Jesu! komm und reinige mein sündiges Herz,auf daß es ein würdiges Grab, eine würdige Ruhestätte dei-nes hochheiligen Leibes werde!" Nicht selten begleitete sie dieseWorte mit reichlichen Thränen. — Christliche Seele! wielehrreich ist diese fromme und weise Rede der heiligen Paulanicht auch für dich! Sich! du kannst nicht zum heiligen Grabewallfahrten; doch, es hat dieß Nichts auf sich, dein Gott ver-langt es auch nicht. Du hast ja das heilige Grab selbst indir; dein eigenes Herz ist's, in welches du Jesum Christumso oft aufnimmst mit Fleisch und Blut, mit Gottheit undMenschheit. Da blicke oft hinab und erforsche, ob es rein undfleckenlos ist, um den heiligen Leib deines Erlösers aufzuneh-men und zu beherbergen! Und wenn du Ihn dann einge-schlossen in die Tiefe deines Herzens, o dann magst du dicherquicken, wie einst die heilige Paula am Grabe des Herrn!

Fr. Woran soll uns das Grab Christi noch fernererinnern?

Antw. An unser eigenes Grab.

Belehrung. Bei dem Grabe des Herrn sollen wiraber auch an unser Gräb denken; denn auch unserm entseel-ten Leibe wird einst das Grab als Aufenthaltsort dienen biszum großen Tage der Auferstehung. Der Herr hat durch seinGrab unsere Gräber geheiliget, und es darf uns daher dasGrab jetzt nicht mehr furchtbar erscheinen, wenn wir nurnicht darauf vergessen, uns im Leben geistige Güter und un-vergängliche Schätze zu sammeln.

Beispiel und Anwendung. Als einst ein reicherMann, mit Namen Tüder tinus, seinem Diener, dem se-ligen Jakoponus, befohlen hatte, er solle die so eben ge-kauften jungen Hühner in sein Haus tragen, da trug er sie

zur Grabstätte, welche sich sein reicher Herr noch bei Lebzei-ten bei der Kirche des heiligen Fortunatus hatte erbauenlassen; er gab dadurch seinem Herrn zu verstehen, daß erdort sein eigentliches Haus habe, und daß es nöthig sei, fürdort geistige Güter und unvergängliche Schätze zusammenzu-tragen. In dieser Erinnerung hat auch der fromme DulderJob ausgerufen: „Ich weiß, daß du dem Tode mich über-gibst, wo du allen Lebendigen ein Haus bestellst." — Wohluns, meine Christen! wenn wir uns im Leben noch zur rech-ten Zeit Schätze für unser Grab und somit für die Ewigkeithinterlegen!

Legende: Die heiligen Faustin und JovitaMärtyrer, (ch 121.)

Diese zwei. Heiligen, welche Brüder waren und voneiner angesehenen Familie abstammten, predigten mitMnth und Unerschrockenheit den christlichen Glauben zuBrescia in der Lombardei. Die Heiden geriethen durchihren Eifer in Wuth; ein Edelmann, mit Namen Ju-lian, ließ sie verhaften, und Kaiser Hadrian, der sichdamals in Brescia befand, ließ sie enthaupten, weil siesich weigerten, Jesum Christum zu verläugnen. Siestarben den Martertod um das Jahr 121 und wurdenvon den Christen ehrenvoll begraben. Später wurdenihre Reliquien in Brescia öffentlich zur Verehrung auf-gestellt, wo sie als Hauptpatrone verehrt werden. So-nach wurde ihnen ihr Grab eine Ruhestätte des Friedens.

Gebet. Wir bitten dich, Herr himmlischer Vater!um Gnade und Stärke zu einem frommen und heiligenLeben, auf daß uns einst unser Grab eine Ruhestättedes Friedens bis znm Tage der seligen Auferstehung wer-den möge. Dieß verleihe uns, o Gott! auf die Fürbitteder heiligen Märtyrer Faustinus und Jovita durch JesumChristum, unfern Herrn. Amen.

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