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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende

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stcnthum gewonnen, weswegen er von vem Statthalterin's Gefängniß geworfen wurde. Da er standhaft imGlauben an Christus beharrte, so wurde er im Jahre9?3 enthauptet.

Gebet. Wir bitten dich, 0 Herr! laß uns liebge-wiunen die Betrachtung des bittern Leidens und Ster-bens deines göttlichen Sohnes, damit wir darin Trostund Beseligung finden bei Leid und Freud, wie St. Va-lentin. Durch denselben Christum unfern Herrn. Amen.

Sechsundvierzigstes Lesestück.

Am Feierabende des 15. Februar.

Jesu Begräbnis;.

Fr. Warum wird im vierten Glaubensartikel derBeisatz gemacht: „Und begraben?"

Antw. Damit wir desto mehr davon überzeugt werden,daß Christus wahrhaft gestorben, d. h. daß seine Seelevom Leibe getrennt worden sei.

Belehrung. Dadurch, daß sich der göttliche Heilandbegraben ließ, ist sein Tod um so unläugbarer und seineAuferstehung nur um so herrlicher und glaubwürdiger gewor-den. Der heilige Athanasius bemerkt hiezu: „ Christus hätteseinen Leib sogleich wieder vom Tode erwecken und lebendigzeigen können; aber dieses wollte unser Heiland nicht thun,und zwar mit Recht; denn man hätte dann sagen können,er wäre gar nicht gestorben gewesen; mithin wäre auch dieEhre der Nnverweslichkeit dunkel und ungewiß geblieben, wennzwischen Tod und Auferstehung keine Zeit verlaufen wäre."

des 15. Februar.

Biblische Erzählung über das Begräbnis) Jesu Christi.Um die neunte Stunve «Nachmittags drei Uhr) hatte der gött-liche Heiland seine heiligen Augen geschlossen zum Tobes-schlafe, und am Abende desselben Tages kam ein reicher Mannvon Arimathäa, mit Namen Joseph, der auch selbst ein Jun-ger Jesu war, zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu.Da befahl Pilatus, daß man den Leichnam ausliefere. UndJoseph nahm den Leib, wickelte ihn in reine Leinwand undlegte ihn in sein neues Grab, welches er in einem Felsenhatte aushauen lassen, wälzte einen großen Stein vor dieThüre des Grabes und ging weg. Es waren aber daselbstMaria Magdalena und die andere Maria und fassen demGrabe gegenüber. Des andern Tages nun, der auf denRüsttag folgt, versammelten sich die Hohenpriester und Pha-risäer bei Pilatus und sprachen: „Herr! wir haben uns er-innert, daß jener Verführer, als er noch lebte, gesagt hat:Nach drei Tagen werde ich wieder auferstehen. Befiehl also,daß man das Grab bis auf den dritten Tag bewache, damitnicht etwa seine Jünger kommen, ihn stehlen und dem Volkesagen: Er ist von den Tobten auferstauden! und so derletzte Jrrthum ärger würde als der erste." Pilatus sprachzu ihnen: „Ihr sollet eine Wache haben; gehet, haltet Wache,wie es euch dünket!" Sie aber gingen hin, verwahrten dasGrab mit Wächtern, und versiegelten den Stein.

Fr. Woran soll uns die Begräbnis) Christi erinnern?

Antw. Daran, daß auch wir ihm stets eine wür-dige Ruhestätte in nnserm Herzen bereiten sollen, so oftwir ihn in der heiligen Communion empfangen.

Belehrung. Siehe nur, mein Christ! welch ein herr-liches Grab Joseph von Arimathäa dem göttlichen Hei-lande bereitete! Er ließ es in einen Felsen aushauen ganzneu, so daß Niemand in demselben gelegen war, und ließdann einen großen Stein vor die Thüre des Grabes wälzen,damit Niemand in dasselbe eindringen konnte. So soll auchdein Herz sein >— ganz neu und rein, (d. h. durch die Kraftdes heiligen Geistes erneuert und gereinigt von allen Sün-den), wenn du deinen Gott und Heiland in dasselbe auf-nimmst; du sollst es alsdann, wenn du Ihn ausgenommenhast, sorgfältig verschließen, auf daß Niemand in dasselbeeindringen kann, um dir deinen Heiland wieder zu rauben.

Beispiel und Anwendung. Die heilige Paulavon Rom, die mit so zärtlicher Andacht die Krippe zu Beth-lehem besuchte, pilgerte oft auch hin zum heiligen Grabe nachJerusalem, um dankbaren Herzens jener Liebe zu gedenken,die am Kreuzesholze sterben und drei Tage im Grabe ruhenwollte. Wenn sie dann eintrat in diese heilige Stätte, soküßte sie vor Allem, wie uns der heilige Hieronymus be-richtet, den Stein, welcher am Eingänge liegt; trat alsdannin die heilige Grotte selbst hinein und drückte voll Vertrauenund Liebe ihren Mund an jene Stelle, wo der Leichnam-Christi gelegen war. Bei diesem frommen Akte empfand sieein unaussprechlich süßes Gefühl, und es war ihr, als ob sie

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