Am Feierabende des 14. Februar.
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Fünsmidvierzigstes Lesestück.
Am Feierabende des 14. Februar.
Was wir dem göttlichen Heiland für seinen Versöhnungstodschuldig sind.
Fr. Was sind wir dem göttlichen Erlöser schuldigfür alle jene Liebe, die er durch sein bitteres Leidenund Sterben gegen uns Alle an den Tag legte?
Antw. Wir sind ihm schuldig: 1) innige Gegen-liebe, 2) kindlichen Dank und 3) treue Nachfolge.
Belehrung. Ach, wie können wir unserm leidendenund sterbenden Erlöser Alles vergelten, was er für uns ge-than und gelitten hat! Sollen wir ihn dafür 1) wenigstensnicht auf das Innigste entgegenlieben? Hat er unsja zuerst geliebt und auf eine so unaussprechliche Weise geliebt,'welches Herz könnte daher so hart sein, daß es nicht beimAnblicke des Gekreuzigten zur innigsten Gegenliebe hingerissenwürde! Aber nicht nur lieben müssen wir den göttlichen Hei-land, wir müssen ihm auch 2) kindlich danken für all
Mehler. Hausbuch.
die Gnaden und Wohlthatcn, die uns durch sein bit-teres Leiden und Sterben zu Theil geworden sind ;und willst du wissen, mein Christ! worin dieserDank bestehen soll, so höre, was dir der heiligeHildebert sagt. „ Liebe ihn vom ganzen Herzen,"ruft er uns Allen zu, „ und es ist bezahlt der Dank,den er von deiner Seele fordert. Mache dich ähn-lich den Gliedern seines Leibes, und cs ist erstattet,was er von deinem Leibe verlangt. Sein Augeward verdunkelt im Tode, damit dein Auge sichabwende von der Eitelkeit. Sein Ohr war ge-öffnet für Lästerungen und Flnchworte, damitdein Ohr sich öffne für das Flehen der Armen;ausgcspannt wurden seine Hände, an'S Kreuzgeheftet seine Füße, damit deine Hände, deineFüße befestigt würden in der Gottesfurcht. DieDrangsale des Todes hat sein Leib erduldet,damit dein sterblicher Leib ein Glied seines leben-digen Leibes würde. Siehe den Dank, den ervon dir fordert!" 3) Endlich sind wir demgöttlichen Erlöser auch noch trencNach-folge schuldig. „Christus hat für uns gelit-ten," sagt der heilige Petrus (2. Pet. 2, 21.)„und euch ein Beispiel hintcrlassen, damit ihrseinen Fußstapfen nachfolget." Gleichwie die Ma-ler die Bilder vor Augen haben, welche sie ab-malen wollen, gerade so sollen auch wir denBlick des Geistes unverrückt ans Christus wenden,wie er bald unter dem Kreuze seufzt, bald am Kreuze mitdem Tode ringt, bald von Dornen durchstochen und von Geißelnzerfleischt, bald ungerecht verfolgt, bald widerrechtlich zum Todeverurthcilt, bald mit Schlägen oder Schmähreden überhäuftwird. Durch diesen Anblick wird sich in uns das Verlangender Nachahmung rege machen, und das Leiden uns süß oderminder schwer fallen. — Daher heißt es schon im 2. BucheMoses (25, 40.): „Schaue und mache cs dem Bilde nach,das dir auf dem Berge gezeigt ward!" Ja, mein Christ! inallen Leiden und Widerwärtigkeiten blick hin auf den Ge-kreuzigten und mache es dem Vorbilde nach, das dirgezeigt worden ist auf dem Berge!
Beispiele und Anwendung. Gegenliebe undDankbarkeit sind es ganz besonders, die der göttliche Hei-land am Kreuze von uns fordert. Mit dem heiligen Fran-ziskus sollen wir uns oft am Fuße des Kreuzes niederwer-fen und voll glühender Liebe seufzen und rufen: „O HerrJesu! verleihe, daß die feurige und honigsüße Macht deinerLiebe meinen Geist und meine Seele durchdringc, auf daß ich
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