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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 8. Februar.

ren- der bloße Name, der bloße Gedanke an Leiden machtuns zittern. Sind wir da Christen und Jünger eines amKreuze sterbenden Gottes? Leidender Gott! lehre uns leiden,hilf uns leiden, heilige uns durch unsere Leiden, indem siemit den deinigen vereinigt und durch die deinigen geheiligt wer-den mögen!

Fr. Auf welche Weise können wir am Leichtestendem göttlichen Heilande das Kreuz nachtragen?

Antw. Wenn wir Kreuz und Leiden, die uns derHerr schickt, freudig und dankbar aus der Hand Gottesannehmen und mit Ergebung in Gottes heiligen Willenertragen.

Belehrung. Wir alle sind Kreuzträger auf Erden;aber nicht Alle tragen das Kreuz auf gleiche Weise; die Ei-nen murren wider Gott; sie tragen ihr Kreuz, aber ohne Nu-tzen; Andere nehmen es gerne auf sich und tragen es gedul-dig und gottergeben, und siehe, sie folgen dem göttlichen Hei-lande auch in die himmlische Glorie nach. Es wird sonachwahr, was der heilige Augustin sagt: „Wir leiden oft aneinerlei Kreuz, aber nicht auf einerlei Weise; daher hat auchdas Leiden nicht einerlei Ende. Das Ende ist ungleich, weildie Weise zu leiden ungleich ist." Möchten wir doch Alle vonnun an Kreuz und Leiden auf eine wahrhaft christliche Weiseertragen, damit uns selbe auch einst zur Herrlichkeit des Him-mels führen mögen!

Beispiel und Anwendung. Um die Mitte des sieb-zehnten Jahrhunderts machte sich ein Mann bcmerklich, derjenen Ausspruch des Herrn: „Jeder nehme sein Kreuzauf sich rc." im wörtlichen Sinne erfaßte; es warein Laien-bruder aus dem Carmelitcnorden, nach seinem OrdensnamenFranziskus de Cruce. Im Frühlinge des Jahres 1643und in seinem sieben und fünfzigsten Lebensjahre, zog er einschweres, hölzernes Kreuz, das er hinter sich nachschleppte,aus der Sckulter tragend, von Vallisolet in Spanien aus,wanderle durch den Süden Frankreichs über Genua nach Rom,von da im folgenden Frühlinge nach Venedig, wo er einSchiff bestieg und nach dem heiligen Lande übersetzte. Alser daselbst seine Kreuzeslast nach Jerusalem, Bethlehem,Nazareth und auf die Höhe des Tabor getragen, kehrte erüber Triest, Nom und Genua zurück, und nachdem er mit-ten im Winter durch die Pyrenäen gewandert, kam er wie-der nach Vallisolet, wo er sein Kreuz in der Klosterkircheaufstellte. Welch ein schweres Kreuz hat dieser fromme Nach-folger Christi getragen! Allein der göttliche Heiland verlangtvon uns keine so großen Opfer, er will nur, daß wir gerneund freudig das Kreuz tragen, welches er uns auferlegt, mages nun in Leiden und Trübsalen oder in Krankheiten undllngliicksfällen oder in sckjweren Verfolgungen u. s. w. be-stehen. Weigere dich dessen in Zukunft nicht mehr, o Christ!Trage mit Christo das Kreuz, auf daß du mit ihm einst auchdie Krone der Vergeltung tragen könnest.

Legende: Der heilige Johannes von Matha,Orbensstifter. sst 1213.)

Wie gerne trugnicht auch jenerHeilige, dessenFestheutedieKir-che begeht, demgöttlichen Hei-lande das KreuznachlDennbeiallseinen edlen Be-strebungenwurdeer gar oft ver-kannt und ver-folgt. Johanncs von Ma-th a war zu Fau-cou in der Pro-vence 1153 geboreu und zeigt:schon in seine:

Jugend eine besondere Liebe ge-gen die Armenund Kranken, so daß er alles Geld, das ihm zur Er-holung angewiesen war, den Armen und Kranken, die erin den Spitälern antraf, schenkte. Zum Priester geweiht,stiftete er 1198 den „Orden der Trinitarier" oderder Brüder des Ordens der allerheiligsten Dreifaltigkeitzur Erlösung der Gefangenen. Er gründete in Frank-reich ein Kloster seines Ordens und begab sich dann nachTunis, wo er viele Sklaven befreite oder wenigstensim Glauben an Jesus stärkte und mit der Hoffnung einerbaldigen Erlösung tröstete. Sein Eifer zog ihm den Haßder Ungläubigen zu, die ihn aufs Grausamste verfolgten.Einmal fand man ihn sogar in einer Gasse zu Tunis inseinem eignen Blute schwimmend. Allein er war fröhlichund guter Dinge; denn er schätzte sich glücklich, mitseinem göttlichen Heiland leiden und ihm dasKreuz nachtragen zu dürfen. Kaum war er wie-der hergestellt, so kehrte er nach Frankreich zurück undsammelte daselbst große Summen Geldes zur Loskauf-ung der gefangenen Christen aus der Gewalt der Muha-medaner. 1210 ging er abermals nach Tunis, wo eraber ebenso wie das erstemal die größten Verfolgungenzu erleiden hatte. Als er sich mit 120 Sklaven, die erdaselbst losgekauft, einschiffen wollte, waren die Ungläu-bigen nahe daran, sein Schiff zu zerstören; allein derHeilige gelangte glücklich und von Gott wunderbar be-schützt in Ostia an. Endlich unterlag er der Bürde sei-ner Anstrengungen, und starb 1213 ein und sechzig Jahrealt, reich an Tugenden und Verdiensten.

Gebet. Heiliger Johannes von Matha! befreieuns durch deine Fürbitte aus der Gefangenschaft derFeinde unseres Heiles und bitte für uns, auf daß auch