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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feier,

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Sechsunddreißigstes Lesestnck.

Am Feierabende des 5. Februar.

Vierter Glaubensartikel:

„Gelitten unter Pontio Pilato, gekreuzigt, gestorben und begraben."

Die Leiden Jesu am Oelberg.

Fr. Welchen Eindruck machten die Wunder undWeissagungen, sowie das fromme und heilige Leben desgöttlichen Heilandes auf das jüdische Volk?

Antw. Er gewann hiedurch zwar die Gutgesinnten,die freudig an ihn glaubten; allein die Pharisäer warenseine erbittertsten Feinde, die ihn durch verschiedene Lä-sterungen bei dem wankelmüthigen Volke zu verdächtigensuchten und nicht eher ruhten, als bis sie ihren Haßin seinem Blute stillten. Darum folgt jetzt im apostoli-schen Glaubensbekenntnisse der vierte Glaubensarti-kel: „Gelitten unter Pontio Pilato, gekreuzi-get, gestorben und begraben."

Fr. Wo fängt Christus sein Leiden an?

Antw. Auf dem Oelberg, im Garten Gethsemani.

Belehrung. Christus war gekommen als der zweiteAdam, um für die Sünde des ersten Avam Genugthuung zuleisten. Die erste Sünde war aber im Garten begangen

des 5. Februar.

worden. Dort hatte Adam durch seinen Ungehorsam überdas ganze Menschengeschlecht Unheil und Verderben gebracht;darum wollte auch der zweite Adam bei seiner Ankunft durchden Gehorsam im Garten das große Werk der Erlösungbeginnen.

Fr. Was hat der göttliche Heiland im Oclgartcngelitten?

Antw. Todesangst, Verrath und Gefangennehmung.

Biblische Erzählung. Dieß Alles wird uns in derheiligen Schrift also erzählt: „Nachdem der göttliche Heilandmit seinen Jüngern das letzte Abendmal gefeiert hatte, ginger hinaus in den Mcierhof, Gethsemani genannt. Er nahmden Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus mit sich undfing an, sich zu betrüben und traurig zu sein. Da sprach erzu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod; bleibethier und wachet mit mir! — Und er ging ein wenig vor-wärts, fiel auf sein Angesicht, betete und sprach: Mein Vater!wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch von mir vorüber;doch nicht wie ich will, sondern wie du willst! Es erschienihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn.. Und alsihn Todesangst befiel, betete er länger; und sein Schweißward wie Tropfen Blutes, das auf die Erde rann. — Under kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend und sprachzu Petrus: Habet ihr denn nicht eine einzige Stunde mit mirwachen können? Wachet und betet, damit ihr nicht in Ver-suchung fallet! Der Geist ist zwar willig, aber das Fleischist schwach. — Wieder ging er hin zum zweiten Male, beteteund sprach: Mein Vater! ist es nicht möglich, daß dieserKelch vorübergehe, ohne daß ich ihn trinke, so geschehe deinWille! — Und er kam abermal und fand sie schlafend; dennihre Augen waren beschwert. Da verließ er sie, ging wiederhin und betete zum dritten Mal, indem er die nämlichen Wortesprach. Dann kam er zu seinen Jüngern und sprach zuihnen: Schlafet nur und ruhet! — Siehe! die Stunde istherbcigekommen, da der Menschensohn in die Hände derSünder überliefert wird. Stehet auf, lasset uns gehen!Siehe! der mich verrathen wird, nahet sich. — Und da ernoch redete, siehe! da kam Judas, einer von den Zwölfen,und mit ihm ein großer Haufe, mit Schwertern und Prügeln,abgeschickt von den hohen Priestern und Aeltestcn des Volkes.Sein Verräther aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt:Den ich küssen werde, der ist's, Den ergreifet! Und sogleichtrat er zu Jesus und sprach: Sei gegrüßt, Meister! und erküßte ihn. — Jesus aber sprach zu ihm: Freund, wozu bistdu gekommen? — Dann traten sie hinzu und legten Handan Jesus und ergriffen ihn." — Wer mag des göttlichenHeilands Seelenleiden schildern, da ihm der heilige Schweißwie Blut herabrann? Wer mag den Schmerz ermessen, dener empfunden, als er sich von seinem eigenen Freunde ver-rathen und verkauft sah? — Christliche Seele! wandere oftim Geiste hin in den Garten Gethsemani; wenn innere Qualund Herzensangst dich quälet, so gehe hin in diesen heiligenGarten! Gehe hin und fürchte Nichts! Denn da steht keinCherub mehr mit dem flammenden Schwerte, sondern ein En-