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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Erstes Hauptstück. Kindheit und Jngendjahre Jesn.

selbst; denn einen Betrüger wird doch Gott wohl nicht mitWunder und Weissagungen ausrüsten! — Durch sein heiligesLeben aber wurde der göttliche Heiland uns Allen ein Vor-bild zur treuen Nachahmung, ein Vorbild in jeder Tugend,ein Muster der Sanftmuth und Deniuth, der Geduld bei allenungerechten Verfolgungen, bei allen Leiden und Qualen, einMuster des Gehorsams gegen seinen himmlischen Vater biszum Tode, der Güte und Barmherzigkeit gegen Alle, selbstgegen seine ärgsten Feinde, ein Muster des Eifers für GottesEhre und das Heil der Menschen, kurz der erhabenste Tu-gendspiegel für alle Christen jedes Alters und jedes Standes.O daß wir doch Alle in die Fußstapfen unsers göttlichenHeilandes cintreten möchten!

Beispiel und Anwendung. Ein sehr gottesfürchtigerJüngling aus Siena hatte einst einen Traum. Er sah sichin einen hohen und weiten Tempelban versetzt, dessen Bodenmit Staub und Asche bedeckt war. Die großen Thürflügelöffneten sich; in der Gestalt eines Dürftigen und Lei-denden trat der Erlöser herein, und wanderte durch dieLänge des Tempels bis zum Sanctnarium, wo er auf einenThron sich setzte; die blutigen Fußstapfen blieben in der Aschesichtbar. Nach ihm kam seine jungfräuliche Mutter;sie betrat Schritt für Schritt die Fußstapfen ihres göttlichenSohnes, und als sie zu ihn: gelangt war, erhob er sie aufeinen Sitz zu seiner Seite. Darauf erschienen die Apostel,die apostolischen Gehilfen und Lehrer, die Mär-tyrer und Bekenner; sie hielten sich sorgfältig ans demvorgezeichneten Pfade, gelangten zum Herrn und wurden vonihm liebreich ausgenommen. Hinter ihnen drängten sich großeSchaaren treuer Nachfolger Christi aus allen Völkern undStänden. Der brave Jüngling fühlte es nur zu gut, daßer durch dieses Traumgesicht aufgefordert werde, sich an diesetreuen Nachfolger anzuschließen und in die Fußstapfen Christieinzutreten; und er säumte nicht, diesem Winke zu folgen,und wurde ein treuer Anhänger und Nachfolger des göttlichenHeilandes. — Thue auch du des Gleichen, mein Christ! dennsiehe, deßwegen wurde ja der Sohn Gottes Mensch,um dir durch sein eigenes Leben sowohl, als durch seiu Wortden Weg zur Tugend und Heiligkeit zu zeigen. Darum folgeihm nach und tritt ein in seine Fußstapfen, und du wirst mitihm eintreten in seine Glorie!

Legende: Der heilige Andreas Corsini, Bi-schof. (1- 1373.)

Ein recht treuer Nachfolger Christi war auch derheilige Andreas Corsini, dessen Andenken heute inder Kirche begangen wird. Er war der Sohn vornehmerund gottesfürchtiger Eltern zu Florenz. In seiner Ju-gend zwar lebte er ganz nach dem Sinne der Welt, in-dem er nur den Freuden und Genüssen dieses Lebens nach-eilte und ganz und gar ans Gott und sein Seelenheil ver-gaß. Als aber einmal seine Mutter weinend vor einemBildnisse der seligsten Jungfrau kniete und um die Be-kehrung ihres unglücklichen Sohnes betete, da trat eben

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Andreas herein und fragte die tiefbetrübte Mutter mn

die Ursache ihrer Thränen. Kaum hatte er die Ursachehievon erfahren, so mischte er seine Thränen in die derMutter und versprach ihr, aus einem Wolf ein Lammzu werden. (Es hatte nämlich seine Mutter vor der Ge-burt dieses Kindes geträumt, sie werde einen Wolf zurWelt bringen, der später in ein Lamm verwandelt würde.)Und Andreas hielt Wort.' Er trat in den Karineliten-orden, und von da auch zugleich in die FnßstapfenJesn Christi und seiner Heiligen ein; sein Le-ben wurde ein heiliges, ein himmlisches, so daß er znmVorsteher seines Klosters und bald darnach znm Bischofvon Frisoli erwählt wurde. Nun lebte er nur in undfür Gott, bis er 1373 voll Freude und im Vorgefühleseiner künftigen Seligkeit ruhig und gottergeben im Herrnverschied. Sein Leichnam wurde in der Karmelitcnkirchezu Florenz begraben. Urban VIII. versetzte ihn im Jahre1629 unter die Zahl der Heiligen und verordnete seinenFesttag ans den 4. Februar. — Siehe, mein Christ!so ehret Gott seine Diener, so belohnt Christus Alle,die Ihm treu Nachfolgen.

Gebet. Göttlicher Herr und Heiland Jesus Christus!gib uns die Gnade, daß wir, wie der heilige Bischof An-dreas Corsini, in deine heiligen Fußstapfen eintreten und mitFreude die harten und rauhen Wege dieses Lebens wan-deln, ans daß wir einst durch die schmale Pforte eingehenin deine Herrlichkeit, der du lebest und regirest mitGott dem Vater und dem heiligen Geiste von Ewigkeitzu Ewigkeit. Amen.