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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 2. Februar.

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Dremnddreißigstes Lesestück.

Am Feierabende des 2. Februar.

Dritter Glaubensartikel:

„Der empfangen ist von dem heiligen Geiste, geboren aus Mariader Jungfrau."

Von der Menschwerdung des Sohnes Gottes.

Fr. Was wollen denn die Worte sagen: Der em-pfangen ist von dem heiligen Geiste?"

Antw. Diese Worte wollen sagen, daß der SohnGottes durch die übernatürliche Wirkung desheiligen Geistes im reinsten und unbefleckten LeibeMariens Mensch geworden ist, d. h. einen Leib undeine Seele angenommen hat, wie wir Menschen haben.„Das Wort ist Fleisch geworden." (Joh. 1, 14.) Wirnennen daher dieses hochheiligeGeheimniß die Mensch-werdung des Sohnes Gottes.

Belehrung. Ich will dir, mein Christ! diese so wich-tige Lehre noch deutlicher erklären. Siehe, durch die obigen

Worte glauben und be-kennen wir, daß Christus,die zweite Person in derGottheit, in dem Leibe derJungfrau Maria empfan-gen worden sei, wie jedesKind im Mutterlcibc, abernicht auf dieselbe gemeine,menschliche, natürliche Wei-se, nicht in und mit derSünde, sondern durch über-natürliche Kraft, durch dieMitwirkung des heiligenGeistes. Denn so sprachder Engel Gabriel zu Ma-ria: „Der heilige Geist wirdüber dich kommen, und dieKraft des Höchsten wirddich überschatten; darumwird auch das Heilige,das aus dir geboren wcr-.. den soll, Sohn Gottesgenannt werden." Aberwie ist dieß möglich ge-wesen, daß Christus durchUeberschattnng und Mit-wirkung des heiligen Geistes habe Fleisch annehmen können,da doch der heilige Geist selbst nichts Fleischliches an sich hat,sondern ein purer Geist ist? Das können wir Menschen frei-lich nicht fassen. ES muß hier weit mehr der Glaube, alsunser Verstand und unsere menschliche Einsicht uns leiten.Nichts desto weniger können wir uns dieß durch ein Gleichnißetwas verdeutlichen. Du weißt, daß jetzt das Erdreich aussich selber keine Frucht bringt, wenn es nicht vorher gepflügt,bebaut, angesäet wird; und doch ist es gewiß, daß bei Er-schaffung der Welt das erste Korn auf den bloßen WillenGottes, und ohne daß der Mensch auch nur eine Hand an-gelegt hat, aus dem Boden hervorgewachsen sei. Ebenso hatMaria die gebenedeite Frucht ihres Leibes, dieses von Gottgesegneten, jungfräulichen Erdreiches, ohne Zuthun eines Men-schen hervorgebracht. Der heilige Geist allein war es, der siebefruchtete, und durch seine allmächtige Kraft aus dem aller-reinsten Geblüte der Jungfrau einen Leib bildete, mit dem sich indemselben Augenblicke die zweite Person in der Gottheit ver-einigt hat. Und so wurde Jesus, der Gott von Ewigkeit war, alsMensch empfangen, wurde „Mensch" indem Leibe Mariens.