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Erstes HPlptstiick. Jesus Christus ist
AlltW. Ja, Christus ist in Wahrheit der verheißeneMessias; denn an ihm sehen wir sowohl alle me ssia Ni-schen Weissagungen der Propheten, als auchalle Vorbilder erfüllt.
Belehrung. Christus ist wirklich der verheißeneMessias; denn an ihm sehen wir erfüllt Alles, was diePropheten, deren Bücher schon viele Jahrhunderte vorChristi Ankunft geschrieben worden sind, vom künftigen Mes-sias vorausgesagt haben über die Zeit, den Ort und die Um-stände seiner Geburt, über sein öffentliches Leben, seine wun-dervollen Heilungen, seine schonende Liebe und Milde, über dieUmstände seines Leidens und Sterbens, über seine Auferstehungund Himmelfahrt und die Sendung des heiligen Geistes,über die Zerstörung Jerusalems, über die Gründung, Ver-breitung und Dauer seiner Kirche. Es würde dich ermüden,mein lieber Leser! wenn ich dir alle die hieher gehörigen Stel-len anführen wollte. — Aber nicht nur die Weissagun-gen derPropheten sehen wir an Christus erfüllt, sondernauch alle Vorbilder, in welchen die Thaten und die Leidendes Messias schon viele Jahrhunderte zuvor angedeutet waren.Ein solches Vorbild war z. B. die eherne Schlange; denn»wie Moses die Schlange in der Wüste erhöht hat, so mußteauch der Menschcusohn erhöht werden, damit Alle, die an ihnglauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben."(Joh. 3, 14—15.) u. s. w. Daher berief sich auch Chri-stus selbst auf diese messianischen Weissagungen, um darausden Juden zu beweisen, daß er selbst der Messias' sei.„Ihr forschet in der Schrift", sprach er, . . . „und sie istes, die von mir Zeugniß gibt." (Joh. 5, 39.)
Beispiel und Anwendung. Der heilige Thomasvon Aquin traf einst in dem Landhause eines Cardinalsmit zwei Rabbinern zusammen. Er kam mit ihnen in's Ge-spräch und zeigte ihnen durch gründliche Erklärungder messianischen Weissagungen und der Vorbil-der, die sich auf denselben bezogen, unumstößlich, daß derMessias schon erschienen sei, und zwar in Jesus Chri-stus, dem Gottmenschen, und daß man folglich demEvangelium glauben müsse. Den folgenden Tag, so war manbeiderseits übereingekommen, wollten sie sich über den Gegen-stand weiter besprechen. Thomas brachte indessen die Nachtam Fuße des Altares zu, den alleinigen Herzensbekehrer be-schwörend, daß er das begonnene Werk vollenden möge. SeinGebet fand Erhörnng; denn die beiden Rabbiner, die inzwi-schen die Wahrheit genauer erwägt und erkannt hatten, kamendes andern Morgens zu ihm, nicht um weiter mit ihm zustreiten, sondern um sich in die katholische Kirche aufnehmenzu lassen. Mehrere Andere folgten ihrem Beispiele. — Wirwollen daher, mein Christ! nicht auf einen andern Heilandwarten, und nicht mit den Jüngern des Johannes fragen:
wahrer Gott, der verheißene Messias.
„Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir einen An-dern erwarten?" Nein, gläubig und freudig wollen wir esbekennen, daß Jesus Christus sei der verheißeneMessias, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit; mitdemselben Muthe und mit derselben Freudigkeit des Herzenswollen wir diese große Wahrheit glauben und bekennen, wie jjener Heilige, dessen Fest wir heute feiern, der heiligeIgnatius.
Legende: Der heilige Jgnati ns, Bischof undMärtyrer, (si 107.)
Dieser große Diener Gottes war ein Schüler derApostel und zeichnete sich durch tiefe Demuth, durch einenglühenden Eifer für Beförderung des Reiches Gottes, be-sonders aber durch eine brennende Liebe zu Jesus Chri-stus aus. Vor aller Welt bekannte er froh und freudig,daßJesns Christus wahrhaft Gott und der längstverheißene Messias sei. Schon hatte er seit unge-fähr vierzig Jahren als Bischof die Kirche zu Antiochien mitder Sorgfalt eines wahren Seelenhirten regirt, als der rö-mische Kaiser Trajan auf seinem Feldzuge wider die Partherim Jahre 107 nach Antiochien kam und den heiligen Bischofvor seinen Nichterstnhl führen ließ. Als er dort dasUrtheil vernommen, daß er gebunden von Soldaten nach ^Rom geführt und daselbst zur Ergötzung des Voltes denwilden Thieren zur Speise vorgeworfen werden sollte, rief !er voll Freude aus: „Ich danke dir, o Herr! daß dumich der vollkommenen Liebe gewürdigt und mich beehrthast, mit deinem Apostel Paulus eiserne Bande zu tragen."Auf der Reise nach Rom besuchte er den heiligen Polykarp, ^Bischof zu Smyrna, der gleich ihm ein Schüler des hei-ligen Johannes war. Als er nach Rom kam, freutensich die Christen daselbst, den verehrten Mann zu sehen,trauerten aber zugleich, ihn sobald wieder verlieren zumüssen. Wie er erkannte, daß sie im Sinne hatten, seineLoslassung zu verlangen, bat er, daß sie wahre Liebe fürihn haben, und ihm, der zum Herrn eile, sein erwünschtesZiel nicht mißgönnen möchten. Nach verrichtetem Gebete !für das Wohl der christlichen Gemeinde wurde er auf jden Platz der öffentlichen Kampfspiele geführt und denwilden Thieren ausgesetzt. Diese fielen ihn so grimmig fan, daß nichts als die größten Gebeine von ihm übrigblieben. (Sieh das nachfolgende Bild.)
Gebet. Herr, himmlischer Vater! mit freudigemHerzen glauben und bekennen wir, wie St. Ignatius,daß Jesus Christus sei dein eingeborner Sohn und derlängst verheißene Messias, daß er sei wahrer Gott, derda lebt und regirt mit Dir und dem heiligen Geiste vonEwigkeit zu Ewigkeit. Amen.