Am Feierabende des 29. Januar.
77
«M'WWIMil'MWA
K-AMMWI
M": i.
MW
und Sterben laut und offen bekennen: „Maria ist ohneSünde empfangen!"
Beispiel und Anwendung. Alexander vonHales,ein berühmter Lehrer an der Universität zu Paris, erfuhr ansich selbst, wie sehr Gott die Lehre von der unbeflecktenEmpfängniß seiner heiligsten Mutter in Schutz nimmt unddie Zweifelsncht hierüber züchtiget. Dieser Gottesgelehrte,welcher übrigens ausgebreitete Kenntnisse besaß, hegte langeZeit einige Zweifel in Beziehung auf diesen für Mariä soehrenvollen Vorzug und beging das Fest nicht, welches bereitsauf den achten Dezember eingesetzt war. Es traf sich aberjährlich an eben diesem Tage, daß ihn eine schmerzliche Krank-heit ergriff, welche deutlich genug eine Warnung von Obenwar. Seine Schüler machten ihn aufmerksam auf diesensonderbaren Umstand und mahnten ihn, seinen bis dahin schwan-kenden Geist hinsichtlich dieser Lehre zu befestigen und sichohne Rückhalt für dieselbe zu erklären. Er that es und ver-pflichtete sich durch ein Gelnbbe, wofern er von dieser jährlichwiederkehrenden Krankheit befreit würde, ein Werk zur Ehreder ohne Makel empfangenen Jungfrau zu schrei-ben. Sein Gebet wurde erhört; die Krankheit stellte sich imfolgenden Jahre nicht wieder ein. Nun entledigte er sich seinesVersprechens und förderte eine Schrift an das Licht, woriner die Lehre von der unbefleckten EmpfängnißMariä vertheidigt und Alles widerruft, was er im ent-gegengesetzten Sinne möchte gesprochen oder geschrieben haben. —Ja, freilich! denn welcher Katholik stimmt nicht freudig inden Ruf der ganzen Kirche ein: „ Maria, ohne Sünde empfan-gen, bitt für uns!" Sei daher, o Christ! stets ein wahrer
Verehrer der allezeit unbefleckten Jungfrau Maria, und duwirst ihren mächtigen Schutz im Leben und Sterben erfahren,auf daß auch du unbefleckt erscheinen könnest vor dem Richter-stuhl deines Gottes.
Legende: Der heilige Franz von Sales,Fürstbischof von Genf, (ft 1622.)
Ein überaus inniger Verehrer der allzeit unbefleck-ten Jungfrau Maria war auch der ebenso große, alsheilige Fürstbischof von Genf, der heilige Franz vonSales, dessen Fest häute gefeiert wird. Er war derälteste Sohn des Grafen Franz von Sales und wurdeam 21. August 1567 geboren. Schon von Kindheit anwar er ein Muster der Milde und der innigsten Liebegegen Gott und die Menschen. Zn Paris, wohin er inseinem zwölften Jahre kam, legte er das Gelübde be-ständiger Keuschheit ab. Von nun an betete er alle Tagezu Ehren der göttlichen Gnadenmutter Maria einen Ro-senkranz, welche Andacht er sein ganzes Leben hindurchselbst auch bei den dringendsten Geschäften nicht unterließ.Daher blieb er aber auch stets unbefleckt an Leib undSeele, selbst auch unter den mächtigsten Lockungen undGefahren, zu jener Zeit nämlich, da er zu Padua die Rechts-wissenschaft stndirte. Als er nach Vollendung seiner Stu-dien znm Priester geweiht worden war, erlangte er bald die