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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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74
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Erstes Hauptstück. Die erster: Menschen

Denn Gott weiß, daß, an welchem Tage ihr davon esset, eureAugen sich aufthun, und ihr wie Gott werdet, erkennend Gutesund Böses." Und das Weib sah, daß der Baum gut zuessen und schön für die Augen, und daß es eine Lust sei, ihnanzuschauen; und sie nahm von seiner Frucht und undgab ihrem Manne, der auch." So war Gottes Gebot über-treten und die erste Sünde begangen. Nun gingen ihnen frei-lich die Augen auf; aber, ach es war zu spät!

Fr. War diese Uebertretung eine schwere Sünde?

Antw. Ja freilich; denn in dieser Einen Sünde sindja gar viele andere und schwere Sünden mitbegriffen; sieglaubten dem Satan mehr, als Gott, empörten sich gegenihn und wollten wie Gott sein.

Belehrung. Ach, das war freilich eine überaus schwereSünde; in ihr vereinigte sich Undankbarkeit und Ungehorsammit Gottesverläugnuug, Stolz und Hochmuth. Denn wiewohldie -ersten Menschen mit Gottes Kenntniß erfüllt waren, soglaubten sie doch der Schlange (d. i. dem Teufel) mehr alsGott, empörten sich gegen ihn, der ihnen nur Liebe erwiesen,der sie an Leib und Seele mit so erhabenen Eigenschaftenausgerüstet und in einen so herrlichen Lustgarten versetzt hatte,und wollten in ihrem Stolze Gott dem Herrn selbst gleichsein. (1. Mos. 3.) Siehe, wie viele Sünden in dieser EinenSünde vereinigt sind! Darum schreibt der heilige Augustin:Gott wurde verachtet, der das Gebot gegeben, derben Men-schen erschaffen, der ihn nach seinem Ebenbilde gemacht, derihn über alle andern Geschöpfe erhoben, der ihn in's Para-dies versetzt, der ihm die Fülle aller Gaben und die Selig-keit verliehen, der ihn weder mit mehreren, noch mit schwerenGeboten belastet hatte." Welch eine schwere Sünde wares also!

Fr. Welche Folgen hatte die Sünde der ersten Eltern?

Antw. Höchst traurige; denn sie verloren die über-natürlichen Gaben, wurden auch ihren Seelenkräften nachgeschwächt, aus dem Paradiese Vertrieben und der ewigenVerdammniß schuldig.

Belehrung. Da die Uebertretung des göttlichen Ge-botes eine so schwere Sünde war, so verhängte Gott auchsogleich eine sehr schwere Strafe über Adam und Eva; dennsie verloren 1) das übernatürliche Ebenbild Gottes,d. h. der Seele nach verloren sie die Gnade der ursprüng-lichen Heiligkeit und Gerechtigkeit und zogen Gottes Mißfallen,die ewige Verdammniß sich zu; dem Leibe nach aber wur-den sie dem Tode und vielen Mühseligkeiten unterworfen,verloren zugleich ihre frühere Herrschaft über die Natur undwurden aus dem Paradiese vertrieben. 2) das natürlicheEbenbild wurde in ihnen verdunkelt und verunstaltet, d. h.

dem Paradiese. (Der Süudenfall.)

ihre Vernunft wurde getrübt und ihr Wille geschwächtund mehr zum Bösen geneigt als zum Guten.Nachdem derMensch," schreibt der heilige Gregor von Nhssa,ausseiner Würde gefallen war, geschah an ihm, was Denen wider-fährt, welche tief in den Koth gefallen sind, ihr Gesicht wirddavon ganz beschmutzt und so sehr entstellt, daß nicht einmalihre Hausgenossen sie mehr kennen. Ebenso hat der in denUnflath der Sünde gefallene Mensch das ähnliche Bild Got-tes verloren."

Biblische Erzählung. Die Strafe der ersten Sündewird uns in der heiligen Schrift also erzählt: Wie nun die Sündebegangen war, da gingen den beiden Uebertretern die Augenauf; sie erkannten, daß sie nackt seien und flochten sich deß-halh Feigenblätter und machten sich Schürze. Da hörten siePlötzlich die Stimme Gottes, des Herrn, der bei der KühleNachmittags im Garten wandelte; und es verbarg sich Adamund sein Weib vor dem Angesichte Gottes unter den Bäumendes Gartens. , Und Gott der Herr rief den Adam und sprachzu ihm: Wo bist du? Der sprach: Ich habe deine Stimmeim Garten gehört und mich gefürchtet, weil ich nackt bin, undhabe mich verborgen. Und Gott sprach zu ihm: Wer hatdir gesagt, daß du nackt bist, als weil du von dem Baumegegessen, wovon ich dir geboten, nicht zu essen? Und Adamsprach: Das Weib, das du mir zugesellet, hat mir vom Baumegegeben, und ich. Und Gott der Herr sprach zum Weibe:Warum hast du das gethan? Sie antwortete: Die Schlangehat mich betrogen, und ich. Und Gott der Herr sprach