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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 28. Januar.

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endung seiner wissenschaftlichen Laufbahn wurde er Rechts-anwalt. Aber gar bald erkannte er die Gefahren diesesBerufes; er entsagte demselben und. verlegte sich ganz aufdie Lesung der heiligen Schrift. Nun erwachte in ihmimmer mehr das Verlangen nach einem stillen und hei-ligen Leben; er legte ein Bußkleid an und begab sich indie Einsamkeit, wo er sich nur mit der Besserung seinesHerzens und mit der Rettung seiner unsterblichen Seelebeschäftigte. Miletius, der Bischof seiner Vaterstadt, ver-nahm von dem musterhaften Wandel des jungen DienersGottes, berief ihn daher zu sich und weihte ihn zumLector (Leser.) Bald darauf ließ er sich unter die Ordens-geistlichen einreihen und schrieb in der klösterlichen Ab-geschiedenheit mehrere treffliche Bücher. Im Jahre 381wurde er vom Bischof Miletius zum Diakon und vonseinem Nachfolger Flavian zum Priester geweiht und zu-gleich als Prediger aufgestellt. Zwölf Jahre lang ver-waltete er dieses Amt und zeichnete sich hiebei durch einesolche Beredsamkeit aus, daß man ihn allgemein denGoldmund (Chrhsostomus) hieß. Im Jahre 398 mußteer den Patriarchenstuhl zu Constantinopel besteigen. Mitdieser seiner Erhöhung war aber auch der erste Schriftzu vielen und großen Leiden gethan. Wegen seines Eifers,mit dem er die verdorbenen Sitten seiner Zeit bekämpfte,wurde er durch die Ränke und Verfolgungssucht seiner Geg-ner zweimal in's Elend verwiesen. Freudig ging der großeMann in die Verbannung, indem er ausrief:Mag ichauch Alles verlieren, ich fürchte Nichts, wenn ich nurmeine Seele rette. Oder was sollte ich denn fürch-ten? Den Tod? Christus ist mein Leben, und Sterbenist mein Gewinn. Oder die Verbannung? Die Erde istja des Herrn und überall ist mein Gott" u. s. w. Auchin der Verbannung diente er nur Gott und starb frommund gottergeben zu Romana im Jahre 407.

Mehler, Hausbuch.

Gebet. O Gott, der du uns nur zu deiner Ehreerschaffen hast, gib, daß wir unfern Leib und unsere Seelenur zu deiner Ehre gebrauchen, und daß wir, wie deinheiliger Diener Chrhsostomus, gerne Alles verlieren, umnur unsere unsterbliche Seele zu retten. Durch Chri-stum unfern Herrn. Amen.

Achtundzwanzigstes Lesestück.

Am Feierabende des 28. Januar.

Die ersten Menschen anßer dem Paradiese. (Der Sünbenfall.)

Fr. Warum hat Gott die ersten Menschen erschaffenund sie mit so erhabenen Vorzügen an Leib und Seeleausgerüstet?

Antw. Deßhalb, damit sie ihn lieben, ihm dienenund dadurch ewig selig sein sollten.

Fr. Kamen die ersten Menschen dieser ihrer erhabenenBestimmung, die sie von Gott hatten, treulich nach?

Antw. Ach nein; sie verharrten nicht im Diensteihres Gottes, sondern übertraten dessen Gebot und sündigten.

Belehrung. Gott der Herr gab den ersten Menschenim Paradiese das Gebot, von der Frucht eines gewissen Baumesnicht zu essen; er that dieses, damit sie durch Ausübung desGehorsams sich die übernatürliche Glückseligkeit verdienten, wozusie die heiligmachende Gnade empfangen hatten. Allein siebestanden die Prüfung nicht; sie glaubten der Schlange mehrals Gott, übertraten Gottes Gebot, aßen von der verbotenenFrucht und sündigten.Die Aepfel am Baume der Wissen-schaft wären, gepflückt zur rechten Zeit, heilbringend gewesen;bei verkehrter Ordnung der Zeit aber brachten sie. den Tod."Also schreibt der heilige Ephrem.

Erzählung. Dieses traurige Ereigniß des Sünden-falles erzählt uns die heilige Schrift mit folgenden Worten:Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in denLustgarten, in das Paradies, auf daß er ihn bebauete undbewahrete. Und er gebot ihm und sprach: Von jedem Baumedes Gartens magst du essen; aber von dem Baume der Er-kenntniß des Guten und Bösen sollst du nicht essen; dennan welchem Tage du davon issest, wirst du des Todes ster-ben. . . Da war aber im Garten eine Schlange, die listigerwar, als alle Thiöre der Erde. .Diese sprach nun zum Weibe:Warum hat euch Gott geboten, nicht zu essen von allen Bäu-men des Gartens? Daß Weib antwortete ihm:Wir essenvon den Früchten der Bäume, die im Garten sind; aber vonder Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens ist,hat uns Gott geboten, daß wir nicht davon essen, ihn auchnicht berühren, damit wir nicht etwa sterben." Die Schlangeaber sprach zum Weibe:Keineswegs werdet ihr sterben!

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