Am Feierabende des 27. Januar.
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auf, um durch ihre Werkzeuge, nämlich durch die grau-samen Christenverfolger, die unerschütterlichen Glaubens-helden zum Abfalle zu zwingen. Achnliche Versuche machtesie auch gegen den großenBischof und Märtyrer P olykarp;allein vergebens. Schon von Jugend auf ausgezeichnetdurch Frömmigkeit und Wissenschaft, hatte ihn alsbaldder heilige Apostel Johannes kennen gelernt und ihnseiner Freundschaft in einem so hohen Grade gewürdigt,daß er ihn im Jahre 06 zum Bischof von Smyrna weihte.Von nun an bewies der Heilige, wie würdig er diesesAmtes war. Unermüdet arbeitete er an der Bekehrungder Juden und Heiden, und brachte eine unzählige Mengezum christlichen Glauben; denn seine Predigten warenreines Wort Gottes, die tief eindrangen in die Herzender Ungläubigen, und Jrrthum und Finstcrniß vertilgten.Als im Jahre 166 eine heftige Verfolgung der Christenin Asien ansbrach, gab er den Bitten der Gläubigen nach,die ihm zuredeten, nicht in der Stadt zu bleiben, und zogsich auf ein nicht weit entferntes Landhaus zurück. Alleindort wurde er bald verrathen, gefangen genommen undzur Stadt geführt. Der Statthalter forderte ihn ans,seines Alters zu schonen nnd zur Vermeidung der Mar-ter Jesum zu lästern; er aber antwortete: „ 86 Jahre dieneich Ihm, und Er hat mir nie ein Leid gethan! Wiekann ich meinen König lästern, der mich errettet hat?"Polykarp wurde zum Fenertode verurtheilt; weil aber dasFeuer ihn nicht berührte, so durchbohrte ein Henker denLeib des Heiligen. Sv vermochte der böse Feind nnd diegesummte Hölle Nichts gegen diesen treuen Diener Christi.
Gebet. Heiliger Bischof und Märtyrer Polykarp!bitte bei Gott für uns um Gnade und Stärke, auf daßauch wir so standhaft nnd mnthig, wie du, allen An-fechtungen des bösen Feindes und aller Gewalt der Höllesiegreich entgegentreten und einst im Himmel nach treuemKampfe die Siegerkrone erlangen mögen. Amen.
Siebemmdzwauzigstes Lesestück.
Am Feierabende des 27. Januar.
Die ersten Menschen im Paradiese.
Fr. Welches ist nach den Engeln das vornehmsteunter den Geschöpfen Gottes?
Antw. Der Mensch. „Du hast ihn nur ein weniggeringer als die Engel gemacht," sagt schon der Psalmist
(Ps. 8, 6.)
Fr. Was lehrt uns die heilige Schrift von der Er-schaffung des Menschen?
Antw. Sie lehrt uns, daß Gott den Menschen ausErdenstaub bildete und in sein Angesicht den Odem desLebens hauchte.
Belehrung. Den ersten Menschen schuf Gott dadurch,daß er einen Leib aus Erde bildete und ihm eine unsterblicheSeele einhauchte. Aus einer Rippe des schlafenden Mannes,den Gott Adam nannte, bildete er die Eva, und versetztesie Beide in einen überaus schönen Lustgarten, in das Para-dies.— Gott schuf den Menschen nach scinemEb enbilde, d.h.Er stattete ihn aus mit natürlichen und übernatür-lichen Gaben, die ihn Gott ähnlich machten; er hauchteihm nämlich eine Seele ein, verlieh ihm die heiligmachendeGnade und mit ihr die Kindschaft Gottes und das Erbrechtzum Himmelreich, sowie die Gabe, daß in ihm die Sinnlich-keit sich nie gegen die Vernunft auflehnte, und daß er nie-mals Mühseligkeiten und Schmerzen, auch nicht dem Todeunterworfen sein sollte.
Fr. Was lernen wir aus dieser Schöpfungsgeschichtedes Menschen?
Antw. 1) Daß der Mensch aus einem Leibe (d.i.aus etwas Irdischem) und aus einer Seele (d. i. ausetwas Himmlischem) bestehe; 2) daß er dem Leibe nachdas größte Meisterstück der göttlichen Allmacht, der Seelenach aber das Ebenbild Gottes selber sei.
Belehrung. Der Mensch ist das größte Meisterstückder Schöpfung; er ist nicht das Werk eines Engels, eines