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Erstes Hauptstück. Die gefallenen Engel in der Hölle oder die bösen Geister.
„gerade dadurch, daß der böse Feind solche Hinterlist gebraucht,verräth er, wie St. Ephrem bemerkt, seine Ohnmacht undSchwäche. Wenn er Kräfte genug hätte, warum bedient ersich so vieler Täuschungen? Diese sollen ersetzen, was ihm anKraft gebricht. Die Erringung des Sieges und die Nieder-lage des Feindes hängt blos von deinem Willen ab. Erhebedie Hände wie Moses zum Gebete, und du wirst siegen."
Fr. Was müssen wir also thnn, damit uns dieNachstellungen des bösen Feindes nicht zum Schaden,sondern vielmehr zum Heile gereichen?
Antw. Wir müssen gläubig und vertrauensvoll kämpfen.
Belehrung. Wer gläubig und vertrauensvoll kämpft,d. h. wer die Waffen des Gebetes und der kirchlichen Segnungengebraucht und allen Versuchungen zum Bösen sogleich und stand-haft widersteht, der wird den bösen Feind stets siegreich Zurück-schlagen. Daher ermahntuus derheiligePaulus (Eph.6,16.):„Vor Allem ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchemihr alle feurigen Pfeile des Bösewichts auslöschcn könnet;" (siehdas vorhergehende Bild!) und der heilige Jakobus (4, 7.)ruft uns zu: „Widerstehet dem Teufel, so wird er euch fliehen."Und gar schön schreibt der heilige Augustin: „Wenn derFeind deine Ferse belauert, so habe Acht auf sein Haupt.Sein Haupt ist jeder Anfang einer bösen Einflüsterung: dieserwiderstehe, ehe das Wohlgefallen sich eiustellt und die Ein-willigung folgt. Kannst du sein Haupt nicht zertreten, soweiche ihm aus!"
Beispiel UNdAnwcndUttg. Einst kamen einigeJünger der Wüste zu ihrem Vater Antonius,klagten über die schweren und vielen Anfechtungen,die sie zu erleiden hätten, und baten ihn um Be-lehrung und Hilfe. Da entgegnete ihnen der Alt-vater: „Höret, meine Brüder! was ich euch sage.
Der Teufel kann den Hahnenruf nicht hören, dieMorgenluft nicht wittern und das Tageslicht nichtertragen, d. h. er flieht, wenn man Nene und Bußethut, wie Petrus, als der Hahn krähte, und wennman den heiligen Namen Jesus mit Andacht undEhrerbietung ausspricht; denn Jesus Christus ist dieHelle Sonne der Gerechtigkeit, vor welcher der Fürst derFinsterniß fliehen muß; deßhalb kann er diesen hei-ligen Namen nicht hören. Nicht minder leicht wirstdu den Schlingen des Teufels auf Erden entgehen,wenn du die Augen stets auf den Himmel gerichtethältst!" — Solche Mittel mußt du, o Christ! ge-brauchen, wenn dir die Nachstellungen des bösenFeindes zum Heile gereichen sollen.
Fr. Warum werden aber die Guten amMeisten vom bösen Feinde geplagt?
Antw. Weil der böse Feind Tugend und Gottes-furcht am Meisten haßt.
Belehrung. Die Gottlosen werden vom bösen Feindewenig oder gar nicht geplagt und verfolgt; denn diese hat erschon; er braucht sie also nicht mehr zu verfolgen und zufangen. Um aber die Guten in seine Gewalt zu bekommen,muß er ihnen immer Schlingen legen und sie sonach plagenund verfolgen. Höret nur, wie schön dicß die heiligen Vätererklären! So schreibt der heilige Chrhsostomus: „Wun-dern wir uns nicht, wenn wir mit Ernst nach den Dingendes Geistes streben und dabei viel Widriges leiden! Dennwie die Räuber nicht da einzubrcchen suchen, wo nur Spreuaufbewahrt ist, sondern da wo sie Gold oder Silber vermuthen,so stellt auch der Teufel nur Jenen am Meisten nach, welchesich mit geistlichen Dingen beschäftigen. Wo eS viele Nach-stellungen gibt, da ist Tugend vorhanden, und wo der Menschvon Gott Barmherzigkeit empfängt, da kommt der Neid desTeufels." Und der heilige Franz v. Sales sagt: „DieHunde packen nicht die Hausgenossen, sondern nur fremde Leutean; ebenso setzt der böse Feind Jenen nicht mehr zu, die ihmschon angehören. Wenn er also einem Herzen nachstellt, soist das ein Zeichen, daß es ihm noch nicht zugehöre; und jegrößer die Tugend des Menschen ist, desto heftigere Anfälle hater vom Teufel zu gewärtigen." Dieß erfuhr auch jener Heilige,dessen gefeierter Name uns am heutigen Tage begegnet in der
Legende: Der heilige Polhkarp, Bischof undMärtyrer, (ch 166.)
, Um diese Zeit wüthete die Hölle mit aller Gewaltgegen die treuen Bekenner des Christenthums; sie bot Alles
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