Am Feierabende des 24. Januar.
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lichen Vorsehung, wie wir zum Beispiel aus der Geschichtedes ägyptischen Joseph ersehen; aber allzeit führen sie Den,der mit Vertrauen und Glauben an der Hand der Vorsehungwandelt, zum Ziele.
Beispiel und Anwendung. Ein im Januar 1836zu Elberfeld verstorbener schlichter Handwerksmann, aber vollGlauben und frommer Gesinnung, befand sich einmal in einerBänderfabrik, wo die Wirkungen einer neuen, bewunderungs-würdigen Maschine die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zo-gen. Auf dem Wege hatte er sich viel beschäftiget nnt denwunderbaren Führungen Gottes, und es war ihm Manchesin seinem eigenen Leben dunkel und unerklärbar geblieben.Auf diese Weise in seinem Innern beschäftigt, ließ er sichvon einem Arbeiter die Einrichtung der Wundcrmaschine zei-gen. Da drehten sich zahllose Spindeln, und Millionen Fä-den regten sich in einer beinahe die Sinne verwirrenden Weise;aber in der Mitte stand ein verschlossener Schrank, von demalle Bewegungen ausgingen. Auf seine Bemerkung, er sehewohl das wunderliche Regen und Bewegen, verstehe aber denZusammenhang und Zweck von Allem nicht, erwiederte derArbeiter: „Mein Herr hat die Schlüssel zu diesem Schranke,den kann ich ihnen nicht öffnen." Das war ihm wie eineAntwort von Oben auf die Fragen seines Herzens. „Ja,mein Herr hat die Schlüssel, Ihm will ich sie lassen," dachte.er, „wenn ich auch nicht hineinschauen kann, genug, daßEr-reg irt; Er bringt auch, ohne daß ich das „Wie" ver-stehe, zu Stande, was Er sich vorgenommen; darum willich stets kindlich vertrauen auf seine göttlicheVorsehung." So mußt auch du sprechen, o Christ! wenndu die dunklen und verschlungenen Wege der göttlichen Vor-sehung nicht zu erkennen iw Stande bist.
Fr. Wenn Gott Alles regirt und leitet, warumgibt es denn so viele Leiden in der Welt?
Antw. Es gibt so viele Leiden in der Welt, 1) umdie Sünder zu strafen und zu bessern, 2) um die Ge-rechten zu prüfen.
Belehrung. Auch die vielen Leiden, die uns in derWelt begegnen, streiten nicht wider die göttliche Vorsehung,sondern sprechen vielmehr für dieselbe; denn sie gereichen so-wohl dem Sünder, als auch dem Gerechten zum Heileund zum Nutzen. Der Sünder soll nämlich Gottes Züch-tigung anerkennend, sich bessern und zu Gott zurückkehren.Der Gerechte aber soll dadurch noch mehr geläutert undan Verdiensten reicher werden, damit er einst im Hinimel umso größeren Lohn empfange. Ist ja auch Christus nur durchLeiden in seine Herrlichkeit eingegangen. Gar schön lautetdaher der Spruch: „Was dem Golde der Hammer, das istdem Menschen der Jammer; was dem Weinstocke das Schnei-den, das ist dem Menschen das Leiden; was dem Balle dasSchlagen, das ist dem Menschen das Plagen."
Mehler, Hausbuch.
Beispiel und Anwendung. Ein reicher Mann wurdeschwer geprüft; denn er verlor in kurzer Zeit all sein Ver-mögen und wurde darüber gar tief betrübt. Um sich zu zer-streuen und zu erholen, verließ er die Stadt und ging aufdas Land. Er kam zuerst in ein Dorf; da sah er einenBauern, der mit einer Schaufel das Getreide umwendete.Den fragte er, warum er das thue? Der Bauer antwortete:„Damit das Getreide nicht Schaden leide und in Fäulnißübergehe." — Darauf kam er auf das Feld uud sah einenBauern, der pflügte. Den fragte er auch, warum er dasthue? Der Bauer antwortete: „Damit das Erdreich lockerwerde und Regen und Sonnenschein aufnehmen könne." —Er ging weiter, und kam in einen Weingarten, da sah ereinen Winzer, der die Reben beschnitt. Er fragte ihn gleich-falls, warum er das thue? Der Winzer antwortete: „Erbeschneide die Neben, damit sie viele und gute Früchte tragen."— Da ging der Mißmnthige in sich und sagte: „Warum
ängstet sich meine Seele so sehr? Ich bin der Weizen, dergewürfelt werden muß, damit er nicht faule. Ich bin dasErdreich, das aufgeworfen wird, damit es Segen empfangenkönne vom Himmel! Ich bin die Rebe, die beschnitten wer-den muß, damit sie gute Früchte trage für die Ewigkeit." De-müthig trug er fortan sein Ungemach als eine Strafe undPrüfung .des Himmels. — Auch dich, meiu christlicher Freundund Leser! trifft gar oft ein Leiden — als Strafe, wenndu gesündigt, als Prüfung, wenn du gerecht bist. Nimmdaher alle Leiden stets mit Bereitwilligkeit an als Gnadcner-weisungen deines Gottes; denn „wen Gott lieb hat, den züch-tiget er" (Hebr. 12, 6.), und „wen er erhöhen will, dendemüthiget er." (Spr. 18, 12.)
Legende: Der heilige Timotheus, Bischofund Märtyrer. 97.)
Wie bereitwillignahm nicht der hei-ligeBiichofnndMar-threrTimotheus,dessenAndenkenheutein der Kirche began-gen wird, alle Leidenans der Hand Got-tes an! Wegen seinerFrömmigkeit war erder Lieblingsschülerdes heiligen Paulus,so daß ihn dieserzum Mitgehilfen inseinem apostolischenAmte und zum Bi-schöfe von Ephesuserwählte. Mit sorg-fältiger Hirtentreuestand er seinem wich-tigen Amte vor, hatteaber dabei Vieles zuleiden von den da-mals so zahlreichen