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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende

Aritw. Anbetend sollen wir niederfallen und mitallen Heiligen und Engeln dieses ewig anbetungswürdigeGeheimniß lobpreisen.

Belehrung. Das Geheimniß der heiligsten Dreifaltig-keit ist die Grundlage unsers Glaubens; daher zielt in derKirche Gottes Alles auf die Anbetung und Verherrlichungder heiligsten Dreifaltigkeit ab. Die Kirche will, daß wirjeden Tag, jede wichtige Handlung, jedes Gebet durch dieBezeichnung mit dem heiligen Kreuze im Namender heiligsten Dreifaltigkeit anfangen und beendigen sollen; sieläßt in den priestcrlichen Tagzeiten unzählig oft das 61 orinpstri ete. (Ehre sei Gott dem Vater und demSohne und dem heiligen Geiste) zur Ehre und zumLobe der heiligsten Dreifaltigkeit ertönen; ja, sie hat zu dem-selben Zwecke sogar ein eigenes Fest angeordnet, das Festder allerheiligsten Dreifaltigkeit. Wir dürfen unsdaher nicht wundern, wenn alle Heiligen Gottes, wie St.Augustin, der heilige Franziskus Taverius, die heilige Ger-trud u. s. w. ganz besondere Verehrer und Anbeter der hoch-heiligen Dreifaltigkeit waren. Statt vieler will ich hier nurEin Beispiel zu unsrer Erbauung und Ermunterung anführen.

Beispiel und Anwendung. Im 16. Jahrhundertlebte zu Rom ein heiligmäßiger Mann, Franziskus Fo-lianus, der ein besonders glühender Anbeter der heiligstenDreieinigkeit war. Alles, was er that, bezog er auf diesesheilige Geheimniß; Alles, was er besaß, war so eingerichtet,daß es ihm ein Bild der heiligsten Dreifaltigkeit darstellte.Einst ging er während der stärksten Mittagshitze durch dieStraßen der Stadt, als er plötzlich stehen blieb, und wiebegeistert zur Sonne hinaufblickte. Sein Begleiter, der dieHitze zu lästig fand, und nach einem Schatten sich umsah,fragte ihn verwundert, warum er denn stehen bleibe?O, er-widerte er, ich finde die Sonne nicht beschwerlich; ihr Anblickerfüllt meine Seele mit himmlischer Erquickung. Ich seheund unterscheide an der Sonne dreierlei: das Sein, dasLeuchten und Brennen. Ihr unveränderliches Sein seitso vielen Jahrtausenden erinnert mich an die Ewigkeit desVaters, ihr Leuchten an den Sohn, der als das einzigwahre Licht in die Welt gekommen und die Finsterniß zer-streuet hat, und ihr Brennen an den heiligen Geist, dessenFeuer unsere Seelen wie das Gold im Schmelzofen läutert,damit wir ein reiner und würdiger Schmuck für den Himmelwerden. Und wie von der Sonne alles Wachsthum und Ge-deihen, alle Farben und Pracht der Natur kommt, so kommtvon der heiligsten Dreifaltigkeit alle Begabung und Begna-digung und alle Schönheit unserer Seele." Und dann sanker zur Erde nieder und stimmte einen Lobgesang an zur An-betung der allerheiligsten Dreifaltigkeit. Möchten auch wir,meine Theuren! mit gleich kindlicher Liebe und Verehrungdem dreieinigen Gotte dienen, ihm unser Tagwerk als Opferzu Füßen legen und ihm all unser Thun und Lassen weihen!

des 24. Januar.

Gewiß, wenn wir hienieden den dreieinigen Gott verherr-lichen, loben und preisen, so werden wir auch dereinst in denewigen Lobgesang der heiligen Engel eiustimmen, in jenes:Heilig, dreimal heilig!" womit die himmlischen Chöreunaufhörlich preisen den Vater, den Sohn und den heiligen Geist.

Legende: Die heilige Emercntiana, Jung-frau und Martprin. (ch 304.)

MW

Diese Heilige war eine römische Jungfrau und Ge-spielin der heiligen Agnes. Sie hatte dem Götzendiensteentsagt und betete Gott, den Dreieinigen, an. Alssie einst die verschiedenen Leiden der Christen sah, ver-wies sie, von heiligem Eifer hingerissen, den Peinigernihre Grausamkeit, wurde aber dafür mit Steinwürfengetödtet im Jahre 304.

Gebet. Wir bitten dich, dreieiniger Gott! erhalteund vermehre in uns ans die Fürbitte deiner heiligenJungfrau und Märtyrin Emerentiana unfern Glauben,und gib uns eine Liebe, die stark ist, wie der Tod.Durch Christum unfern Herrn. Amen.

VimmdMnzigstes Lesestück.

Am Feierabende des 24. Januar.

Gott ist unser Vater, der allmächtige Schöpfer Himmels und derErde.

Fr. Warum heißt die erste Person in der GottheitVater?"

Antw. Weil er von Ewigkeit her einen Sohn ge-boren hat, nämlich Jesum Christum, und weil erauch uns erschaffen und als Kinder angenommen hat undfür uns Alle so väterlich sorgt.